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Aus dem Archiv: Waffenhandel boomt weltweit
Aus Tagesschau vom 11.03.2019.
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Waffenverkäufe nehmen zu Die Welt rüstet auf

  • Die 100 führenden Rüstungskonzerne der Erde haben ihre weltweiten Waffenverkäufe im vergangenen Jahr um 4.6 Prozent gesteigert. Das zeigt ein Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri.
  • 2018 wurden von ihnen Rüstungsgüter und militärische Dienstleistungen im Gesamtwert von 420 Milliarden Dollar verkauft.
  • Spitzenreiter bleiben die USA: Fast 60 Prozent aller verkauften Waffen weltweit stammten 2018 aus den USA.

Laut Sipri wurde die Zunahme vor allem von höheren Verkaufszahlen der grössten Konzerne angetrieben. Nicht berücksichtigt wurden Güter von Unternehmen aus China – zu diesen fehlt es weiter an ausreichenden Daten für verlässliche Schätzungen.

Absoluter Spitzenreiter bei den Verkäufen bleiben abermals die USA. Erstmals seit 2002 – seit dem Jahr verfügt Sipri über vergleichbare Daten inklusive Material aus Russland – nehmen Konzerne mit Sitz in den Vereinigten Staaten gleich alle fünf Toppositionen unter den führenden Rüstungsunternehmen ein.

US-Waffenverkäufer sind die Top 5

Diese fünf – Lockheed Martin, Boeing, Northrop Grumman, Raytheon und General Dynamics – verkauften zusammen Rüstungsgüter im Wert von insgesamt 148 Milliarden Dollar. Insgesamt machten US-Unternehmen 246 Milliarden Dollar aus, was 59 Prozent aller Verkäufe der Top 100 und einem Zuwachs von 7.2 Prozent im Vergleich zu 2017 entspricht.

Einen wichtigen Trend in den USA sehen die Friedensforscher darin, dass grössere Rüstungskonzerne kleinere Unternehmen übernehmen. «Die US-Unternehmen bereiten sich auf das neue Waffenmodernisierungsprogramm vor, das Präsident Trump 2017 angekündigt hat», sagte Sipri-Waffenexpertin Aude Fleurant. «Grosse US-Firmen fusionieren, um in der Lage zu sein, die neue Generation von Waffensystemen produzieren zu können und damit in einer besseren Position zu sein, um Verträge von der US-Regierung zu gewinnen.»

Grossbritannien führend in Europa

Europa macht ein gutes Viertel der weltweiten Waffenverkäufe aus (24 Prozent). Die 27 in der Liste vertretenen europäischen Waffenproduzenten verkauften Güter im Wert von 102 Milliarden Dollar, was einen leichten Zuwachs um 0.7 Prozent bedeutete.

Deutschland hat einen Anteil von zwei Prozent an den weltweiten Waffenverkäufen und rangiert somit hinter Italien, Japan und Israel, aber vor Indien und Südkorea. Airbus wird bei der Sipri-Auswertung als «transeuropäischer» Konzern gelistet, weil das Unternehmen seinen Sitz in mehr als nur einem Land hat.

Kampfflugzeug im Steigflug
Legende: Waffenverkäufe sind für Sipri jeglicher Verkauf militärischer Güter und Dienstleistungen an militärische Abnehmer im In- und Ausland. Keystone / Archiv

Die Verkäufe britischer Rüstungskonzerne sanken unter anderem wegen Verzögerungen beim Waffenmodernisierungsprogramm ihres Landes um 4.8 Prozent, die französischer Unternehmen stiegen um 2.4 Prozent. Grossbritannien bleibt dennoch Europas Waffenverkäufer Nummer eins, gefolgt von Frankreich.

Russland fast unverändert

Fast unverändert blieben die Rüstungsverkäufe aus Russland: Die zehn in den Top 100 gelisteten russischen Konzerne verkauften Güter und Dienste im Gesamtwert von 36.2 Milliarden Dollar, was einem minimalen Rückgang von 0.4 Prozent entsprach. Fünf der Unternehmen verzeichneten demnach Zuwächse, fünf Einbussen.

Als Waffenverkäufe bezeichnet Sipri jeglichen Verkauf militärischer Güter und Dienstleistungen an militärische Abnehmer im In- wie im Ausland. Seit 2002 haben die Verkäufe laut den Friedensforschern insgesamt um knapp 47 Prozent zugenommen.

