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Legende: Video Mohammed Mursi ist tot abspielen. Laufzeit 03:03 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.06.2019.
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Vor Gericht kollabiert Ägyptens Ex-Präsident Mursi ist tot

  • Ägyptens früherer Präsident Mohammed Mursi ist tot.
  • Der 67-Jährige habe vor Gericht gesprochen, als er plötzlich zusammengebrochen und später verstorben sei, berichtete der Generalstaatsanwalt.
  • Er sei an einem Herzinfarkt gestorben, berichtete das ägyptische Staatsfernsehen.
  • Die Muslimbrüder erheben schwere Vorwürfe wegen Mursis Haftbedingunen.

Ein Justizvertreter teilte mit, Mursi habe mehrere Minuten lang vor dem Richter gesprochen. Dabei habe er sich sehr aufgeregt und sei in Ohnmacht gefallen. Mursi sei schnell ins Spital gebracht worden, dort aber gestorben.

Der Tod ist laut Medienberichten auf einen Herzinfarkt zurückzuführen. Mursi sei wegen eines Tumors behandelt worden, berichtete das Staatsfernsehen unter Berufung auf Ärzte. Laut dem Generalstaatsanwalt wies sein Körper keine neuen Verletzungen auf.

Bei der Anhörung war es nach einem Bericht des staatlichen Fernsehens offenbar um Vorwürfe der Spionage gegangen.

Nach einem Jahr im Amt inhaftiert

Der mit der Muslimbruderschaft verbundene Mursi war seit 2012 der erste demokratisch gewählte Staatschef Ägyptens. Nach nur einem Jahr im Amt wurde er von der Armee unter Führung des heutigen Staatschefs Abdel Fattah al-Sisi gestürzt und inhaftiert.

Nach seinem Sturz wurde Mursi mehrfach vor Gericht gestellt, unter anderem wegen der Tötung von Demonstranten bei Protesten gegen seine Herrschaft und wegen angeblicher Spionage für Katar. Dabei wurden mehrjährige Haftstrafen sowie die Todesstrafe verhängt. Letztere wurde später wieder aufgehoben.

Legende: Video Aus dem Archiv: Hier wurde Mursi zum Tode verurteilt abspielen. Laufzeit 04:06 Minuten.
Aus Tagesschau vom 16.05.2015.

Vertreter der Muslimbruderschaft

Mursi gehörte den islamistischen Muslimbrüdern an, die heute in Ägypten verboten sind. Die Regierung hat sie unter Führung Al-Sisis als Terrororganisation eingestuft und verfolgt sie mit harter Hand.

Mursi war als Präsident Langzeitherrscher Hosni Mubarak nachgefolgt, der im Februar 2011 nach Massenprotesten abtreten musste. Mursis Präsidentschaft war von Konflikten mit dem Militär, mit der Justiz und mit der Revolutionsjugend gekennzeichnet, die die Revolte gegen Mubarak getragen hatte.

Viele Kritiker warfen Mursi vor, zu konfrontativ regiert zu haben. Vor allem nicht-islamistische Gruppen sahen ihn kritisch und lehnten eine Zusammenarbeit mit ihm ab, obwohl ihn viele 2012 in der Stichwahl um das Präsidentenamt unterstützt hatten.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Mustafa Ghanem  (ZollikerGHM)
    Mursi war der erste und einzige demokratisch gewählte Präsident in der Geschichte Ägyptens. Deswegen hatte er sehr viele Feinde und zwar alle die vom alten korrupten System profitiert haben wie das Militär, die Polizei, die korrupten Richter und die Medien die fast alle irgendwelchen Businessleute gehören die mit dem alten Regime (und der neuen Diktatur von Susi) Geschäfte machen. Alle Anschuldigungen gegen ihn sind eine reine Farce und haben überhaupt keine Beweise.
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  • Kommentar von Daniel Schmidlin  (Queren life)
    Die Muslimbrüder sind selbst eine antidemokratische Organisation. Darum werden sie ja auch von Erdogan unterstützt. Das passt zusammen. Diese Organisation muss man nicht in Schutz nehmen.
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    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Das Gleiche kann man von der Militärregierung sagen. Die stehen für Günstlingswirtschaft .
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    2. Antwort von Mustafa Ghanem  (ZollikerGHM)
      Was wissen Sie über die Organisation überhaupt? Oder ist bei Ihnen alles pauschal schlecht wo "Muslim" drin ist? Die MB wird von Sisi als Terrororganisation eingestuft weil er eine grausame Militärdiktatur führt und sie nun mal seine politischen Gegner waren. Und das Wort Terror kann man ja heutzutage einfach verwenden ohne Grund oder Beweis und es wirkt immer. Die "demokratischen" Staaten Europas haben diese ganze Tragödie mitgetragen und unterstützen heuchlerisch einen Massenmörder..
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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Seit der Ermordung von Anwar as Sadat ging es mit Aegypten fast nur noch bergab. Sadat gehörte zu den gemässigten einigermassen friedfertigen und religiös liberalen nahost-verbindenden Kräften. Jetzt sind militaristische Truppen am (Un-)-werk. Es braucht für gute, soziale, friedliche Politik Leute, die nicht rechtspopulistischen oder linksextremen (Anarchisten) oder Religiös-Fundamentalisten angehören. Das gilt für Aegypten, international und natürlich auch für die Schweiz.
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