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Wahlkampfthema Migration Spaniens Konservative machen Stimmung gegen Regierung

Immer mehr Migranten versuchen, via Spanien nach Europa zu kommen. Das Thema befeuert den beginnenden Wahlkampf.

Legende: Video Flüchtlingspolitik in Spanien abspielen. Laufzeit 02:10 Minuten.
Aus Tagesschau vom 04.08.2018.

Die neuesten Zahlen des UNO Flüchtlingshilfswerkes UNHCR zeigen, dass Migranten immer mehr via Spanien und nicht mehr via Italien oder Griechenland nach Europa einreisen wollen.

Von Januar bis Juli waren es 23'500 Menschen, die an der spanischen Küste an Land gingen. Das sind gleich viele wie im gesamten Jahr 2017. In Italien waren es 18'500 und in Griechenland 16'000 Menschen.

Karte Mittelmeer.
Legende: Die Migration über das Mittelmeer verschiebt sich von Italien und Griechenland immer mehr nach Spanien. SRF

Aber auch immer mehr Menschen kommen bei der Überfahrt im Mittelmeer ums Leben. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres waren es bereits 1500.

Die Konservative Partei Spaniens (Partido Popular, PP), bis vor Kurzem noch mit Premier Mariano Rajoy an der Macht, nutzt das Thema nun politisch. Es wird Stimmung gemacht gegen die neu regierendes Sozialistische Partei.

Migration als Wahlkampfthema

Pablo Casado, der neue Parteichef der Konservativen Partei (PP) kritisiert die neue Regierung: «Wenn man sagt, dass es Papiere für alle gibt, dass der Wohlfahrtsstaat unbegrenzt ist, dass der Weg nach Europa über Spanien einfacher ist, als über andere europäische Länder, dann verlangen wird verantwortungsvolles Handeln von der Regierung.»

Die steigenden Migrationszahlen an der Strasse von Gibraltar ist Munition der konservativen Opposition gegen die seit zwei Monaten regierenden Sozialisten. Aber Spanien kennt die unkontrollierte Immigration an der Seegrenze zum Mittelmeer seit 30 Jahren.

Neue Umfragen in Spanien zeigen aber, dass immer noch Arbeitslosigkeit und Korruption die wesentlichen Sorgen der Spanier sind – mehr als die Migration.

Doch die Konservativen halten den politischen Druck aufrecht. Sie brauchen für den kommenden Wahlkampf starke Themen. Die Migration an der Mittelmeerküste ist eines davon.

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51 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Müller (HPMüller)
    Charakterloser Wahlkampf auf Kosten der Schwächsten. Die Konservativen waren 6 Jahre an der Macht, 4 Jahre davon mit absoluter Mehrheit. Wenn jetzt die Strukturen fehlen um die problemlos voraussehbare Welle abzufangen dann ist das ganz alleine in deren Verantwortung. Sie waren aber lieber beschäftigt mit Mauscheleien und handfester Korruption um die eigenen Taschen zu füllen. In meinen Augen ein vollständiges Versagen und auch der Grund, warum die Konservativen vor 2 Monaten abgesetzt wurden.
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  • Kommentar von Jürg Brauchli (Rondra)
    Nun fliegt das Ganze einfach auch Spanien um die Ohren.
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  • Kommentar von M. Berger (Mila)
    Die ehemaligen Kolonialherrschaften wie Frankreich, Belgien, Grossbritannien sind wohl das Ziel der Emigranten, je nachdem aus welchem Sprachgebiet sie kommen. Auch bei uns werden einige landen. Wir würden dasselbe tun, wenn wir in ihrer Situation wären. Besser gesagt, viele von uns haben dasselbe getan mit unserer Migration in die neue Welt. - Unsere Urururururur...etc. Vorfahren ebenfalls, als sie sich vor 70'000 Jahren von Afrika aus wegen der damaligen Klimaveränderung auf den Weg machten.
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    1. Antwort von L. Leuenberger (L.L.)
      Seit 2015 erklären uns einige Kommentatoren was Asyl bedeutet und wie man die Flüchtlinge zu behandeln hat. Jetzt gibt man zu, dass es eine Migrationswelle ( Wirtschaftsprobleme, Klimawandel etc) ist, die mit den 10% an Leib und Seele geplagten Kriegsflüchtenden nichts zu tun hat. Wie glaubwürdig ist das Verhalten der EU-Elite, die fast 3 Jahre jeden kritischen Ruf gegen diese grosse Lüge in die falsche Ecke stellten? Brüssel hat dieser Migrationswelle als erster autokratisch undem.zugestimmt.
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    2. Antwort von M. Berger (Mila)
      Herr Leuenberger, ja, die EU hat viele Fehler gemacht und wird sie weiterhin tun. Ob Menschen vor Gewalt oder Hunger flüchten, das Resultat ist dasselbe. Sie möchten überleben, sie nehmen die Gefahren auf sich, für sich selbst und ihre Kinder. Wenn nun über Spanien auch Menschen aus Afrika kommen, hat es vielleicht auch damit zu tun, dass die Europäer ihre Heimat in Beschlag genommen und ausgeplündert hatten zur Zeit des Kolonialismus und sie finden, sie dürften etwas zurückfordern.
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