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Bundestagswahl in Deutschland Wagenknecht greift die SPD frontal an

Die Oppositionsführerin im Bundestag, Sahra Wagenknecht, auf Konfrontationskurs mit der möglichen Koalitionspartnerin.

Legende: Video Theke: Sahra Wagenknecht abspielen. Laufzeit 8:39 Minuten.
Aus Rundschau vom 13.09.2017.

Kurz vor der Wahl in Deutschland greift die Oppositionsführerin im Bundestag, Sahra Wagenknecht, die mögliche Koalitionspartnerin SPD an. Die Sozialdemokraten hätten jahrelang und bis heute «eine schlechte Politik gemacht», sagt die Fraktionschefin der Linken in der «Rundschau».

«Es kann keine Wechselstimmung aufkommen»

«Die SPD ist unglaubwürdig», kritisiert Wagenknecht in dem Gespräch in Berlin. Die schlechte Politik, die unter dem früheren Kanzler Gerhard Schröder begonnen habe, sei bis heute nicht korrigiert worden. Das Problem sei, dass Angela Merkels Herausforderer Martin Schulz aus einer Mitregierungs-Partei komme. «Die SPD steht für die gleiche Politik wie die Kanzlerin», so Wagenknecht. Da könne in Deutschland keine Wechselstimmung aufkommen.

Der Mindestlohn ist ein Armutslohn.
Autor: Sahra WagenknechtFraktionschefin der Linken

Die Ungleichheit habe in Deutschland «unerträgliche Ausmasse» angenommen, sagt Wagenknecht. Kinder würden in Armut aufwachsen, währenddem es einen «enormen Reichtum» gebe. Darauf hingewiesen, dass von wachsender Armut keine Rede sein könne, weil die Zahl der Hartz IV-Empfänger etwa genauso hoch wie vor einem Jahr sei, antwortet die Fraktionschefin der Linken: «Es gab noch nie so viele Menschen, die unter der Armutsgrenze leben.» Der Mindestlohn sei «ein Armutslohn».

An die Macht – aber nicht mit allen Mitteln

Oppositionsführerin Wagenknecht verneinte vehement, dass ihre Partei mit zu radikalen Forderungen eine Koalition verunmögliche: «Das ist absurd.» Es sei die SPD, die sich verändern müsse, nicht die Linken.

Auf die Frage, ob sie denn nun regieren oder opponieren wolle, meint Wagenknecht: «Wir wollen nur regieren, wenn es Partner gibt, die den Sozialstaat wiederherstellen und aussenpolitisch zurück zu einer Entspannungspolitik wollen.»

Linke wollen zulegen

Sie zeigt sich zuversichtlich, bei der Wahl in 10 Tagen zulegen zu können. Bei der Bundestagswahl vor vier Jahren erreichten die Linken einen Wähleranteil von 8,6 Prozent.

48 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Kirchhoff (Charly)
    Mit einem anderen Namen, hätte die Partei wahrscheinlich bessere Chancen. "Die Rechte" würde wohl auch kaum etwas bewegen. Dieses überflüssige links/rechts, was von vielen gerne strapaziert wird, verschleiert oft die Inhalte einer Partei.
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  • Kommentar von Edwin Schaltegger (Edwin Schaltegger)
    Man sagt ja, "der Schein trügt". Dies ist gerade bei Frau Wagenknecht der Fall. Sie ist eine stramme Linke die am liebsten wieder ein kommunistisches Regierungssystem nach DDR Vorbild in Deutschland einführen möchte. Leider hat das hochgelobte System der Umverteilung bis heute noch nie funktioniert.
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    1. Antwort von Daniel Häberlin (Svensk)
      Da kennen Sie aber Frau Wagenknecht und ihre politische Haltung nicht gut genug. Erstens durfte sie in der DDR nicht studieren, weil sie dem kommunistischen Regime gegenüber zu kritisch eingestellt war. Zweitens bezieht sie sich in einem ihrer Bücher ausdrücklich auf den CDU-Bundeskanzler Ludwig Erhard, der sich seinerzeit für eine soziale(re) Marktwirtschaft stark machte und damit ähnliche Anliegen vertrat wie die heutige Linke.
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    2. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Stimmt nicht ganz Herr Häberlin. Sie hat in Jena und Berlin studiert (Humboldt) später in Groningen den Abschluss gemacht, Über Hegel und Marx. Also Philosophie.
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    3. Antwort von Daniel Häberlin (Svensk)
      Soweit ich weiss, hat sie ihr Studium aber erst nach dem Mauerfall begonnen. Da war die DDR, bzw. das SED-Regime schon längstens dabei, sich aufzulösen. Es ging mir bei meinem Hinweis, dass Frau Wagenknecht in der DDR nicht studieren durfte, einfach darum, aufzuzeigen, dass sie dem Regime offensichtlich ein Dorn im Auge war und dass man ihr unrecht tut, wenn man sie heute als Stalinistin abstempelt.
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    4. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Das finde ich auch Herr Häberlin. Frau Wagenknecht ist Marxistin, ich habe auch schon Kritiken von ihr an kommunistischen Wertevorstellungen gelesen. Vor allem nach dem Manifest und Lenins Einfluss und Änderung verschiedener Marxistischen Theorien. Aber sie hat wirklich nach dem Abitur(Matur) sich in Jena immatrikuliert.
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  • Kommentar von Frank Henchler (Fränki)
    Ich glaube spätestens, wenn sie sich gegen eine Rückführung von schwerst kriminellen Flüchtlingen nach Afghanistan, wegen der Bedrohung dort, ausspricht, werden viele hier ihre Meinung ändern, Das wäre nicht ganz SVP like ;)
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