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41 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
    So lange die Menschheit für seine Zerstörung und die Zerstörung des Planeten soviel ausgibt, sind Politiker, die dieses Treiben nicht aufs schärfste kritisieren bezüglich z. B. Bekämpfung der Klimaerwärmung unglaubwürdig. Insbesondere sind alle, die in der Nato das Wettrüsten begrüssen oder auch nur stillschweigend gutheissen, verlogen, wenn sie vorgeben, sich für die Menschheit und den Planeten einzusetzen.
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    1. Antwort von Karl Kirchhoff  (Charly)
      Nicht „die Menschheit“ ist für diese Rüstungsspirale verantwortlich. Sondern der Politiker, welcher die Nato-Mitglieder unter Androhung von Strafmassnahmen drängt, Ihre Rüstungsausgaben zu erhöhen. Der Politiker, welcher wie keiner vor ihm, Waffengeschäfte einfädelt. Der Politiker, welcher einen Furz auf Naturschutz und Klimawandel gibt und behauptet, die Chinesen hätten den erfunden. Der Politiker, welchen sie hier wie kein anderer verteidigen, egal wie schwer die Vorwürfe auch sind!
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    2. Antwort von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
      @K.K.: Hat z.B. Frau Merkel seit ihrer Amtsantritt je ein Wort verloren bezüglich des Rüstungswahnsinns, ob zu Zeiten Obamas oder Trump? Hat sie die USA ermahnt, in Europa mehr für den Frieden zu tun statt auf Konfrontation mit Russland zu setzen? Der Wahnsinn findet nicht erst seit DT statt. Er macht aber wenigstens nicht einen auf good guy bzgl. Klimawandel. Das ist verlogen.
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    3. Antwort von kurt trionfini  (kt)
      Herr Bernoulli: Für wie blöd wollen Sie mich verkaufen? Als ob ich nicht mitgekriegt hätte, wer der NATO den Marsch geblasen hat. Als ob der 45. Präsident der USA die NATO nicht zur Erhöhung der Miltitärausgaben gezwungen hätte. Als ob Sie diesen Fakten tatsächlich nicht wahrnehmen können - oder nicht wahr nehmen wollen. Als ob Ihnen die Glaubwürdigkeit weniger wert wäre als ihr Glaube.
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    4. Antwort von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
      @k.t.: Haben Sie mitgekriegt, dass die Gegner Trumps und die, welche ihn sonst immer kritisieren, auch die US-Medien, ihn dafür kritisiert hätten, dass er die Rüstungsspirale befeuert? Ich habe nichts dergleichen mitbekommen. Und die Erneuerung des Atomwaffenarsenals hat Obama beschlossen - wurde er dafür von europäischen Politikern kritisietr? Jedenfalls erreicht DT, dass Viele ob des Wahnsinns aufwachen und sich die Frage stellen, warum ein Verteidigungsbündnis (!) so viel ausgeben muss.
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  • Kommentar von Eva Werle  (Eva Werle)
    Und nach kapitalistischer Logik müssen diese Waffen auch "verbraucht" sprich eingesetzt werden. Sie schreiben, wer am meisten Waffen verkauft, Würde mich in dem Zusammenhang aber mehr interessieren, wer am meisten Waffen kauft.

    Aber am liebsten wüsste ich, wo es einen andern bewohnbaren Planeten mit einer weiterentwickelten Spezies gibt!!!
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  • Kommentar von pedro neumann  (al pedro)
    Wenn man bedenkt, dass jedes der 6 Typhoon-U-Boote der russischen Marine (Projekt 941) das atomare Potential besitzt, einen ganzen Erdteil auslöschen zu können, muss man sich jeden Morgen freuen, dass man überhaupt noch lebt....Ach ja, die Amerikaner haben diese Möglichkeit natürlich auch!
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    1. Antwort von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
      Die Frage ist, welches Land bzw. in welchem Land liebäugeln Geostrategen schon lange damit, mit einem Erstschlag den anderen so weit zu vernichten, dass die Antwort nicht mehr allzu gefährlich wird? Diese Idee eines "erfolgreichen" Erstschlages ist bei US-Geostrategen seit dem 2. WK ein Traum und der Ursprung des atomaren Wettrüsten (die Russen haben mitbekommen, dass in den USA Leute davon Träumten, mit 204 Atombomben Russland in die Knie zu zwingen).
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