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International WHO: Auch Gesunde sollen Medikamente gegen HIV nehmen

Im Kampf gegen HIV beschreitet die Weltgesundheitsorganisation WHO neue Wege: Zum ersten Mal empfiehlt sie Risikogruppen, die präventive Einnahme von Medikamenten zu erwägen. Laut der Eidgenössischen Fachstelle für sexuelle Gesundheit ist diese Massnahme für die Schweiz aber ungeeignet.

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WHO empfiehlt Medikamente zur Aids-Prävention
05:04 min, aus Echo der Zeit vom 14.07.2014.
abspielen. Laufzeit 05:04 Minuten.

Die von der WHO empfohlenen Medikamente werden seit längerem in der Behandlung von HIV-Infizierten eingesetzt – mit grossem Erfolg. Die sogenannten antiretroviralen Wirkstoffe hindern das HI-Virus daran, sich im Körper zu vermehren. So können HIV-Infizierte heute ein weitgehend normales Leben führen.

Nun sollen diese Medikamente Menschen vor einer Ansteckung schützen – quasi als Pille davor, statt als Pille danach. Die Empfehlung , Link öffnet in einem neuen Fenstergelte für Risikogruppen wie Homosexuelle, Prostituierte oder Drogensüchtige, sagt Gottfried Hirnschall, Direktor der HIV-Abteilung bei der WHO. Diese sollten «in Erwägung ziehen, als zusätzliche Massnahme antiretrovirale Substanzen zu nehmen, da diese das Infektionsrisiko signifikant reduzieren».

Für die Schweiz ungeeignet

Dass bei einer Einnahme von antiretroviralen Medikamenten das Infektions-Risiko bei ungeschütztem Sex sinkt, haben mehrere Studien in den letzten Jahren gezeigt. Darum sollen sich nun auch gesunde Menschen damit vor HIV schützen können, wenn sie sich riskant verhalten.

Das zuständige Expertengremium beim Bund, die Eidgenössische Kommission für Sexuelle Gesundheit, hat diese Form von Prophylaxe schon öfters diskutiert – und abgelehnt. «Wir kamen immer wieder zum Schluss, dass wir diese Behandlung für die Schweiz im Moment nicht für die richtige Massnahme halten», sagt ihr Präsident, der Infektiologe Pietro Vernazza.

Behandlungskosten sind zu hoch

Das Problem: Das Medikament kostet 900 Franken pro Monat. Wenn in der Schweiz von 10'000 potenziell gefährdeten Männern die Hälfte mit dem Medikament behandelt werden müsste, würde dies rund 60 Millionen Franken pro Jahr kosten, rechnet Vernazza vor.

Wir sind klar der Meinung, dass die hohen Kosten für diese Behandlung nicht von der Allgemeinheit getragen werden dürfen.
Autor: Pietro VernazzaPräsident der Eidgenössischen Kommission für Sexuelle Gesundheit

Dazu kommen die Nebenwirkungen. Allgemein sei das Medikament zwar gut verträglich, sagt Bernard Hirschel, HIV-Spezialist vom Universitätsspital Genf. Es könne allerdings zu Übelkeit, Gewichtsverlust und Müdigkeit führen, in seltenen Fällen sogar zu Nierenproblemen und Knochenschwund.

Ziel: Restrisiko minimieren

Auch die WHO ist sich der Nebenwirkungen bewusst. Sie weiss aber auch: Kondome allein werden es wahrscheinlich nicht richten. Denn viele Menschen benutzen beim Sex nun einmal keine Präservative. «Wir leben nicht in einer perfekten Welt. Wir müssen versuchen, die Restrisiken zu minimieren, das ist der Ansatz hier», sagt Hirnschall von der WHO.

Ganz nach dem Motto: Wenn schon kein Kondom, dann immerhin die Pille. Deshalb will sich die WHO auch dafür einsetzen, dass die Krankenkassen die Kosten für die Medikamente tragen. In der Schweiz dürfte sie damit auf Widerstand stossen. «Wir sind klar der Meinung, dass die hohen Kosten für diese Behandlung nicht von der Allgemeinheit getragen werden darf», sagt Vernazza von der Eidgenössischen Kommission für Sexuelle Gesundheit.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von robi koch , bern
    ich bin absolut stinkesauer so etwas lesen und hören zu müssen. normalerweise trage ich ja die meinung still, aber in der öffentlichkeit, meine homo-beziehung mit meinem partner zu leben. nur nicht auffallen und das thema homosexualität nicht immer wieder in der öffentlichkeit anspielen. dann lese ich heute diese "who-lobby-idee". dazu kann ich nur sagen, dass es auch homo-beziehungen gibt, die monogam geführt werden. so wie ich und mein freund es tun. amen
    1. Antwort von Resi Weber , Lausanne
      Robi Koch, kann verstehen, dass Sie stinkesauer sind. Ich auch, aber nicht aus dem gleichen Grund wie Sie. Ich kann Sie nur ermuntern, Ihr Leben zu leben und glücklich zu sein. Liebe ist Liebe und hat nichts mit Alter, Geschlecht, Hautfarbe, Arm, Reich, usw. zu tun
  • Kommentar von Verena Eberhard , 5722 Gränichen
    Die Schweiz ist eine Hochburg für die Prostitution und die Schweizer Männer sind sicher weltweit die grössten Verbraucher. Also sollten vor allem in der Schweiz Männer sich für die Präventation gegen HIV entscheiden. Deshalb bleiben Schweizer Frauen lieber allein, als sich mit irgendwelchen Krankheiten anzustecken.
  • Kommentar von Franz NANNI , Nelspruit SA
    Ich finde das gut... die Risikogruppen sollen das machen koennen... allerdings aus der eigenen Boerse!!! und nicht via "dem Volk"... Der armen Pharma tuts gut und den Apoheken auch. Aber wie gesagt, aus dem eigenen Portemonnaie ...... weil, es heisst niemand die Risikogruppen , RISIKEN einzugehen, das ist ganz einfach FREIER WILLE und steht unter EIGENVERANTWORTUNG und "SELBSTBEHALT 100%!!!!
    1. Antwort von resi weber , Lausanne
      Herr Nanni, und wer bezahlt nach Ihrer Meinung die Nebenwirkungen? Weder die Medizin noch die Pharma werden anerkennen, dass Nebenwirkungen die Folgen dieser HIV-Vorbehandlung sind. Zudem erhalten die Risikogruppen einen freien Pass mit der Meinung sie seien geschützt.