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Zwischenwahlen in den USA «Geld für eine Mauer? Kann er vergessen»

Ein Experte über die Wirtschaftspolitik, die Donald Trump vom neuen Parlament zu erwarten hat.

Donald Trump hält ein Plakat und schaut sehr entschlossen
Legende: Trump will an der Grenze zu Mexiko eine Mauer bauen. Dass das neue Parlament ihm dafür Geld gibt, ist unwahrscheinlich. Keystone

Das Szenario, das nun eingetroffen ist, wurde weitherum erwartet. Und so haben die Finanz-Märkte heute nur wenig reagiert, in Europa und auch in der Schweiz steigen die Kurse leicht an.

Die meisten Experten sind sich einig, dass es nun zwar keine weiteren Steuersenkungen geben wird, dass aber die letzte grosse Steuerreform in Kraft bleibt, die den Unternehmen massive Entlastungen brachte.

Wird Infrastruktur nun endlich angepackt?

Das sieht auch Martin Naville so, der Leiter der Handelskammer Schweiz-USA und Berater der Grossbank Morgan Stanley.

Positiv sieht er, dass sich beide Parteien für die Modernisierung der Infrastruktur einsetzen wollen:

«In den ersten zwei Jahren wurde das nicht angepackt auf nationaler Ebene. Die Modernisierung wäre eine positive Entwicklung für die Wirtschaft, aber auch für die Gesellschaft.»

Nun bestehe Hoffnung, dass es klappen könnte. Ansonsten aber dürfte es im neuen Parlament schwieriger werden, sich auf ein Budget zu einigen.

Noch tut es im Portemonnaie nicht weh

Für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko werde Präsident Trump kein Geld bekommen: «Die berühmte Mauer ­– das kann er vergessen. Dafür kriegt er sicher kein Budget, danach kann er noch lange verlangen.»

In der Handelspolitik hingegen werde der Präsident seinen Kurs weiterführen. Gerade gegenüber China werde er im Streit um die Zölle hart bleiben, erwartet Wirtschaftsvertreter Naville. Denn:

«Diese ganze Wirtschaftspolitik hat noch nicht richtig wehgetan im Portemonnaie. Wenn die Leute sich den Fernseher oder den Kühlschrank nicht mehr leisten könnten, dann wird man sehen, wie lang die Unterstützung noch anhält.»

Fürs erste aber habe der Präsident für seine Handels- und Wirtschaftspolitik nach wie vor die Unterstützung der republikanischen Wähler.

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27 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Als Vertreter eine Grossbank sieht Naville die Sache natürlich etwas anders: Viele US-Fonds verdienen mit Investitionen in China (und anderen Billiglohnländern) enorm viel Geld, dies zu Lasten der Jobs in den USA. Also ist das schon heikel, da zwar viele Jobs verloren gehen, dafür aber die Geldanlangen (u.a. Renten) profitabel sind. Doch man kann nun mal nicht die ganze Industrie auslagern und nur noch vom Verwalten von Geldern und Konsum leben. Trump setzt den Hebel schon an richtigen Ort an.
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Die Verantwortung über die Infrastruktur liegt zum grossen Teil und zuerst bei den Bundesstaaten und sicher nicht beim US-Präsidenten. So ist die Infrastruktur gerade in den zumeist demokratisch wählenden Staaten wie New York oder Kalifornien schlecht, weil diese Staaten zwar enorm hohe Steuern, aber trotzdem kein Geld haben, sprich: typisch links regiert sind. Wie mitte-links-regierte Kanton der Schweiz, die dauernd nach Bundesbeiträgen lechzen.
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  • Kommentar von Benedikt Walchli (Benedikt Walchli)
    Er braucht das Geld für die Mauer gar nicht, denn er löst das Problem momentan mit dem Militär!
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Ein inszenierter Show-Down soll da stattfinden an der Grenze, so viel ist mal sicher. Das man diese auch noch auf dem Buckel der Kinder macht, spricht Bände.
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