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Ein Boot voller Leute
Legende: «Nicht willkommen!» Kein Land in Südostasien will die Tausenden auf dem Meer treibenden Flüchtlinge aufnehmen. Keystone
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International Wer sind die Menschenhändler von Südostasien?

Tausende Flüchtlinge treiben zurzeit in den Gewässern Südostasiens. Mithilfe von Schleppern wollten sie in ein neues, besseres Leben aufbrechen. Menschenschmuggler in Asien sind ad hoc organisiert – im Gegensatz zu Afrika, sagt die UNO.

Könnte man in den Kopf eines Schleppers schauen; was würde man dort sehen? Grausamkeit? Not? Opportunismus? Ainsley Stinson vom UNO-Büro für Drogen und Kriminalität weiss auf solche Fragen selbstverständlich keine Antwort. Sie hält sich an die Fakten. Und die lauten: Die Zahl jener Menschen in Südostasien, die sich in die Hände von Schleppern begeben haben, hat in den letzten Monaten signifikant zugenommen.

Das hat selbst sie, die sich seit zwei Jahren mit dem Thema beschäftigt, überrascht. Wer davon profitiert, sind die Schlepper, die Menschenschmuggler. Sie hätten oft die gleiche Nationalität, wie jene, die sie schmuggelten, sagt Stinson.

Ad hoc Schmuggler

Bangladeshi schmuggeln also Bangladeshi, Burmesen schmuggeln Burmesen und so weiter. Kämen die Boote an Land, übernähmen dann wieder Einheimische: Thailänder in Thailand, Indonesier in Indonesien. Die Schmuggler seien aber nicht in grossen internationalen Netzwerken organisiert, sondern agierten eher in Ad-hoc-Gruppen. Anders also als in Nordafrika, wo hinter den kleinen Schleppern mafiöse Strukturen vermutet werden.

Das könnten Freunde sein oder ganze Familien, die sich dann auch diverse Aufgaben teilten. Zum Beispiel gebe es Rekrutierer, die in den Dörfern die Menschen anwerben. Andere wiederum seien zuständig für die Boote, etwa als Steuermann.

Vom Flüchtigen zum Menschenhändler

Es ist ein Geschäft, das lukrativ ist. Mehrere hundert oder gar mehrere Tausend Dollar zahlen die Flüchtlinge, je nachdem, auf welche Weise sie ihr Land verlassen. Rund zwei Milliarden Dollar pro Jahr, so schätzt das UN-Büro für Drogen und Kriminalität, werde mit Menschenschmuggel allein in Asien umgesetzt.

Viele die ins Schleppergeschäft einstiegen, so sagt Stinson, hätten nicht zwingend auch eine kriminelle Vergangenheit. Sie sähen darin einfach eine Möglichkeit, Geld zu verdienen. Und nicht selten sind es Menschen, die selbst einmal ihr Land verlassen wollten – aus Armut oder aus politischen Gründen mithilfe von Schleppern – und sind am Ende dann selber zu Menschenhändlern geworden.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Peter Stadler , Münchwilen
    Menschenhandel - das klingt nach einem Relikt aus vergangenen Tagen. Tatsächlich scheint das Geschäft mit der Handelsware Mensch nach mehr denn je zu boomen. Die Flüchtlinge wurden offenbar erstochen, erhängt oder über Bord geworfen. Bevor sie die Flüchtlnge sich selbst überließen, haben sie deren Boot repariert und Lebensmittel, Wasser und Treibstoff an Bord gebracht. Welch trauriges Schicksal. Keine Regung von Menschlichkeit. Das haben die auf dem Mittelmeer mehr Glück.