Zum Inhalt springen

Header

Video
Prozess gegen Wulff
Aus Tagesschau vom 14.11.2013.
abspielen
Inhalt

International Wulff beteuert vor Gericht seine Unschuld

Der deutsche Ex-Bundespräsident Christian Wulff hat am ersten Tag im Korruptionsprozess die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Er sprach zudem von einseitigen Ermittlungen. Es ist das erste Mal, dass sich ein Ex-Staatsoberhaupt Deutschlands vor einem Gericht verantworten muss.

Der erste Verhandlungstag im Korruptionsprozess gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff in Hannover ist beendet: Wulff wies dabei alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück.

Er sei zu keiner Zeit korrupt gewesen, betonte er in einer langen Erklärung vor Gericht in Hannover. Vielmehr habe er stets auf eine strikte Trennung zwischen Berufs- und Privatleben geachtet.

Zugleich kritisierte er die Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen seien einseitig gewesen. Der Vorwurf, er habe sich durch Gefälligkeiten beeinflussen lassen, sei «eine Farce». «Ich möchte, dass Recht gesprochen wird.»

Keinen Vorteil erhalten

Wulff gestand ein, er habe zwar 2008 bei Siemens-Chef Peter Löscher für das Filmprojekt «John Rabe» geworben, das sein Freund David Groenewold finanziert habe. Das habe er aber getan, weil ihm das Thema und der heldenhafte Einsatz von Rabe in der Zeit des Nationalsozialismus beeindruckt hätten.

Groenewold habe von seinem Verhalten keinen Vorteil gehabt. Der Brief an Siemens sei nicht von ihm persönlich erstellt worden. «Ich habe Tausende solcher Briefe in meiner Zeit als Ministerpräsident verschickt», sagte Wulff und unterstrich die enge persönliche Bindung an den Filmproduzenten. «David Groenewold ist mein Freund», betonte er.

Audio
Christian Wulff kämpft um seine Ehre
02:37 min, aus Rendez-vous vom 14.11.2013.
abspielen. Laufzeit 02:37 Minuten.

Die ersten Berichte über Vergünstigungen für den früheren CDU-Politiker kamen im Dezember 2011 auf. Als die Liste der Vorwürfe immer länger wurde, beantragte die Staatsanwaltschaft Hannover die Aufhebung der Immunität Wulffs. Das führte einen Tag später zu seinem Rücktritt als Bundespräsident. Das war im Februar 2012. Wulff hatte das Amt als seinerzeit jüngster Bundespräsident erst am 1. Juli 2010 angetreten.

Im Zuge der Untersuchungen der Justiz stellte sich heraus: Fast alle Vorwürfe waren strafrechtlich bedeutungslos. Ermittelt wurde unter anderem wegen der Ferien Wulffs. So residierte er auch in Auslands-Immobilien von ihm bekannten Unternehmern. Hinzu kommen günstige Kredite für seinen Hauskauf und sowie ein kostenloser Flug-Upgrades.

Angeklagt ist Wulff jetzt noch wegen rund 700 Euro, die Groenewold für ihn bezahlt haben soll, als Wulff 2008 mit seiner Frau das Münchner Oktoberfest besuchte. Deswegen wird auch Groenewold wegen Vorteilsgewährung mit angeklagt.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Harald Girschweiler , 9500 Wil SG
    Die Causa Wulff zeigt klar auf: 1. Politik ist ein schmutziges Geschäft! Die (ver-)öffntlich(t)e Meinung kann ohne klare Belege und Beweise kann jemanden gesellschaftlich u. moralisch demontieren und vernichten. Dass sich die Staatsanwaltschaft der Sache annehmen musste, ist ja schon nachzuvollziehen, aber aus der Konsequenz werden sich viele politisch interessierte Personen bei der Frage eines politischen Engagements 2 x überlegen, ob sie sich das antun wollen u. sollen.
  • Kommentar von K.D.Waldeck , Bellinzona
    Anstatt jetzt noch eine Menge Geld für den Prozess auzugeben wäre es an der Zeit das sich die Staatsanwaltschaft entschuldigt und den Prozess wegen Bedeutungslosigkeit einstellt. Bedauerlich das sich die Obrigkeit durch die Schlammschlacht der Medien gegen Herrn Wulf zur Anklage verleiten liess. Es wäre sinnvoll dort einen Teil der bisherigen Prozesskosten zurückzufordern.
  • Kommentar von kari huber , surin
    Der Berg hat eine Maus geboren. Auch typisch für unser Justizsystem. Nachdem jemand publizistisch hingerichtet wurde, verfolgt man ihn jetzt für € 750.--. Dass sich da niemand schämt?