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Wegen Erdbeben-Gefahr Regierung verfügt Fracking-Stopp in Grossbritannien

  • Die britische Regierung setzt das Fracking zur Gewinnung von Schiefergas aus der Erde aus.
  • Grund ist die Gefahr von Erdbeben.
  • Grossbritannien hatte Fracking gefördert, um seine Abhängigkeit von Erdgas-Importen insbesondere aus Norwegen und Katar zu verringern.
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Aus dem Archiv: Fracking – schöner Schein, hässliche Realität
Aus 10vor10 vom 26.11.2014.
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Energieministerin Andrea Leadsom erklärte am Samstag, sie habe auf Grundlage eines Berichts der für die Öl- und Gasförderung zuständigen Aufsichtsbehörde OGA ein Fracking-Moratorium für England verfügt. Die OGA hatte die seismischen Aktivitäten in der Nähe eines Fracking-Gebiets in Preston New Road in der nordwestenglischen Grafschaft Lancashire untersucht.

«Nach der Prüfung des OGA-Berichts (...) ist klar, dass wir weitere inakzeptable Konsequenzen für die örtliche Bevölkerung nicht ausschliessen können», erläuterte Leadsom. Das Fracking-Moratorium gelte mit sofortiger Wirkung. Solange es «keine neuen überzeugenden Beweise» für die Unbedenklichkeit von Fracking gebe, werde die britische Regierung keine neuen Fracking-Projekte bewilligen.

Rohstoffe werden beim Fracking «herausgedrückt»

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Beim Fracking wird eine Mischung aus Wasser, Sand und Chemikalien unter Druck in Gesteinsschichten gepresst, die sehr fein verteiltes Gas oder Öl enthalten, das nicht frei fliessen kann. Die Schichten werden auf diese Weise «aufgebrochen», um die Rohstoffe herauszudrücken.

Grossbritannien hatte Fracking in der Hoffnung gefördert, seine Abhängigkeit von Erdgas-Importen insbesondere aus Norwegen und Katar zu verringern. Die konservative Regierung plante 2016, dass es bis Mitte 2020 insgesamt 20 Förderorte geben könne. Bislang gab es allerdings nur drei Grabungen und mit der Gasförderung wurde noch nicht begonnen.

Das Fracking war in England erst im vergangenen Jahr wiederaufgenommen worden. Zuvor hatte es bereits ein siebenjähriges Moratorium gegeben.

Erdbeben im August bei Bohrprojekt

Nach einem deutlichen Erdbeben im August wurde die einzige noch laufende Fracking-Bohrung bei Preston New Road von dem verantwortlichen Unternehmen Cuadrilla ausgesetzt. Das dortige Gasvorkommen umfasst nach Schätzungen des British Geological Survey bis zu 90 Billionen Kubikmeter und könnte damit Grossbritanniens Gas-Bedarf der nächsten mehr als tausend Jahre decken.

Fracking-Anlage
Legende: Wie hier in Balcombe in West-Sussex (Archivbild von 2013) errichtete das Unternehmen Cuadrilla in Grossbritannien mehrere Fracking-Anlagen. Keystone

Die relativ neue Fördermethode stösst nicht nur bei Umweltschützern, sondern auch bei den Bewohnern in der Umgebung von Fördergebieten auf Kritik. In einem Bericht zu den Staatsausgaben wurde jüngst bemängelt, dass Fracking-Projekte hohe Kosten für die örtlichen Behörden verursachen, weil sie eine Reihe von Protesten mitsamt Verkehrsblockaden nach sich zögen und die Bohrungsstätten von der Polizei geschützt werden müssten.

In Grossbritannien hat gerade der Wahlkampf begonnen. Am 12. Dezember wird ein neues Parlament gewählt.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Dani Keller  (¯\_(ツ)_/¯ ____)
    "Das dortige Gasvorkommen umfasst nach Schätzungen des British Geological Survey bis zu 90 Billionen Kubikmeter und könnte damit Grossbritanniens Gas-Bedarf der nächsten mehr als tausend Jahre decken."
    Das wäre ja ein gigantisches Vorkommen! Ich bezweifle, dass man in 1000 Jahren noch Erdgas braucht. In 50 Jahren hat sich das technologisch wohl erledigt.
    Sofern "eigenes" Erdgas doch noch aus pol.oder wirtschaftlichen Gründen erfoderlich wäre, kann das Fracking Projekt wieder aktiviert werden.
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  • Kommentar von Köbi Leu  (Köbi Löwe)
    Wann endlich kapieren wir Menschen was wir verantwortungsvoll für kommende Generationen tun sollten: Weg von der Plünderung des Planeten hin zur Förderung und Nutzung aller erneuerbaren Energien?
    Das Carbon Zeitalter ist ein Auslaufmodell mit grandioser CO2 Produktion und erfolgter Erderwärmung.
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  • Kommentar von Klaus KREUTER  (SWISSKK)
    Wieso muss Fracking überhaupt sein? Wo sind denn die grossen Investoren die die Methode der ETH Zürich zur Erzeugung von Sprit mit grossen Beträgen fördern und damit Zukunft gestalten. Wo bitte sind die? Das Thema DIESEL hat sich ja erledigt durch die neuen Motoren. Ist nämlich auch ein Beispiel was Forscher so alles machen können.
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