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International Wenig Gemeinsamkeiten zwischen Obama und den Golfstaaten

Das Gipfeltreffen sollte das abgekühlte Verhältnis der USA zu den arabischen Verbündeten verbessern. Doch auch nach den Gesprächen mit den Staatschefs am Persischen Golf bleiben die Differenzen gross.

Legende: Video Barack Obama besucht als erster US-Präsident einen Golf-Gipfel abspielen. Laufzeit 3:31 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.04.2016.

Am Gipfeltreffen mit den Staatschefs des Golfkooperationsrates (GCC) hat Präsident Barack Obama den Staaten am Persischen Golf die Verbundenheit der USA zugesagt. Zu mehr reichte die gemeinsame Basis nicht.

Für Obama sind die USA und ihre arabischen Verbündeten im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vereint, wie er in der saudischen Hauptstadt Riad sagte. Im Konflikt um den richtigen Umgang mit dem Iran kamen sich die USA und die Golfländer jedoch kaum näher.

Obama sprach von einem «sehr erfolgreichen» Gipfel mit den Golf-Staatschefs. König Salman erklärte, Saudi-Arabien und die anderen GCC-Staaten fühlten sich der Entwicklung der historischen Beziehungen zu den USA verpflichtet.

Legende: Video SRF-Korrespondent Pascal Weber zum Verhältnis USA - Golfstaaten abspielen. Laufzeit 1:38 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.04.2016.

SRF-Nahost-Korrespondent Pascal Weber betont, dass sich beide Seiten zwar brauchen, aber nicht wirklich verstehen. Obama sei es deshalb kaum gelungen, das durch die Annäherung an Iran zerschlagene Geschirr zu kitten. Die Golfstaaten hätten dies von Obama aber auch gar nicht mehr erwartet. «Sie warten nun auf seinen Nachfolger», sagt Weber.

Atomabkommen als Zankapfel

Das traditionell gute Verhältnis der USA mit Saudi-Arabien und den anderen sunnitisch beherrschten Golf-Monarchien hatte sich im Streit um den Umgang mit dem Iran deutlich abgekühlt. Vor allem das saudische Königshaus sieht den schiitischen Iran als Erzrivalen und wirft ihm vor, den Terrorismus in der Region zu unterstützen. Die arabischen Golfländer lehnen deshalb das Atomabkommen mit Teheran ab.

Obama räumte ein, dass es - wie auch mit den anderen Verbündeten - Differenzen mit den Golfstaaten gebe. Der Gipfel habe sicherstellen wollen, dass beide Seiten eine gemeinsame Vision für Stabilität und Frieden im Nahen Osten teilten.

Differenzen bleiben

In einer Region mit so vielen Konflikten sei ein dauerhafter Dialog nötig. «Das ist ein Teil dessen, was wir erreichen konnten», kommentierte Obama seinen Besuch.

Doch die Differenzen bleiben gross. Laut SRF-Korrespondent Weber haben die Golfmonarchen vor allem Angst vor zwei Dingen: Vor einem erstarkenden Iran und vor der eigenen Jugend, die Jobs brauchen und eine offenere Gesellschaft verlangen. Im zweiten Punkt verlangten die Golfstaaten von den USA zumindest Nichteinmischung. Obama sehe beides teilweise anders.

5 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Washington wird von immer mehr Seiten genötigt, die fehlenden Seiten des Abschlussberichtes zu 9/11 herauszugeben. Darin sollen Verbindungen zwischen dem Terrorakt und Saudi-Arabien offengelegt werden.. Saudi-Arabien hat derweil gedroht, für 750 Milliarden Dollar US-Staatsanleihen zu verkaufen... Da ist Feuer im Dach!
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  • Kommentar von B. Häfeli (xxx)
    US Präsident Obama bemüht sich um ein gutes Verhältnis zum Saud- Regime in Riad - ist ja logisch, denn beide Staaten haben Gemeinsamkeiten wie: Überbordenden Konsum, enormen Energieverbrauch (hauptsächlich fossile Energie), starke Aufrüstung und natürlich die Todesstrafe!
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  • Kommentar von Susanne Lüscher (Lol)
    So gross sind die Differenzen doch gar nicht. Man bedenke nur an das ohrenbetäubende Schweigen der USA, Europas und deren Medien, was die Saudis tagtäglich in Jemen anstellen. Oder die Rolle der Saudis was Syrien anbelangt - geschweigen denn, was auf den 28 Seiten steht, die von den USA nie veröffentlicht worden sind, was die Rolle der Saudis mit 9/11 zu tun hatten. Ich spreche bewusst von Europa, da die Schweiz zu Europa gehört und leider auch Waffen an gewisse Länder liefert.
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