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Während Strassenblockaden Eine Tote und mehrere Verletzte bei Protesten in Frankreich

Legende: Video Machtprobe für Macron abspielen. Laufzeit 01:48 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.11.2018.
  • Eine Frau ist bei einer organisierten Strassenblockade von einer Autofahrerin überfahren worden.
  • In ganz Frankreich hat die Protestbewegung «Gilets Jaunes» zu solchen Strassenblockaden aufgerufen.
  • Die Proteste richten sich gegen geplante Steuererhöhungen auf Benzin und Diesel.

Die Autofahrerin sei wegen einer Strassenblockade in Panik geraten und habe die Demonstrantin überfahren, sagte Frankreichs Innenminister Christoph Castaner. Zudem seien bei den Protesten landesweit 229 Personen verletzt worden, 7 davon schwer, wie das Innenministerium mitteilte.

Laut den lokalen Behörden hatten einige Demonstranten auf das Auto der Frau getrommelt, worauf diese flüchtete und eine Demonstrantin erfasste. Der Unfall ereignete sich nördlich von Grenoble in der Gemeinde Pont-de-Beauvoisin.

Landesweit mehr 2000 Aktionen

Seit Samstagmorgen waren in Frankreich Proteste gegen höhere Treibstoffpreise in Gange. Die Bewegung «Gilets Jaunes» (Gelbe Warnwesten) hatte dafür zu Strassenblocken an Verkehrsachsen, Kreiseln und Mautstellen aufgerufen.

Die Bewegung wehrt sich gegen die Pläne der Regierung, die Steuern auf Diesel und Benzin anzuheben. Laut Angaben der Regierung haben rund 283'000 Menschen an gut 2000 Protestaktionen teilgenommen.

Seit Jahresbeginn sind die Steuern für Diesel bereits um 7,6 Cent pro Liter gestiegen, für Benzin um 3,9 Cent. Eine weitere Anhebung ist für 2019 geplant. Nach Angaben der französischen Zeitung «Libération» kostet ein Liter Super-Benzin aktuell durchschnittlich 1,53 Euro, bei Diesel sind es 1,51 Euro.

Legende: Video Tote bei Blockaden in Frankreich abspielen. Laufzeit 00:23 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 17.11.2018.

Polizei schreitet ein

Die Polizei hatte wegen den Protesten rund 3000 zusätzliche Sicherheitskräfte aufgeboten, dies berichtete ein französischer Fernsehsender. Innenminister Castaner hatte die Demonstranten bereits am Dienstag gewarnt, dass die Einsatzkräfte überall einschreiten würden, wo es Blockaden gäbe. Vor dem Mont-Blanc-Tunnel wurde gegen Demonstranten Tränengas eingesetzt. 117 Personen wurden denn auch festgenommen.

In der Bevölkerung erhielt der Protest vorab grosse Zustimmung: Nach einer Umfrage für den Sender «France» unterstützen knapp drei Viertel der Franzosen die «Gilets Jaunes».

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39 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Holzer (Peter Holzer)
    Ich habe grösstest Verständniss für die Sorgen der Franzosen und deren Abhängigkeit vom Privatverkehr. Aber: Die einzige „gerechte“ Berechnung für das Verursacherprinzip von Emissionen und Nutzung/Abnützung der Strasseninfrastruktur ist über den Benzinpreis. Berechnungen nach Gewicht, PS, Hubraum etc. ist alles unsachgemäss, denn ich kann das schwerste, hochmotorisierteste Fahrzeug in der Garage stehen haben und nur 5‘000km im Jahr oder weniger fahren und bezahle am meisten von allen, wesshalb?
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  • Kommentar von Paul Schoenenberger (Beaumont)
    Frankreich hat ein grosses Problem (wenn es nur eines waere) und das sind die oeffentlichen Verkehrsmittel. Hundertausende fahren 50, 100 oder mehr km pro Tag zur Arbeit mit dem Auto wegen mangelnden Angeboten im oeffentlichen Verkehr. Da fallen die Kosten des Treibstoffes mit aller Haerte ins Gewicht. Die Suenden der Politik der letzten 40 Jahre werden nun der heutigen Regierung angelastet. Natuerlich, jene die nicht mehr da sind kann man nicht mehr belangen.
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  • Kommentar von Thomas Leu (tleu)
    Um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen, sollte man die Einnahmen aus der Benzinsteuer pro Kopf an die Bevölkerung zurückzahlen. Davon würden nämlich vor allem die Armen profitieren, da sie weniger Benzin brauchen, als die Reichen mit ihren teuren Autos, aber den gleichen Anteil an den Einnahmen erhalten wie die Reichen. Somit würden die Armen auch demonstrieren, aber FÜR die Benzinsteuer und nicht dagegen. Die Regierung könnte somit die Klimaziele rascher erreichen.
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    1. Antwort von Dölf Meier (Meier Dölf)
      Leider informieren die Medien nicht vollständig. Die Franzosen lebten über ihre Möglichkeiten. So hat sich die Staatsschuld auf gut 2 BILLIONEN angehäuft. Beinahe ein Staatsbankrott, ähnliche wie EU-Mitglied Italien. Erinnere ich mich richtig, so haben die Staatsangestellten Bahnangestellten dieses Jahr ein halbes Jahr gestreikt. Alles hat seine Folgen.
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