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Welt-Katastrophenbericht Millionen Menschen bekommen nicht die nötige humanitäre Hilfe

Längst nicht alle Menschen in Not bekommen die Unterstützung, die sie benötigen, klagt die Föderation der Rotkreuzgesellschaften. Der Grund ist nicht nur mangelndes Geld.

Legende: Audio Jüngster Welt-Katastrophenbericht klagt an abspielen. Laufzeit 01:58 Minuten.
01:58 min, aus HeuteMorgen vom 31.10.2018.

Zum Beispiel Syrien: Die Mittel für die Nothilfe stünden bereit. Der Wille, zu helfen, wäre vorhanden. Trotzdem können momentan Hunderttausende von notleidenden Menschen nicht erreicht werden. Der Grund: Weil die Regierung ganze Städte, wo hauptsächlich Regimegegner leben, abschnürt. Weil die Not dort seit Jahren als Waffe im Bürgerkrieg eingesetzt wird. Wiederum ist in anderen Konflikten nicht böser Wille im Spiel – vielmehr verhindern Naturereignisse oder Kriegshandlungen den Zugang zu den Opfern.

Ein Flugzeug mit Lebensmittel für Menschen, die humantiäre Hilfe benötigen.
Legende: In Millionen von Fällen erhalten Menschen, die akut Not leiden, nicht die nötige humanitäre Hilfe, die sie benötigen. Reuters/Archiv

Natürlich spielt Geld auch eine Rolle, beziehungsweise der Mangel an Geldern, vor allem in langwierigen politischen Konflikten. Aber es gehe eben nicht nur ums Finanzielle, sagt Eljadj As Sy, der Generalsekretär der Rotkreuzgesellschaften, in denen sich 17 Millionen freiwillige Helfer in 190 Ländern engagieren.

Oft fehlen grundlegende Informationen

Gewiss ist es ein Problem, dass nach UNO-Nothilfeaufrufen im Schnitt nur gut 50 Prozent der benötigten Mittel tatsächlich fliessen. Aber es geht auch darum, dass in manchen Katastrophen- und Kriegssituationen schlicht die grundlegenden Informationen fehlen, wie viele Menschen wo genau welche Hilfe benötigen. Das erschwert die Logistik, die entscheidend ist für Erfolg oder Misserfolg von Nothilfeoperationen. Am Aufbau entsprechender Datenbanken wird nun gearbeitet.

Dazu kommt: Es mangelt sehr oft an sozialen und kulturellen Kenntnissen über die Bevölkerung in Krisengebieten. Doch um wirksam zu helfen und Vertrauen zwischen Helfern und Opfern zu schaffen, wären sie entscheidend. Dass das Rote Kreuz, welches fast überall in der Welt mit nationalen und lokalen Organisationen vertreten ist, dafür plädiert, vermehrt auf Akteure vor Ort zu setzen, lässt sich auch mit Eigeninteresse erklären.

Wissen vor Ort nicht optimal genutzt?

Unabhängig davon hat das Argument einiges für sich. Tatsächlich erstaunt es, dass von der internationalen humanitären Hilfe lediglich 2,9 Prozent zu lokalen Organisationen mit Ortskenntnissen fliessen. Das deutet zumindest darauf hin, dass vorhandenes Wissen vor Ort nicht optimal genutzt wird.

Die Nothilfe in Krisensituationen liesse sich also durchaus noch effizienter gestalten. Und mehr Menschen könnten besser, und zwar aufgrund ihrer tatsächlichen Bedürfnisse geholfen werden.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Dölf Meier (Meier Dölf)
    Es ist auch zu beachten, dass in der westlichen Welt vorwiegend christliche/humanitäre Lebensauffassungen bestehen, im Islam kennt man die Nächstenliebe nicht. Das IKR ist eine gute Einrichtung, ist jedoch unfähig Milliarden Menschen unter widrigsten Umständen zu helfen.
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    1. Antwort von Christina Stucky (CStucky)
      Lieber Herr Meier, das ist eine sehr westlich-voreingenommene Sicht - und stimmt leider nicht. Einer der 5 Pfeiler des Islam ist die Unterstützung von Bedürftigen. Sehen Sie wie die muslimische Gemeinschaft in den USA auf die Ermordung der Menschen in der Synagoge in Pittsburgh reagiert hat: 150'000 USD für die Opfer hat sie gesammelt, weil es im Koran heisst, das Böse solle mit dem Guten abgewehrt werden. Ich bin übrigens nicht Konvertitin, ich lese viel, um mir ein Bild der Welt zu machen.
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    2. Antwort von Christina Stucky (CStucky)
      Übrigens, diese "Unfähigkeit", die Sie ansprechen, hat v.a. damit zu tun, dass Länder Geld versprechen, aber nicht immer auch auszahlen. Das IKRK leistet gute, wichtige Arbeit und hat weltweit einen guten Ruf, der auch der Schweiz zugute kommt, weil das IKRK hier ihren Sitz hat
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    3. Antwort von kurt trionfini (kt)
      Herr Meier: Wikipedia => fünf Pfeiler des Islam => Zakat.
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  • Kommentar von Dölf Meier (Meier Dölf)
    Neun Gruppierungen bekriegten sich in Syrien und sind für einen Billionenschaden verantwortlilch. Am brutalsten wütete die IS im Namen eines fundamentalen Islam. Nun hat Kriegsherr Putin gefordert, dass Europa sich am Wiederaufbau beteiligt. Die UNO hat bereits einen Vertrag im Köcher, Menschen aus allen Nationen mit Familiennachzug aufzunehmen. Wir werden sehen, ob der menschliche Verstand oder der Teufel mit seinem Chaos stärker sein wird.
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    1. Antwort von martin blättler (bruggegumper)
      Der Teufel trägt Burka und und Pluderhosen und hat eine Allergie gegen Arbeit.
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  • Kommentar von Samuel Müller (Samuel Müller)
    Millionen? Milliarden! Und jährlich produzieren sie 80 Mio. Nachwuchs! Das ist das Hauptproblem unserer Welt! Und das Dilemma: Wenn wir helfen explodiert die Weltbevölkerung noch schneller, die Meere werden noch schneller verschmutzt weil sie nicht mit der Zivilisation umgehen können, ect. ect. Wenn wir nicht helfen sind wir Unmenschen. Oder nicht? Ausweglos?
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    1. Antwort von Christina Stucky (CStucky)
      Die Umweltverschmutzer sind wir, aus den reichen, "entwickelten" Ländern mit unserem Konsum und Flugreisen. Ärmere Menschen haben meist mehr Kinder, weil einige von ihnen sterben (wie es auch bei uns der Fall war im 18./19. Jahrhundert). Unter den Menschen, die vor Krieg fliehen, sind viele Menschen aus der Mittelschicht und die haben weniger Kinder. Mehr Bildung, mehr Wohlstand, mehr Frieden=weniger Kinder. Lesen Sie Hans Roslings Buch "Factfulness" und Ihnen gehen die Augen auf.
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    2. Antwort von kurt trionfini (kt)
      Herr Müller: Viele Kinder= Familiär abgefederte Altersvorsorge. Wenig Kinder = Verlässliche Einkommensverhältnisse / funktionierende (staatliche) Altersrente.
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    3. Antwort von Karl Kirchhoff (Charly)
      Es gibt auch Christen und Juden mit einer Schar von Kindern, obwohl die für die Altersvorsorge nicht nötig wären, wie oft in den ärmeren Ländern. Nur mal von der Leyen (7) oder Trump (5) als Beispiel.
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