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Waldbrände in Südwesteuropa Forscher: «Feuer können aus der Luft nicht gelöscht werden»

Länder im Südwesten und Süden Europas kämpfen derzeit gegen schwere Waldbrände. So in Frankreich, Spanien oder auch Italien.

Der Hauptgrund für die grossen Feuer liegt im anhaltenden Trockenstress, dem die Wälder ausgesetzt sind. Wegen der Klimaerwärmung und damit verbunden der längeren und intensiveren Trockenperioden brennen Wälder, aber auch landwirtschaftliche Nutzflächen, schneller und heftiger. Mehr dazu weiss Johann Georg Goldammer: Er ist Feuerökologe und damit ein Experte für Landschaftsbrände und Feuer-Management.

Johann Georg Goldammer

Waldbrandforscher

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Goldammer leitet das Zentrum für Globale Feuerüberwachung und die Arbeitsgruppe Feuerökologie des Max-Planck-Instituts für Chemie und der Universität Freiburg. Er berät Regierungen von Ländern mit hoher Waldbrandgefahr.

SRF: Was unterscheidet die derzeitigen Waldbrände von früheren im Mittelmeerraum?

Johann Georg Goldammer: Wir haben zunehmend lang anhaltende Grosswetterlagen, die uns Trockenheit und auch Hitzewellen bescheren. Wenn diese sich aneinanderreihen, wie wir das in diesem Jahr beobachten, haben wir einen sich verstärkenden Effekt der Austrocknung unserer Kultur- und Naturlandschaften. Dadurch werden sie viel empfindlicher gegenüber Feuer.

Wie löscht man solche grossen Brände?

Wenn man gezielt den Brand mit Wasser bekämpft, dann muss man das aus der Nähe direkt am Flammenherd tun. Der Abwurf von Wasser aus Hubschraubern oder Löschflugzeugen ist nur eine Unterstützung der Bodenkräfte, die dazu führt, dass die Brandsituation etwas abgekühlt wird. Dieser Effekt dauert nur wenige Sekunden bis wenige Minuten. In der Regel können Feuer aus der Luft gar nicht richtig gelöscht werden, sondern es ist dieser Abkühleffekt, der den Einsatzkräften ermöglicht, näher an das Feuer heranzugehen und es am Boden zu löschen.

Innerhalb grosser Waldlandschaften oder Buschland Feuer zu bekämpfen, bedeutet, zu Fuss in das Gelände hineinzugehen

Und wie funktioniert das?

In der Nähe eines Waldweges oder einer Strasse ist es möglich, mit Feuerwehrfahrzeugen und den Schläuchen direkt an die Feuerfront heranzugehen. Innerhalb grosser Waldlandschaften oder Buschland, wie in Südfrankreich oder auf der iberischen Halbinsel, Feuer zu bekämpfen, bedeutet, zu Fuss in das Gelände hineinzugehen, und das ist immer kritisch. Dann benötigen die Feuerwehrkräfte Handgeräte und haben eben nicht mehr die Löschfahrzeuge im Hintergrund.

Wie beurteilen Sie die Gefahren für die Schweiz?

Die Zunahme der Auswirkungen der Klimaerwärmung führt auch dazu, dass Permafrost in den alpinen Hochlagen schmilzt, und so eine zunehmende Instabilität der Bergregionen hinzukommt. In solchen extrem trockenen Sommerlagen trocknen diese Bergwälder sehr viel stärker aus – wie sonst auch in Europa. Wenn wir hier jetzt Brände haben, sprechen wir von einem Effekt, den wir mit dem Begriff der Schwere dieser Feuer bezeichnen.

Was heisst das?

Der Impakt des Feuers geht viel tiefer in das Ökosystem hinein, weil durch dieses lange Austrocknen das brennbare Material, vorwiegend Totholz, ausgeglüht und durch diese lange Verweilzeit auf dem Standort das Feuer sich tiefer in den Boden einbrennt und damit den Wurzelraum von den noch stehenden Bäumen schädigt. Mit dem Klimawandel nehmen zusätzlich auch andere Wetterextreme zu: die Starkniederschläge. Wenn diese direkt nach einem solchen schweren Feuer auf die Bergregionen treffen, haben wir eine grosse Gefahr der Erosion, von Fluten bis hin zu Erdrutschen und Hangrodungen. Das sind Sekundärschäden, die teilweise viel grössere Schäden anrichten.

Info 3, 26.07.2026, 17 Uhr ; 

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