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International Wie funktioniert eine Wasserstoffbombe?

Mit dem ersten Test einer Wasserstoffbombe hätte die Atomwaffenentwicklung in Nordkorea eine neue Dimension erreicht. Denn die Wasserstoffbombe ist die gefährlichste bekannte Nuklearwaffe.

Legende: Video «Die Detonation der ersten Wasserstoffbombe» abspielen. Laufzeit 0:35 Minuten.
Vom 20.03.2015.
Die erste getestete Wasserstoffbombe detoniert.
Legende: Am 1. November 1952 zündeten die USA auf einem Atoll der Marshall-Inseln die erste Wasserstoffbombe. Keystone

Die Wasserstoffbombe gehört wie die Atombombe zu den Kernwaffen. Ihre Energie entsteht also, wenn Atomkerne miteinander reagieren. Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied: In einer klassischen Atombombe – meist mit radioaktivem Uran oder Plutonium hergestellt – werden Atomkerne gespalten. Durch diese Spaltung werden Teilchen freigesetzt, die weitere Atomkerne spalten. Es entsteht eine Kettenreaktion. Und das setzt grosse Energien in Form von Hitze, Druck und Strahlung frei.

Gleich heiss wie in der Sonne

In einer Wasserstoffbombe passiert gerade das Umgekehrte: Diese Bombe setzt Energie durch eine unkontrollierte Kern-Verschmelzung oder -Fusion frei. Und zwar verschmelzen bestimmte Typen von Wasserstoff-Atomen, Deuterium und Tritium genannt. Dabei entstehen Helium-Atome.

Es läuft also bei der Explosion einer Wasserstoffbombe der gleiche Prozess ab, wie er ständig im Innern der Sonne abläuft. Diese energieerzeugende Kernfusion kommt allerdings nur bei gigantisch hohen Temperaturen von mehreren Millionen Grad zustande. Darum wird die Wasserstoffbombe jeweils kombiniert mit einer Atombombe, die als Zünder dient. Für eine Millionstel Sekunde wird es so in einer Wasserstoffbombe gleich heiss wie in der Sonne.

Und diese Bombe setzt wie die Sonne gigantische Mengen an Energie frei, wie sich beim ersten Wasserstoffbomben-Test der USA auf dem Bikini-Atoll im Pazifik zeigte. Jene Explosion war rund 1000 Mal stärker als die der Atombombe von Hiroshima. Der radioaktive Niederschlag, den jene Wasserstoffbombe auslöste, regnete noch 160 Kilometer entfernt auf Fischer und Inselbewohner herab. Viele von ihnen erlitten schwere Verbrennungen und Langzeitfolgen wie Krebs und Leber- oder Blutstörungen.

4 Kommentare

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  • Kommentar von c jaschko (politically correct player)
    "Viele von ihnen erlitten schwere Verbrennungen und Langzeitfolgen wie Krebs und Leber- oder Blutstörungen." Ich nehme an die wurden duch die USA dann in die besten Krankenhäuser eingeliefert und mit Millionen von Dollar entschädigt :-) Wir leben doch in einer Demokratischen Welt und die USA mit Bruder Staat Deutschland im Europa sind doch die Vorreiter der Demokratie :-) Deutschland hat auch alle und jeden zu 100% entschädigt für all die Schäden damals verursacht :-)
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Dazu hat Einstein gesagt: Der nächste Krieg wird wieder mit Steinen geführt .
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    1. Antwort von Franz NANNI (Aetti)
      Der gute alte Einstein... hat wohl nicht recht!!! Es muesste ja noch jemand da sein der einen Stein in die Hand nehmen koennte.. und so wie unsere Welt verschludert wird, wird ein Atomkrieg dannzumal alles Leben vertilgen.. denke ich..
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    2. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Ich glaube auch, hier hat sich Einstein geirrt. Steine wird es in grossen Mengen geben, aber Menschen?
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