Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Inhalt

Wikileaks-Gründer gefoltert «Assange zeigt alle Symptome eines psychologischen Traumas»

Der UNO-Sonderberichterstatter Nils Melzer sagt, dass Assange über Jahre hinweg psychologischer Folter ausgesetzt war.

Wikileaks-Gründer Julian Assange ist nach Ansicht von UNO-Sonderberichterstatter Nils Melzer über Jahre hinweg psychologischer Folter ausgesetzt worden. Assange weise alle entsprechenden Symptome auf, «dazu gehören extremer Stress, chronische Angst und ein schweres psychologisches Trauma», sagte der Sonderberichterstatter zum Thema Folter laut einer Mitteilung.

Nils Melzer

Nils Melzer

UNO-Sonderberichterstatter

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Der Schweizer Jurist Nils Melzer ist seit dem 1. November 2016 UNO-Sonderberichterstatter über Folter. Als solcher hat er Zugang zu allen Haftanstalten in den Nationen, die den Vereinten Nationen angehören und das Völkerrecht anerkennen. Er berichtet über die beobachteten Vorfälle.

«Es ist offensichtlich, dass die Gesundheit von Herrn Assange ernsthaft durch das extrem feindselige und willkürliche Umfeld der vergangenen Jahre beeinträchtigt wurde», so Melzer.

Legende: Video Aus dem Archiv: Schweden ermittelt wieder gegen Assange abspielen. Laufzeit 01:06 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.05.2019.

Melzer hatte Assange am 9. Mai gemeinsam mit Medizinern in einem Gefängnis in London besucht. Assange ist in Grossbritannien wegen Verstosses gegen Kautionsauflagen zu 50 Wochen Haft verurteilt worden.

Er war am 11. April von der britischen Polizei in der Botschaft Ecuadors in London festgenommen worden, nachdem das südamerikanische Land das politische Asyl aufgehoben hatte. Assange war 2012 in die diplomatische Vertretung geflüchtet. Damals lag gegen ihn ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor.

Das mutmassliche Opfer will Gerechtigkeit

Die USA werfen Assange Verschwörung mit der Whistleblowerin Chelsea Manning vor und haben offiziell einen Auslieferungsantrag gestellt. Assange soll sich mit Manning verbündet haben, um ein Passwort eines Computernetzwerks der Regierung zu knacken. Manning hatte Wikileaks 2010 – damals noch als Bradley Manning – Hunderttausende geheime Militärdokumente zukommen lassen.

In Schweden hatte die Staatsanwaltschaft im Mai 2017 ihre Ermittlungen eingestellt. Die Anwältin der Frau, die Assange beschuldigt, verlangt aber die Wiederaufnahme. Inzwischen hat die schwedische Staatsanwaltschaft einen neuen Haftbefehl gegen den 47-jährigen Assange beantragt.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

16 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Frank Neuner  (cicero)
    50 Wochen Gefängnis nach der frei gewählten Isolation in der Botschaft ist viel zu streng. Assange ist an seiner misslichen Lage aber nicht unschuldig. Von einem ehemaligen wikileaks Mitstreiter und Autor ist bekannt, dass Assange ein Nerd mit mit unangenehmen wenig rücksichtsvollen Charakter ist. So hat ihn der Richter ungehörig aber zutreffend als Narzisst beschimft. Die Schwedin Anna A. hatte er zum Sex gedrängt, womit sie einverstanden war, jedoch nicht damit, dass er das Kondom zerstörte.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Urs Stotz  (Urs Stotz)
    Die verächtlichen Kommentatoren, die verächtlich über Assange höhnen, sollten sich einmal fragen, wie ausgewogen sie informiert sind und auf welche Seite sie sich stellen. Wikileaks des Gründers Assange ist eine Plattform, die alle Informationen ohne Filter veröffentlicht. Dumm halt wenn so schlimmste Kriegsverbrechen, oder korrupte Handlungen von beispielsweise Politikern wie Clinton veröffentlicht werden. Was gegen Assange abläuft steht unter dem Motto: Töte den Boten!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hanspeter Müller  (HPMüller)
    Assange hat sich in die US-Wahlen eingemischt und so Trump zur Wahl verholfen. Dass ihn in den USA kein rechtsstaatlich korrektes Verfahren erwartet wegen den Leaks dürfte klar sein. Dass er als Mitwisser von der aktuellen Führungsriege aber Mundtot gemacht werden soll, da ist er selber schuld. In solchen Positionen hat man immer das Risiko zum Spielball der Mächte zu werden. Dem haben sich andere besser entzogen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen