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Legende: Video Hält der Damm? abspielen. Laufzeit 01:01 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.08.2019.
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Drohender Dammbruch Neue, schwere Regenfälle erwartet

  • In einem dramatischen Wettlauf gegen Zeit und Wetter versuchen Helfer in dem Städtchen Whaley Bridge im Norden Englands, einen drohenden Dammbruch zu verhindern.
  • Neue, schwere Regenfälle werden angekündigt, die die Situation verschärfen könnten.
  • Am Samstag waren 55 Häuser evakuiert worden. Bereits zuvor mussten rund 1500 Einwohner ihre Häuser verlassen.
Karte.
Legende: SRF

Einsatzkräften war es zwar gelungen, bis Sonntagnachmittag mehr als ein Drittel des Wassers in dem beschädigten Toddbrook Reservoir abzupumpen. Doch sagten Meteorologen wieder hohe Niederschlagsmengen für die Region voraus, die alle Bemühungen zunichtemachen könnten. Experten rechneten mit einer immensen Zerstörung, sollte der Damm brechen.

Mehr als 1500 Einwohner des Städtchens Whaley Bridge südöstlich von Manchester waren in den vergangenen Tagen in Sicherheit gebracht worden. Weitere 55 Häuser mussten angesichts der schlechten Wetterprognose noch am Samstagabend evakuiert werden. Alle Betroffenen durften zunächst für kurze Zeit Haustiere, Medikamente und andere persönliche Gegenstände aus den Gebäuden holen. Am Sonntag wurde aber auch dies angesichts der Lebensgefahr verboten.

In zwei Tage so viel Regen wie in eineinhalb Monaten

Einsatzkräfte versuchten verzweifelt, die Struktur des beschädigten Bauwerks aus dem 19. Jahrhundert zu stützen und den Wasserstand weiter zu senken. «Die Ingenieure sind sehr beunruhigt», sagte Feuerwehrchef Terry McDermott. In der Grafschaft Derbyshire hatte es in den Tagen zuvor ungewöhnlich stark geregnet. Binnen 48 Stunden gab es so viel Niederschlag wie sonst in eineinhalb Monaten.

Premierminister Boris Johnson versuchte, den Einwohnern Mut zu machen. «Notfallhelfer, Ingenieure und Angehörige der Royal Air Force arbeiten rund um die Uhr, um den Damm zu reparieren», sagte er bei seinem Besuch am Freitag.

In der Kleinstadt wurden Sorgen laut: «Sollte der Damm brechen, wäre wahrscheinlich der ganze Ort weg», sagte ein Mann der Zeitung «Derbyshire Telegraph».

Strasse in ein Dorf. Sie ist abgesperrt. Auf einem Schild steht: Road Closed.
Legende: Wie eine Geisterstadt: Die Zufahrt nach Whaley Bridge ist gesperrt, 1500 Einwohner evakuiert. Keystone

«Ich lebe hier schon seit 45 Jahren, aber so etwas habe ich noch nie gesehen. Dass wir so in Gefahr geraten könnten, habe ich auch nicht gedacht», sagte eine Frau der Nachrichtenagentur PA. Teile des Ortes seien «wie eine Geisterstadt», berichtete ein Einheimischer der BBC.

Warnungen ernst nehmen

Feuerwehren setzten Hochleistungspumpen ein, um den Pegel im Reservoir zu senken. Nach Johnsons Worten müsse der Pegel um acht Meter reduziert werden. «Da haben sie (die Helfer) noch Einiges vor sich.» Der Premier wies die Bevölkerung an, die Warnungen und Anweisungen der Behörden zu befolgen. Denn sollte der Damm brechen, sei immense Zerstörung zu erwarten.

Der Pegelstand des Flusses River Goyt könne schnell steigen, sollte Wasser aus dem Staudamm austreten, teilte die Umweltbehörde mit. Experten befürchteten, dass ein beschädigter Überlauf endgültig einbrechen und «massive Überflutungen» auslösen könne. Immerhin enthalte das um 1830 gebaute Reservoir rund 1.3 Millionen Tonnen Wasser. Die jährliche Inspektion fand nach Angaben der Binnenwasser-Verwaltung im November statt.

Legende: Video Bilder aus der Luft (ohne Ton) abspielen. Laufzeit 01:42 Minuten.
Aus News-Clip vom 03.08.2019.
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3 Kommentare

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  • Kommentar von Benedikt Jorns  (Benedikt Jorns)
    Am 9. Okt. 1963 rutschte in Norditalien eine Flanke des Monte Toc ab. 260 Millionen Kubikmeter Gestein stürzten in den Vajont-Stausee. Die Erde bebte, ohrenbetäubender Lärm dröhnte durch das Tal, und die vom Bergrutsch ausgelöste Welle von 50 Millionen Kubikmeter Wasser wurde 150 Meter hoch gerissen. 25 Millionen Tonnen Wasser, etwa ein Sechstel des Stauvolumens, schwappten über die Dammkrone. Das Dorf Longarone wurde komplett zerstört. Bei der Katastrophe starben etwa 2000 Menschen.
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    1. Antwort von Benedikt Jorns  (Benedikt Jorns)
      Bergrutsche sind als Folge der Klimaerwärmung auch bei uns in der Schweiz eine zunehmende Gefahr. Es müssen deshalb nicht nur die Staudämme sondern auch die Steilhänge von gut ausgebildeten Fachleuten vermehrt kontrolliert und eingeschätzt werden. Zum Glück werden auch die Kernkraftwerke in der Schweiz gut kontrolliert. Eine erforderliche Evakuierung wie in Fukushima über mehrere Jahre kann jedoch erst bei den heute in Bau stehenden Kernkraftwerken der neusten Generation ausgeschlossen werden.
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    2. Antwort von Alex Kramer  (Kaspar)
      Man hat im Vorfeld des Baus der Vajont-Staumauer darauf hingewiesen, dass der von Wasser gesättigte Hang wegen der Geologie ins Rutschen geraten könnte. Wochen bevor der Hang schliesslich abrutschte, taten sich Risse in der Erde auf.
      Noch nicht so lange her ist der Erdrutsch von Cleuson -Dixence im Wallis im Jahr 2000. Wegen einer fehlerhaften Schweissnaht gelangte Wasser in das Gestein, welches abgelöst wurde und abrutschte:
      https://www.nzz.ch/cleuson-dixence_prozess-1.536221
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