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Historische Festung auf Haiti Massenpanik: Mindestens 30 Todesopfer bei Unesco-Weltkulturerbe

  • Auf Haiti sind mindestens 30 Menschen aufgrund einer Massenpanik beim Besuch der Zitadelle Laferrière, einer historischen Festung, ums Leben gekommen.
  • Auslöser des Andrangs war ein Treffen junger Menschen in der Zitadelle, das über die Sozialen Medien beworben worden war.

Aussergewöhnlich viele Besucher seien am Samstag an der Zitadelle Laferrière in der Gemeinde Milot im Norden Haitis zusammengekommen, berichtete die Tagezeitung «Le Nouvelliste». Die Zitadelle gehört zum Unesco-Weltkulturerbe.

Menschenmenge vor historischer Steinmauer in bergiger Landschaft.
Legende: Ein Bild, das die Zeitung publiziert hat, zeigt die vielen Besuchenden rund um die Zitadelle Laferrière. Screenshot Le Nouveliste

30 Menschen sind bei der Zitadelle gestorben. «Die Mehrheit von ihnen starb durch Erstickung», sagte der Bürgermeister von Milot laut Medienberichten. Unter den Opfern seien viele Jugendliche und Kinder, berichtete das Blatt. Die Panik sei ausgebrochen, als starker Regen einsetzte und sich die dicht gedrängte Menge in Bewegung setzte. Zahlreiche Menschen seien niedergetrampelt worden, vor allem an den engen Zugängen der historischen Anlage.

Starker Andrang nach Influencer-Aufruf

Auslöser des Andrangs war ein Treffen junger Menschen an der Festung, das über soziale Medien beworben worden war. Das Treffen wurde über die Plattform Tiktok von einem Influencer verbreitet, der Transport, Getränke und ein Unterhaltungsprogramm ankündigte. Viele Teilnehmer seien bereits ab den frühen Morgenstunden zur Zitadelle geströmt.

Der Influencer selbst wies eine Verantwortung für das Unglück zurück. «Ich habe nichts mit dem zu tun, was passiert ist», zitierte ihn das Portal «AyiboPost». Er habe sich bereits auf dem Rückweg befunden, als er von den Ereignissen erfahren habe.

Ein grosses, fensterloses Gebäude aus Stein mit einem Eingang
Legende: Die Zitadelle Laferrière auf Haiti ist ein Weltkulturerbe der Unesco. Dieses Bild stammt aus dem Jahr 2024. REUTERS/Ricardo Arduengo

Nach Medienangaben verschärfte sich die Lage, weil zeitweise Menschen gleichzeitig in die Anlage hinein- und hinausdrängten. Nur ein Zugangstor sei geöffnet gewesen, was zu starkem Gedränge geführt habe. Kurz darauf sei es zu Rangeleien und einer Massenpanik gekommen.

In den sozialen Medien verbreitete Videos sollen dicht gedrängte Menschen in engen, tunnelartigen Gängen der Festung zeigen. Darauf sind zahlreiche junge Besucher zu sehen, die sich nur langsam vorwärts bewegen können.

Regierung ruft zur Ruhe auf

Die Regierung von Ministerpräsident Alix Didier Fils-Aimé habe mit tiefer Bestürzung von dem «tragischen Vorfall» erfahren, heisst es in einer Mitteilung.

Alle zuständigen Behörden seien mobilisiert und befänden sich in höchster Alarmbereitschaft, um den Betroffenen und ihren Angehörigen unverzüglich die notwendige Hilfe zukommen zu lassen. Die Regierung rief die Bevölkerung während der Ermittlungen zu Ruhe auf.

Die Zitadelle Laferrière gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Die von ehemaligen Sklaven errichtete Festung gilt als Symbol des Freiheitskampfes gegen die französische Kolonialherrschaft.

SRF 4 News, 12.4.2026, 10 Uhr ; 

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