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Der vergessene Erfinder des VW Käfer
Aus 10vor10 vom 10.09.2020.
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Wegbereiter des Kleinwagens Der Jude hinter dem «Volkswagen» der Nationalsozialisten

Der VW Käfer war lange Zeit das meistverkaufte Automobil der Welt, 21.5 Millionen Stück wurden verkauft. Die Entwicklung des «Volkswagens» vorangetrieben haben ab 1934 die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler. Doch die Idee, einen günstigen Kleinwagen für die breite Bevölkerung zu bauen, gab es schon länger, ein wichtiger Pionier war der jüdische Ingenieur und Journalist Josef Ganz (1898-1967).

Zu sehen Josef Ganz.
Legende: Josef Ganz, jüdischer Herkunft, 1898 in Budapest geboren, war ein Pionier bei der Entwicklung von Kleinwagen. josefganz.org

So entwickelte Ganz 1933 den «Standard Superior», der als «deutscher Volkswagen» beworben wurde. Schon vorher baute er Prototypen, 1931 einen Kleinwagen, der «Maikäfer» genannt wurde. Doch seine Leistungen gingen vergessen.

«Gelöscht aus der Geschichte»

Gegen dieses Vergessen kämpft Lorenz Schmid, dessen Grossmutter eine Cousine von Josef Ganz war. Schmid sagt, dass Josef Ganz extrem viel geleistet habe in den 1930er-Jahren in Deutschland. «Doch er ist einfach gelöscht worden aus der Geschichte.» Schmid will, dass die Leute die ganze Geschichte des VW-Käfers kennen.

Zu sehen das VW-Auto, Typ: «Maikäfer»,
Legende: Ganz entwarf unter anderem den sogenannten Maikäfer. Mit diesem Auto schaffte er es sogar in die deutsche «Wochenschau». josefganz.org

Flucht vor den Nazis in die Schweiz

Zu dieser Geschichte gehört, dass 1933 der neue Reichskanzler Adolf Hitler die internationale Automobilausstellung in Berlin besuchte und auch den «Standard Superior» von Josef Ganz besichtigte. Doch verschlechterte sich in der Folge die Situation für den Juden Ganz massiv. Er wird von der Gestapo verhaftet und kommt ins Gefängnis. 1935 flieht Josef Ganz vor den Nazis in die Schweiz und entwickelt hier für die Firma Rapid einen Kleinwagen.

Zu sehen der VW-Typ Standard Superior.
Legende: Ein Standard Superior auf den Strassen Zürichs. Von Ganz entworfen, wurde das Auto von 1933 bis 1935 hergestellt. josefganz.org

Im Deutschen Reich erhält Ferdinand Porsche 1934 den Auftrag, ein günstiges Auto für die breite Bevölkerung zu bauen. Schon bald entstehen Prototypen dieses «Volkswagens», der dann nach dem Zweiten Weltkrieg «Käfer» genannt wird. Lorenz Schmid sagt, dass viele Merkmale, die der VW Käfer hatte, in den von Josef Ganz entwickelten Kleinwagen angelegt waren.

Auch Wolfram Pyta, Professor für Neuere Geschichte an der Universität Stuttgart hält fest, dass Josef Ganz zweifellos ein Pionier der Geschichte der Kleinwagen gewesen sei: «Wenn man gewissermassen eine Ideengeschichte des Kleinwagens schreiben würde, dann würde Josef Ganz ganz vorne stehen. Aber von der blossen Idee, der Propagierung einer Idee bis zur Fertigstellung eines serienreifen Fabrikates ist es noch eine gewaltige Strecke des Weges.»

Zu sehen Josef Ganz in einem Auto in dern Schweiz.
Legende: Ganz in der Schweiz. Nach seiner Flucht aus Nazi-Deutschland arbeitete Ganz als Ingenieur für Rapid in Dietikon. josefganz.org

Diesen Weg konnte Josef Ganz wegen des NS-Regimes nicht gehen und es war ihm nicht möglich, seine Pläne richtig umsetzen. Auch in der Schweiz wurde er angefeindet, wanderte 1951 nach Australien aus. 1967 starb er einsam, krank. Erst Jahrzehnte später begann man, sich wieder an ihn zu erinnern. Jetzt zeigt der Dokumentarfilm «Ganz – How I Lost My Beetle», Link öffnet in einem neuen Fenster seine Geschichte.

10vor10 vom 10.09.2020

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7 Kommentare

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  • Kommentar von jan gmür  (Neutrino)
    Josef Ganz in Ehren. Aber ihn als Erfinder des VW Käfers zu bezeichnen ist sehr weit hergeholt. Ich finde kein einziges Modell von ihm , welches auch nur im entferntesten an einen Käfer erinnert. Eher an einen 2CV
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  • Kommentar von Jaro Bels  (Gotod)
    Josef Ganz war sicher ein guter und mutiger Konstrukteur. Aber mit dem VW Käfer hat er leider gar nichts zu tun gehabt. Der wurde nämlich nach dem Vorbild von Tatra 57 von Herren Hans Ledwinka und Ferdinand Porsche gebaut. Alle Entwürfe dafür stammen aus Hans Ledwinkas Hand. Weiterentwicklung endete dann beim Tatra V570 und Luxuswagen Tatra 77 so wie beim Porsche 356.
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    1. Antwort von Patrick Lohri  (Patrick Lohri)
      Das stimmt eben nicht! Ganz bekam nach dem Krieg sogar ein Angebot bei VW zu arbeiten weil sie genau wussten woher die Grundideen stammten! Und Ferdinand Porsche hatte immer ein Team von Ingenieuren. Er hat nicht viel selber konstruiert und war nicht der geniale Ingenieur wie es immer heisst!
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    2. Antwort von Ernesto Asher Meng  (Ashi Ernesto)
      @Jaro Bels da bin ih mit Ihnen nicht einverstanden.Josef Ganz hat sehr viele Entwürfe gezeichnet und gebaut.Er wäre wenn nicht Jüdisch, sicher der Erfinder geworden. Tatra hat ganz andere Autos gebaut. Erinnere mikh gut,da ih mitte 70 er Jahre viel in der Tshehei beruflich unterwegs war. Gönnen Sie Josef Ganz diese Ehre, da er leider viel mitgemacht hat und verjagt wurde. Werde mih einlesen in den nähsten Tagen und hoffe Ihnen bessere Antworten zu geben.Mein Papa hatte den 1ten Käfer in Müstair
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    3. Antwort von Jaro Bels  (Gotod)
      @ Patrick Lohri es stimmt, aber das hat mit Käfer auch nicht viel zu tun.
      @ Ashi Ernesto. Tatra hat nicht andere Autos gebaut. Luftgekühlter Boxermotor vor der Pendel-Hinterachse, selbsttragende, stromlinienförmige Karosserie und viele andere Patente waren damals sogar revolutionär. Dazu kam, dass auch der Hitler Tatra geliebt hat. Sie können sich einlesen, das ist eine gute Idee. Eine bessere Antwort gibt es aber nicht, Ausser, dass sie noch den Namen Béla Barényi erwähnen würden.
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  • Kommentar von Esther Jordi  (EstherJ.)
    Zuzugeben, dass man Autos mag, ist ja bekanntlich heutzutage schlimmer als eine Sünde. Nichtsdestorotz, wenn ich einen mit liebe gepflegten Käfer sehe, schlägt mein Herz höher.
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