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Die tieferen ÖV-Preise bringen jedem etwas
Aus HeuteMorgen vom 04.10.2019.
abspielen. Laufzeit 02:25 Minuten.
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Wahlen in Portugal Alle Pendler haben jetzt mehr Geld im Sack

Portugals Regierung hat die Abopreise im öffentlchen Verkehr massiv gesenkt. Das macht sie beliebt – und sorgt für Kritik.

Für Touristinnen und Touristen ist die etwas mehr als einstündige Fahrt vom Vorort Cascais nach Lissabon ein Erlebnis: Die Aussicht auf den Atlantik ist spektakulär. Für die Einheimischen ist sie Alltag. Jeden Tag befördert der Regionalzug Tausende Pendler in die Innenstadt und wieder nach Hause.

Massive Subventionierung des ÖV

Bis vor einem halben Jahr kostete das Billet für diese Strecke monatlich 140 Euro. Jetzt sind es bloss noch 40 Euro. Die Regierung von Premier Antonio Costa hat die Preise des öffentlichen Verkehrs massiv gesenkt. Damit bleibt den betroffenen Pendlern mehr Geld im Portemonnaie, das sie sonst ausgeben können.

Tatsächlich sei diese Massnahme eine der weitreichendsten, die Costa während seiner vierjährigen Amtszeit umgesetzt habe, sagt Pedro Perista. «Sie betrifft jede und jeden.» Der Soziologe hat für die Europäische Kommission einen Bericht über die ÖV-Preissenkung geschrieben.

Kaum bezahlbarer Wohnraum in der Stadt

Seit Jahrzehnten passiere in Lissabon dasselbe, wie in anderen europäischen Städten: Die Stadt habe immer weniger Einwohner. Fast niemand könne es sich noch leisten, innerhalb der Stadtgrenzen zu leben. Im Gegenzug gewinnen die Gemeinden direkt um Lissabon herum laufend an Zuwachs. Das bedeutet längere und teurere Arbeitswege.

Mehr als die Hälfte der Portugiesinnen und Portugiesen verdienen weniger als 900 Euro pro Monat. Ein Monatsabo für 140 Euro ist deshalb eine grosse Belastung für das Budget. Für Familien gibt es neu sogar einen Extra-Rabatt: Ein Paar mit zwei Kindern spart so monatlich bis zu 400 Euro.

Schlauer Schachzug von Premier Costa

Niemand streite ab, dass die Preissenkung sinnvoll sei, sagt Perista. Kritisiert worden sei einzig, dass sie so kurz vor den Wahlen erfolgt sei – dass Costa damit versuche, Wählerinnen und Wähler zu kaufen.

Doch aus Sicht des Soziologen ist das zweitrangig. Man müsse die es mit einem Fussballspiel vergleichen: «Ob du das Tor in der ersten oder in der neunzigsten Minute schiesst, ist egal. Was zählt, ist ob du am Ende gewinnst.»

Dass Costa den «Match» – die Wahlen vom Sonntag – gewinnen wird, stellt in Portugal kaum jemand infrage.

Sendebezug: HeuteMorgen vom 4.10.2019

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