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International Zugunglück von Bad Aibling: «Ein furchtbares Einzelversagen»

Das schwere Zugunglück im bayrischen Bad Aibling geht wohl auf menschliches Versagen zurück. Nach Angaben der Ermittler liess der Fahrdienstleiter die beiden Züge auf die eingleisige Strecke einfahren. Er soll dabei nicht vorsätzlich gehandelt haben.

Legende: Video Unglücksursache: Menschliches Versagen abspielen. Laufzeit 1:06 Minuten.
Aus Tagesschau vom 16.02.2016.

Das Zugunglück im bayrischen Bad Aibling geht nach Angaben der Ermittler auf menschliches Versagen zurück. Gegen den Fahrdienstleiter sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Die beiden Nahverkehrszüge waren vor einer Woche bei Bad Aibling frontal zusammengestossen. Elf Menschen kamen ums Leben. Mehr als 80 Insassen wurden verletzt, viele von ihnen schwer.

Fahrdienstleiter hat inzwischen ausgesagt

Der Fahrdienstleiter hatte beide Züge auf der eingleisigen Strecke passieren lassen. Er habe sich nach anfänglicher Aussageverweigerung inzwischen ausführlich geäussert, sagte der leitende Oberstaatsanwalt. Zum Inhalt der Vernehmungen machte er keine Angaben.

«Was wir momentan haben, ist ein furchtbares Einzelversagen», so die Ermittler. Gegen den 39-jährigen Mann mit mehrjähriger Berufserfahrung sei bereits kurz nach dem Unglück ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet worden.

«Hätte er sich regelgemäss verhalten, wäre es nicht zum Zusammenstoss gekommen», so der leitende Oberstaatsanwalt. Er habe aber nicht vorsätzlich gehandelt. Als der Mann seinen Fehler bemerkte, habe er noch einen Notruf abgesetzt. «Aber der ging ins Leere.»

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Technische, computergesteuerte Systeme können sich verselbständigen und letztendlich auch versagen. Drum sind menschliche Eingriffe in die Sicherheitssysteme vorgesehen, was Fehlerquellen möglich macht. Obwohl eines der dichtestbesiedelten Länder der Welt, ist Deutschland eines der risikoärmsten. Ein Leben völlig ohne Risiko wird es aber nie geben.
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  • Kommentar von Hans König (Hans König)
    Ein solches Sicherheitssystem ist unbrauchbar, wenn ein Fahrdienstleiter zwei Züge gegeneinander fahren lassen kann. Logisch wäre, wenn ein Signal auf "Grün" steht, sollte das Gegensignal nicht auch auf "Grün" geschaltet werden können. Spätestens beim Überfahren des Gegensignals sollte ein Bremsvorgang eingeleitet werden.
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    1. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      Ihre Argumentation geht ins Leere, wenn man das elektronische Sicherheitssystem ausgeschaltet hat, was nicht so einfach zu bewerkstelligen ist, dann will man ja, dass der Mensch die Steuerung übernimmt. Ungeklärt ist, warum der Fahrdienstleiter auf Handsteuerung umgestellt hat, was wichtig für die Experten ist, um zu überlegen, ob das System noch verbessert werden kann.
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  • Kommentar von André Piquerez (Nemesis1988)
    es gab doch ein Sicherungssystem. Wie kann es denn sein dass das einfach so umgangen wird. Es scheint dass das Notbremssystem nicht funktioniert, ich meine Menschen machen eher Fehler als Computer und wenn einer die Notbremsung einfach so abschalten kann, das kanns doch nicht sein...die Lokomotivführer hätten doch ein Warnsignal erhalten müssen dass sie frontal aufeinander zufahren wenn das System funktioniert hätte...
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