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Vorwurf der Spionage Tschechien weist 18 russische Diplomaten aus – Russland reagiert

  • Tschechien wirft Russland vor, in die Explosion eines Munitionslagers im Jahr 2014 verwickelt gewesen zu sein.
  • Als Reaktion wies Tschechien am Samstag 18 russische Botschaftsmitarbeiter aus. Sie seien eindeutig als Mitarbeiter der Geheimdienste SWR und GRU identifiziert worden.
  • Am Sonntagabend verweist Russland als Reaktion 20 tschechische Botschaftsmitarbeiter des Landes.
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Archiv: USA ergreifen neue Sanktionen gegen Russland
Aus Tagesschau vom 15.04.2021.
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In dem Munitionslager in Vrbetice im Osten des Landes war es im Oktober und Dezember 2014 zu mehreren Explosionen gekommen. Dabei kamen zwei Beschäftigte einer Rüstungsfirma ums Leben. Zudem entstand hoher Sachschaden. Ministerpräsident Andrej Babis sprach am Wochenende von «eindeutigen Beweisen» über die Beteiligung Russlands. «Tschechien ist ein souveräner Staat und muss auf diese nie dagewesenen Enthüllungen in entsprechender Form reagieren», sagte Babis. Der Präsident des Senats, Milos Vystrcil, sprach von «Staats-Terrorismus».

Russland reagiert: 16 tschechische Diplomaten müssen gehen

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Als Reaktion auf die Ausweisung von 18 russischen Diplomaten aus Tschechien verweist Russland 20 tschechische Botschaftsmitarbeiter des Landes. Das gab das russische Aussenministerium am Sonntagabend in Moskau bekannt. Laut tschechischer Seite sind es 16 Diplomaten und vier Mitarbeiter ohne Diplomatenstatus. Sie müssen bis Montagabend Russland verlassen.

Russland wies den Vorwurf der Verwicklung in die Explosion eines Munitionslagers im Jahr 2014 zurück und sprach von einer «beispiellosen Entscheidung» Tschechiens. Eine Gegenmassnahme war bereits angekündigt worden. Am Abend wurde der tschechische Botschafter in Moskau ins Aussenministerium einbestellt. Der russischen Staatsagentur Tass zufolge dauerte die Unterredung nur 20 Minuten. In Moskau bleiben damit nur noch etwa fünf tschechische Diplomaten übrig.

Verbindungen zum Anschlag auf Skripal

Die tschechische Polizei veröffentlichte zudem Fahndungsfotos von zwei Tatverdächtigen. Die Bilder zeigen zwei Russen, die bereits in Zusammenhang mit einem Nervengift-Anschlag auf den früheren Doppelspion Sergej Skripal in Grossbritannien 2018 gesucht werden. Russland weist jede Verwicklung in den Fall Skripal zurück.

Die beiden mutmasslichen GRU-Spione waren nach Polizeiangaben Mitte Oktober 2014 sechs Tage lang in Tschechien. Dabei hätten sie sich – wie später in England – als Alexander Petrow und Ruslan Boschirow ausgegeben. Sie hätten auch die Region Zlin besucht, in der sich das Munitionslager befindet. Interfax schrieb unter Berufung auf Quellen, dass Russland die Männer nicht ausliefere.

Das Munitionslager wurde von Rüstungsfirmen genutzt. Nach einem Bericht des Magazins «Respekt» war ein Teil der Güter für die Ukraine bestimmt, die im Osten gegen prorussische Separatisten kämpft. Nach den Explosionen waren Soldaten zwei Jahre lang damit beschäftigt, Blindgänger zu entschärfen und das Areal wieder sicher zu machen.

SRF 4 News 18.04.2021, 14 Uhr;

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Dass die Russen alles abstreiten ist ja normal, soviel Charakter haben die Verantwortlichen anscheinend nicht. Russland spielt ein sehr gefährliches Spiel, das wo möglich in einen Krieg ausarten kann. Machtmenschen sollten nie lange auf ihren Posten sitzen dürfen, das kommt meistens nicht gut, weil sie meinen sie dürfen alles tun, ohne das Volk zu fragen.
  • Kommentar von Eduard Mauss  (eddim)
    "Sie seien eindeutig als Mitarbeiter der Geheimdienste SWR und GRU identifiziert worden seien, ausgewiesen."
    Irgendetwas stimmt hier nicht...
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Eduard Mauss Besten Dank für Ihren Hinweis. Da ist uns ein Fehler unterlaufen. Der Fehler wurde korrigiert. Ihr SRF News Team
  • Kommentar von Walter Winteler  (Wiwa 54)
    Wann endlich lern der Westen, dass es äusserst gefährlich ist, sich gegen Russland zu wenden, wenn man andererseits von russischem Gas und Erdöl abhängig ist. Der Westen hält nicht zusammen und ist für die Russen und die Chinesen deshalb nur eine Lachnummer. Ich denke, es dauert keine 20 Jahre mehr und es gibt nur noch drei Blöcke: Russland. China und die USA. Die EU wird es dann nicht mehr geben, weil Einzelinteressen innerhalb der EU Vorrang vor Gemeinschaftsinteressen haben.
    1. Antwort von Bruno Bettoli  (bbettoli)
      Perfekt gesagt.
    2. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      Wann endlich merkt Putin, dass er nicht mehr im Geheimdienst arbeitet, sondern Staatspräsident ist. Es gibt genügend Erdgas und Erdöl auf der Welt.
    3. Antwort von Steven Baumgartl  (Steven B.)
      Was ein stumpsinn! Es braucht genau eine EU, aber die Interessen müssen andere sein! Ich gebe Ihnen recht mit den Einzelinteressen und nur den wirtschaftlichen Vorteilen der einzelnen Staaten, aber um das zu wahren muss die EU eine Reform anstossen und auch den ein oder anderen Staat aus der Gemeinschaft weisen - sie muss sich auf stärker positionieren und gleichzeitig attraktiv für Handel, Bildung und Wirtschaft bleiben - eben etwas Selbstbewusster und Exklusivität, gepaart mit Vernunft.