Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Wegen Dürre und Verschuldung häufen sich in Indien Suizide unter Bauern abspielen. Laufzeit 02:32 Minuten.
02:32 min, aus HeuteMorgen vom 11.06.2019.
Inhalt

Wenn die Ernte ausbleibt Dürre treibt indische Bauern in den Suizid

Letztes Jahr haben sich allein im indischen Gliedstaat Maharashtra über 2700 Bauern das Leben genommen. Der Grund: Die Dürre.

Was fruchtbare Erde sein sollte, gleicht einer Mondlandschaft. Grosse Erdbrocken zerfallen zu Staub, sobald man auf sie tritt. Die Granatäpfel hängen zwar noch an den ausgedörrten Stauden, doch ihre schwarze, ledrige Schale verrät; die Früchte sind ausgetrocknet.

Verdorrte Granatapfelbäume
Legende: Die Granatäpfel von Bauer Ravindra Yamagar sind völlig ausgedörrt. SRF/Gutersohn

Der Monsun dauert in Maharashtra von Mitte Juni bis August, doch die Wasserreservoire der Bauern vermag er nur bis zur Hälfte zu füllen. Das reiche für drei bis vier Monate, danach wachse nichts mehr.

Die letzten zwei Jahre hatten wir praktisch keinen Regen.
Autor: Ravindra YamagarBauer

Der schlechte Regen in den letzten Jahren brachte viele Bauern zur Verzweiflung. Millionen haben ihre Felder verlassen und versuchen in den Städten Arbeit zu finden. Wer bleibt, verschuldet sich beim Kauf von Saatgut und Düngemittel.

Ernteausfall treibt Bauern in die Schulden

Ohne Ernte, können die Bauern ihre Schulden nicht zurückbezahlen, so wie der Vater von Bao Sahib. 5 Lakh, umgerechnet etwa 7000 Franken, betrugen die Schulden des Bauers. Zu viel, so dass er sich mit Düngemittel vergiftete und sich das Leben nahm. Er war einer von etwa 2700 in Maharashtra. Landesweit nehmen sich im Schnitt 15'000 Bauern das Leben, jedes Jahr.

Sein Sohn Bao Sahib versucht nun den Hof weiter zu führen, doch das sei schwierig, die Schulden erdrückend. Etwa 1400 Franken hat die Familie als Kompensation für den Verlust erhalten, doch reicht das nicht.

Schuldenerlass – ein Tropfen auf den heissen Stein

Bao versucht nebenher in einem Geschäft noch ein paar Rupien zu verdienen, seine verwitwete Mutter bittet die Regierung von Maharashtra um Schuldenerlass. Letztes Jahr wurden knapp 60'000 Bauern in Maharashtra die Schulden erlassen. Das hilft kurzfristig, doch schon dieses Jahr haben viele von ihnen wieder neue Schulden gemacht, um Saatgut zu kaufen.

Wenn der Regen erneut ausfällt, droht ihnen wieder die Schuldenfalle. Letztes Jahr versuchten Forscher künstlichen Regen zu schaffen, indem sie Silberiode und Eis in die Wolken schossen. Erfolgreich waren sie damit nicht. Jetzt, in den Wochen vor dem Monsun können die Bauern nicht mehr als hoffen, dass dieses Jahr der Regen gut ausfallen wird.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

24 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    2tens, da gibt es Bloger die sagen was die Bauern tun sollen.. das ist wie jemandem das Essen wegnehmen und dann erklaeren wie er Messer und Gabel benuetzen soll... Diese Bauern wissen sehr wohl was es braucht.. und weise Sprueche helfen nichts.. es ist zweifelhaft ob ueberhaupt noch etwas hilft.. ausser Regen, langer anhaltender feiner Regen.. aber es ist halt so, wenn es wieder mal regnen sollte kommen Fluten.. und die Erde geht auch noch weg.. negativ... nein realistisch!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      "Diese Bauern wissen sehr wohl was es braucht" Da unterschätzen Sie, Herr Nanni, aber die Macht und Methoden der Agrarmulits aber gewaltig. Es grenzt zum Teil oder oft an Nötigungen ....
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    Die Welt verkommt zu einer Wueste.... und das ist wegen dem vomMenschen verursachten Klimawandel.. Wo die Erde austrocknet hat es kein Wasser mehr.. Wasser das verdunstet.. und einerseits abkuehlt, andernseits in der Athmosphaere wieder Wolken bildet und wieder abregnet.. und so der Erde wieder das Notwendige zV stellt.. Wenn das lokal ist istes reversibel, aber so grosse Landstriche.. Das ist ein Problem.. und so hat es auch Einfluss auf zB Heuschreckenplagen ..alles haengt zusammen..
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Gerne erwähne ich hier: 70% der Resourcen benötigt die industrielle agrochemische Produktioneweise um 30% der Welternährung bereitzustellen. Die herkömmlichen lokalen und kleinbetrieblichen Landwirtschaften hingegen prouzieren zirka 70% der Weltnahrung und benötigen dazu 30% der Resourcen. Das sollten wir wirklich mal zur Kenntnis nehmen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
      Richtig.. zK nehmen.. passieren tut nichts und beim Thema Einschraenkung.. zB Geburtenkontrolle... ist man absolut dagegen.. Die Anderen sollen.. mein Bisschen schadet doch nicht etc... Am allerschlimmsten, ich weis und bin...nicht besser als alle Anderen...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Reto Derungs  (rede)
      Es wäre noch nett, wenn Sie angeben, aus welcher Quelle Sie diese Informationen haben. Gemäss der Welternährungsorganisation (FAO) ist es genau umgekehrt. Kleinbäuerliche, lokale Strukturen beanspruchen 60 % der Nutzflächen. Aufgrund der Strukturen (Wassermangel, zuwenig Dünger, Wissensmangel, kein geeignetes Saatgut etc.) produzieren sie aber nur einen Bruchteil der Weltnahrung.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      ... gute infos zur weltweiten Landwirtschaft, gibt es auf der etcgroup com Site, Herr Derungs. Vielleicht kommt ja dieser Hinweis durch....
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Reto Derungs  (rede)
      @antigone kunz: Ja, die Website ist durchgekommen. Scheint mir eher so etwas sektenartiges zu sein. Ihre Zahlen kommen in etwa hin. Leider gibt die Autorin des Beitrages (die Mexikanerin Veronic Villa) auch keine Quellenangaben an, was natürlich misstrauisch macht. Und so lange das so ist halte ich mich an die Aussagen der FAO.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    5. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      .... schon etwas über den Daumen gepeilt, Herr Derungs, meinen Sie nicht ihr Urteil.... Die machen seriöse Arbeit und orientieren sich an der FAO und der UNCTAD ....
      Ablehnen den Kommentar ablehnen