Zum Inhalt springen

Zu viele Touristen Chile schränkt Zugang zur Osterinsel ein

Legende: Video Chile schränkt Zugang zur Osterinsel ein abspielen. Laufzeit 00:41 Minuten.
Aus SRF News vom 02.08.2018.

Moai heissen die kolossalen Steinstatuen auf der Osterinsel. Die hunderte Jahre alten Figuren gehören zu den Hauptsehenswürdigkeiten auf dem Eiland im südöstlichen Pazifik. Und sie locken jedes Jahr etwa 120'000 Touristen an. Zum Vergleich: Einwohner zählt die Insel, die zu Chile gehört, nur rund 8000.

Chiles Präsident Sebastián Piñera hat nun Massnahmen angekündigt. Die maximale Aufenthaltsdauer von Touristen auf der Insel soll beschränkt werden, und hinreisen darf nur noch, wer eine Einladung von einem Bewohner erhalten hat, wie unser Korrespondent Ulrich Achermann in Chile erläutert.

Ulrich Achermann

Ulrich Achermann

Südamerika-Korrespondent, SRF

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Ulrich Achermann ist seit 2003 SRF-Korrespondent und berichtet über alle Länder Südamerikas. Er lebt in Santiago de Chile.

SRF News: Was macht den Zauber dieser Insel aus für Sie?

Ulrich Achermann: Das Spezielle hat damit zu tun, dass es mit der Osterinsel mitten in Lateinamerika ein Stück Südsee und authentische Südsee-Kultur gibt. Die Menschen, die dort leben, und ihre Sprache, erinnern viel mehr an Tahiti als an Lateinamerika.

Moai in einer Reihe, davor ein Tourist.
Legende: Die vielen Touristen ziehen auch immer mehr Leute an, die sich auf der Osterinsel ansiedeln und damit die dortige Umwelt mitbelasten. Reuters

Welche Schäden richten die Touristen auf der Osterinsel an?

In den Sommermonaten halten sich ständig rund 15'000 Reisende auf der Osterinsel auf. Das gibt Probleme mit der Umwelt, das Abfallmanagement ist nicht so, wie es sein sollte und der Autoverkehr nimmt stetig zu.

Touristen sind demnach nicht das einzige Problem der Insel?

Nein. Bei den von der chilenischen Regierung verfügten Beschränkung geht es vor allem auch darum, die Niederlassungsfreiheit einzuschränken. Auswärtige können sich künftig nicht mehr so leicht auf der Osterinsel ansiedeln, wie das bisher der Fall war. Zu viele Lateinamerikaner sind in den vergangenen Jahren auf die Insel gezogen, weil sich dort mit den Touristen gutes Geld machen lässt.

Das Gespräch führte Ivana Pribakovic.

Legende: Die Osterinsel gehört politisch zu Chile, liegt aber rund 2200 Kilometer westlich des Kontinents im Südpazifik. srf

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.