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Parlamentswahl in Frankreich Wähler wollen den Weg der Erneuerung konsequent weitergehen

Für Macrons «En Marche» ist ein historischer Sieg in Reichweite. Das ist bemerkenswert. Eine Analyse von SRF-Korrespondent Liebherr.

«La République En Marche» dürfte nach dem zweiten Wahlgang in einer Woche gegen 400 Sitze im Parlament erreichen. Die absolute Mehrheit der Sitze scheint für die Partei, die es vor einem Jahr noch gar nicht gab, nur noch eine Formsache zu sein.

Die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler scheinen also den Weg der politischen Erneuerung konsequent weiter gehen zu wollen. Das ist bemerkenswert.

«En Marche» schickte eine Mehrheit Kandidaten in diese Wahl, die noch nie ein politisches Amt bekleideten. Das scheint kein Nachteil zu sein, im Gegenteil.
Autor: Charles LiebherrKorrespondent SRF

Die historisch tiefe Stimmbeteiligung von 50 Prozent spielt dabei allerdings auch eine Rolle. Sie begünstigt die Erstplatzierten mit Blick auf den zweiten Wahlgang.

In vielen Wahlkreisen wird es ein Duell mit den Kandidierenden der rechten Républicains geben. Deren Kandidaten erreichten einen leicht höheren Wähleranteil als bei den Präsidentschaftswahlen.

Der Front National hingegen verliert Stimmen. Die Partei von Marine Le Pen darf zwar damit rechnen, mit mehr Parlamentariern als bisher in der Nationalversammlung vertreten zu sein. Im Vergleich zu den Präsidentschaftswahlen verliert der Front National aber fast 10 Prozent Wähleranteil. Die Niederlage gegen Emmanuel Macron vor einem Monat scheint die Partei und ihre Wähler noch nicht verdaut zu haben. Auch der Front National muss in den kommenden Monaten über die Bücher und sein Programm anpassen, um seine Wählerbasis an sich binden zu können.

Eine bittere Niederlage erleiden, wie zu erwarten war, die Sozialisten. Mit einem Wähleranteil von nur 10 Prozent verliert die Partei wahrscheinlich gegen 250 Sitze in der Nationalversammlung.

Die Sozialisten müssen sich neu erfinden, wollen sie in Frankreich politisch noch eine Zukunft haben. Es fehlt der Partei allerdings eine Persönlichkeit, welche der Partei ein neues Fundament geben könnte.

Charles Liebherr

Charles Liebherr

Seit 2014 ist Charles Liebherr Frankreich-Korrespondent von Radio SRF. Er studierte in Basel und Lausanne Geschichte, Deutsche Literatur- und Sprachwissenschaft sowie Politologie. Davor war er beim Schweizer Radio unter anderem als Wirtschaftsredaktor tätig.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von László Schink (Schink)
    " Wähler wollen den Weg der Erneuerung konsequent weitergehen " Welche Erneuerung? Bisher gab es nur viele neue Gesichter, die Probleme sind aber die alten und neue Gesichter ergeben nicht automatisch eine neue Politik. Und das Sprüchli mit der Erneuerung hören wir in Frankreich schon seit vielen Jahren. Warum also sollte es ausgerechnet diesmal anders werden?
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Macron wird bald aus dem Siegestaumel im harten Alltag ankommen: Die Gewerkschaften und deren linken Wasserträger werden bald mehr Zeit auf der Strasse verbringen, als auf ihren Arbeitsplätzen! Wer die wirtschaftlichen Erfolge mit Effizienz verbessern will, eckt in Frankreich immer und heftig an! Die Gewerkschaften werden alles blockieren! Das musste auch sein Vorgänger Hollande erfahren! Trotzdem sind "alle" (Medien und Linke) höchst zufrieden, weil der Front National nur 14% erreichte....!
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  • Kommentar von Klaus Kreuter (Klaus Kreuter)
    Interessant mit wieviel Vorschussloorberen jemand versehen wird. Sobald MACRON an die harten Tatsachen der französischen Misere dran muss, werden die Gewerkschaften ihm in den Rücken fallen und demontieren. Dass er an unangenehme Probleme heran muss, ist unbestritten. Es bleibt interessant.
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