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Bericht in Fachmagazin Jede zehnte Frau erlebt eine Fehlgeburt

  • Weltweit werden jedes Jahr rund 23 Millionen Fehlgeburten gezählt.
  • Eine von sieben Schwangerschaften endet demnach mit einer Fehlgeburt, und jede zehnte Frau hat mindestens eine Fehlgeburt erlitten, schreibt ein internationales Expertenteam im Fachmagazin «The Lancet», Link öffnet in einem neuen Fenster.
  • Die Experten gehen zudem von einer hohen Zahl von Fehlgeburten aus, die nicht gemeldet werden. Sie fordern bessere Unterstützung.
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Aus dem Archiv: Tabuthema Totgeburt – Eltern erzählen
Aus Puls vom 27.01.2020.
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Heruntergerechnet auf die Minute passierten rund «44 Fehlgeburten», heisst es im Bericht. Das Phänomen sei «viel zu lange heruntergespielt und oft nicht ernst genommen worden», kritisieren die 31 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die die Daten in drei Studien zusammentrugen, die für den Bericht zusammengefasst wurden.

«Es reicht nicht mehr, den Frauen einfach zu sagen: Versucht es weiter», erklären sie im Vorwort. Vor allem in psychologischer Hinsicht müsse es mehr Unterstützung für die Betroffenen geben.

Risikofaktoren: Alter, Alkohol, Stress

Als Faktoren, die das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen, gelten unter anderem genetische Veränderungen beim Fötus, das Alter der Mutter und, in geringerem Masse, das Alter des Vaters, starkes Über- oder Untergewicht, Alkohol, Tabak, Stress, Nachtarbeit sowie Luftverschmutzung oder Pestizide im Umfeld der Schwangeren.

«Auch wenn eine Fehlgeburt in den meisten Fällen nur einmal erlebt wird, bräuchte ein erheblicher Teil der Bevölkerung Behandlung und Unterstützung», erklärt Siobhan Quenby von der Universität Warwick, eine der Autorinnen des Berichts im «Lancet». Stattdessen herrsche weiter Schweigen, nicht nur bei betroffenen Frauen, sondern auch beim medizinischen Personal, den politischen Entscheidungsträgern und bei der Forschungsfinanzierung.

Psychologische Hilfe empfohlen

Die Verfasser des Berichts empfehlen ein Mindestmass an Hilfe für die Betroffenen, vor allem psychologische Hilfe für das Paar und Beratung vor weiteren Schwangerschaften. Frauen, die mehrere Fehlgeburten erlitten haben, müsse umfassender geholfen werden.

In den vergangenen Monaten hatten das Model Chrissy Teigen und die Ehefrau von Prinz Harry, Meghan Markle, über ihre Fehlgeburten berichtet. Organisationen, die sich um Betroffene kümmern, hatten den Tabubruch begrüsst.

SRF 4 News, 27.4.2021, 4:00 Uhr;

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Anita Mannhart  (lupus)
    Wetten dass nicht alle Leute wissen, was eine Fehlgeburt im wissenschaftlichen Sinne genau ist. Es gibt normal Geburten, Totgeburten, Fehlgeburten, Zangengeburten, usw. Die meisten kann sich vorstellen ausser bei der Fehlgeburt nicht. Vielleicht könnte man das in einem nächsten Artikel mal genau erklären. Danke
  • Kommentar von Dan Fritsche  (Danfrisch)
    Ist meiner Frau und mir leider bei der 2. SS auch passiert und wir haben gemerkt, dass es einige Paare im Freundeskreis gibt, denen dies auch passierte. Erst als wir unseren Verlust aktiv angesprochen hatten wurde uns das bewusst. Mein Fazit, das Thema gehört enttabuisiert. Viele scheinen wohl zu denken, dass sei ein Eingestehen eines Fehlers und wollen nicht darüber sprechen.
  • Kommentar von Manuela Brunner  (Bale)
    Die Forderung nach Betreuung nach einer Fehlgeburt ist absolut legitim. Ich hatte zwei Fehlgeburten und kann bestätigen, dass darüber bei der Ärztin noch im Spital gross geredet wurde. „Das passiert vielen Frauen“ und „Versuchen Sie es weiter“ - diese Sprüche sind Realität. Ich und mein Mann wurden alleine gelassen, gerade so, als hätten wir kein Recht auf Trauer; das Kind hat ja noch nicht richtig gelebt. Wir haben dann unsere eigene kleine Trauerzeromonie abgehalten. Hilfe geht anders.