Wissenschaftler untersuchen Arafats Leichnam

Experten haben Proben der sterblichen Überreste Jassir Arafats entnommen, um sie auf Giftspuren zu untersuchen. Seit dessen Tod kursieren Gerüchte, wonach dieser vergiftet worden sei. Die Analyse könnte Monate dauern.

Palästinenser halten ein Plakat des früheren Palästinenserführers Jassir Arafat hoch. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Verehrung einer Ikone – der frühere Palästinenserführer starb 2004 im Alter von 75 Jahren aus noch ungeklärten Gründen. reuters

Arbeiter entfernten Teile der blauen Plastikplanen, mit denen der Mausoleumskomplex in Ramallah im Westjordanland vor neugierigen Blicken geschützt worden war. Das Mausoleum selbst war weiter verhängt.

Unbestätigten Berichten zufolge wurde der Leichnam nicht aus der Gruft in vier Metern Tiefe unter dem Mausoleum herausgeholt. Stattdessen stiegen die Experten in den kleinen, etwa 1,5 Meter hohen Raum. Deshalb sei auch keine offizielle Wiederbeisetzung notwendig, wie dies zunächst erwartet worden war.

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Gerüchte ranken sich um den Tod des Palästinenserführers

3:45 min, aus 10vor10 vom 14.11.2012

Schweizer fanden radioaktive Spuren

Viele Palästinenser halten die Untersuchung für überflüssig, weil sie ohnehin überzeugt sind, dass Arafat vom Erzfeind Israel vergiftet wurde. Israel hat das stets bestritten. Der Mordverdacht hatte sich noch verstärkt, als Schweizer Experten im Juli an der Wäsche Arafats Spuren der radioaktiven Substanz Polonium-210 fanden.

Vor Ort arbeiten drei Teams: Neben den Schweizern sind Franzosen dabei, nachdem Arafats Witwe Suha Anzeige wegen Mordes in Frankreich erstattet hatte. Auf Bitten der Palästinensischen Autonomiebehörde wurden zudem auch russische Experten hinzugezogen.