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Helfer finden in Brasilien immer mehr Tote im Schlamm
Aus Tagesschau vom 28.01.2019.
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Dammbruch in Brasilien Ursache des Dammbruchs noch nicht geklärt

Konsequenzen aus dem verheerenden Unglück wird man wohl keine ziehen. Die Konzerne sind als Steuerzahler zu wichtig.

Das Unglück: Am Freitag ist in einer Eisenerzmine des brasilianischen Bergbaukonzerns Vale in Brumadinho der Damm eines Rückhaltebeckens gebrochen. Eine Schlammlawine verschüttete mindestens 58 Menschen, rund 200 werden noch vermisst. Die Bergungsarbeiten mussten zeitweise unterbrochen werden, weil die Gefahr bestand, dass ein weiterer Damm brechen könnte. Diese Gefahr konnte in der Zwischenzeit gebannt werden.

Karte von Brasilien
Legende: Das Unglück ereignete sich in Brumadinho im Bundesstaat Minas Gerais. Es ist das zweite dieser Art. SRF

Ursache des Dammbruchs: «Warum genau der Damm dieses Rückhaltebeckens geborsten ist, weiss man noch nicht», sagt SRF-Südamerikakorrespondent Ulrich Achermann. Die Staumauern werden periodisch überprüft. Das letzte Mal wurde dieser Damm Ende letzten Jahres überprüft, und zwar vom Tüv, von einer deutschen technischen Prüforganisation. «Bei der Tüv-Kontrolle wurde nichts Ungewöhnliches entdeckt», sagt Achermann. Laut dem Bergbaukonzern wurde dieses Becken seit drei Jahren nicht mehr genutzt.

Rückhaltebecken im Bergbau: Um die Metalle aus dem Gestein herauszulösen werden viele Chemikalien und viel Wasser eingesetzt. Ein Teil davon wird rezykliert. Der grosse Rest an giftigen Rückständen wird in Depots gelagert, in Rückhaltebecken.

Wohnorte der Menschen: Gerade in Brasilien liegen laut Achermann die Bergwerke und damit auch die Rückhaltebecken häufig in der Nähe von kleineren Städten. Die Minen und die Becken sind in den meisten Fällen oberhalb des besiedelten Raumes. «Wenn ein Damm bricht, ergiessen sich unvorstellbare Mengen giftigen Schlammes über das Siedlungsgebiet.»

Verschärfung der Bergbaugesetze und der Umweltauflagen: Nachdem vor drei Jahren im gleichen Bundesstaat schon ein ähnliches Unglück mit Dammbruch geschehen ist, sei versucht worden, die Gesetze strenger zu gestalten, sagt der Korrespondent, allerdings sei dies im Länderparlament des Bundesstaates Minas Gerais abgelehnt worden.

Geld vom Bergbau: Die Gemeinden in der Nähe der Minen leben hauptsächlich von den Steuern, die die Konzerne bezahlen. «Sie haben demnach kein Interesse daran, dass die Aktivitäten der Konzerne zurückgehen», so Achermann.

Der Bergbau und der neue Präsident: Jair Bolsonaro hat schon im Wahlkampf betont, dass strengere Umweltauflagen die Wirtschaft und die Minenbetreiber behindern und letztlich den Wohlstand in Brasilien gefährden. Er will den Bergbau auch in Gebiete bringen, wo sie zurzeit noch gar nicht sind, zum Beispiel in Indianerschutzgebieten im Amazonasbecken.

Audio
Dammbruch: Giftiger Schlamm gehört zum Bergbau
02:34 min, aus HeuteMorgen vom 28.01.2019.
abspielen. Laufzeit 02:34 Minuten.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Und das wird sich unter Bolsonaro auch nicht ändern! Der will ja die Wirtschaft ankurbeln um "jeden Preis" und die Umwelt ist im auch egal!
  • Kommentar von Urs Fries  (Stickel)
    Alle, die jetzt die grossen, wirtschaftsfeindlichen Sprüche klopfen, verwenden direkt oder indirekt die Materialien, die dort gewonnen werden. Was kann ein Unternehmen mehr tun, als für die bei der Gewinnung mit anfallenden Rückstände Rückhaltebecken zu bauen und die dazu notwendigen Staudämme periodisch durch eine neutrale Institution, in diesem Fall den deutschen TÜV prüfen zu lassen? Dieser Dammbruch ist tragisch, wie jedes andere Unglück auch und kann auch bei uns wieder passieren (Mattmark)
    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Da haben sie den Mund vollgenommen und die beschriebene Situation überhaupt nicht in Erwägung genommen. Ausbeutung wie beschrieben geht nicht mehr. Das sind nicht Sprüche sondern gesunder Menschenverstand. Wirtschaft, Mensch und Umwelt ist eine Dreieinigkeit.
    2. Antwort von Patrik Müller  (P.Müller)
      Bei Mattmark ist ein Eisabbruch des Allalingletschers auf Baubaracken gestürzt.
  • Kommentar von tom schneeberger  (tomm)
    Ursache???
    Schlamperei, Geldgier von Unternehmern und Kunden, oder kurz: die schöne, globalisierte, freie, selbstregulierende Marktwirtschaft!