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Entscheid zurückgenommen Grossbritannien bleibt doch Teil des Interrail-Programms

  • Grossbritannien soll nun doch weiter am Interrail- und Eurail-Programm teilnehmen.
  • Das teilte der Verband der britischen Eisenbahngesellschaften Rail Delivery Group (RDG) mit.
  • Die erst am Mittwoch verkündete Entscheidung, auszusteigen, sei nach «starken Reaktionen» revidiert worden.
Legende: Video Aus dem Archiv: Keineswegs nur Junge nutzen das Angebot abspielen. Laufzeit 01:49 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.06.2019.

Der Kehrtwende waren erneute Gespräche mit der Eurail Group vorausgegangen. «Die britischen Eisenbahngesellschaften wollten Interrail nie verlassen», hiess es in der RDG-Mitteilung.

Am Mittwoch hatte es geheissen, Interrail- und Eurail-Tickets würden von 2020 an nur noch für den Eurostar-Zug bis zum Bahnhof St. Pancras in London gültig sein. Wer Grossbritannien per Zug bereisen wolle, brauche dann zusätzlich einen BritRail-Pass. Doch das wurde nun wieder zurückgenommen.

Streit um Eurail-Ticket

Grund für das Hin und Her war eine Auseinandersetzung über das Eurail-Ticket, wie ein RDG-Sprecher sagte. Die britischen Eisenbahngesellschaften sahen darin eine Konkurrenz zu ihrem BritRail-Ticket und wollten nur noch das Interrail-Ticket anbieten.

Die Eurail Group, die das Interrail-Programm verwaltet, stellte die Briten jedoch vor die Wahl, entweder ganz oder gar nicht teilzunehmen. Die RDG entschied sich zunächst für gar nicht, unterschätzte aber wohl das Kundenecho auf die Verkündung zum Ausstieg und revidierte den Entscheid eiligst.

30 Länder mit einer Fahrkarte

Mit den Interrail- und Eurail-Tickets können Reisende in mehr als 30 Ländern mit einer einzigen Fahrkarte über einen bestimmten Zeitraum unbegrenzt viele Zugfahrten machen.

Interrail ist für die Einwohner der teilnehmenden Länder in Europa bestimmt. Für Zugreisende mit Wohnsitz in anderen Ländern gibt es das Eurail-Ticket. Grossbritannien nimmt seit dem Start des Programms 1972 an Interrail teil.

In der Schweiz besonders beliebt

Das Geschäft mit den Interrail-Bahnpässen wächst kontinuierlich an. 2018 verkauften die beteiligten Bahngesellschaften über 300'000 Pässe. In den letzten 13 Jahren habe sich die Zahl der bezogenen Interrail-Pässe verdreifacht, wie die offizielle Vertreiberin auf Anfrage schreibt.

Die Pässe sind in der Schweiz besonders beliebt. Im letzten Jahr verkaufte die SBB 50'000 Stück – so viel wie in keinem anderen Land, wie die SBB sagt. Der positive Trend setze sich auch 2019 fort, so die Bahngesellschaft weiter.

Grafik mit den Verkauftszahlen von Interrailpässen in der Schweiz. Seit 2014 steigen die Verkäufe kontinuierlich an.
Legende: SRF

Der Boom ist auf die Klimadebatte und das Schlagwort Flugscham zurückzuführen. Für 71 Prozent der Interrail-Nutzerinnen und -Nutzer sei der tiefe CO2-Fussabdruck der Bahnreise ausschlaggebend für den Kauf des Passes gewesen, wie Interrail schreibt.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Max Wyss  (Pdfguru)
    Nachdem die Organisation der Betreiber (RDG, Rail Delivery Group) in den letzten 24 Stunden einen wahren Shitstorm über sich ergehen lassen musste, ist sie auf den Knien zu EuRail (der Dachorganisation für Interrail/Eurail) zurückgekehrt und hat gebettelt doch dabei bleiben zu dürfen.

    Nun ja, Fact ist, dass, nachdem LNER unilateral entschieden hat, dabei zu bleiben, die RDG auf ihren Entscheid zurückgekommen ist, und weiterhin bei EuRail dabei zu bleiben.
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  • Kommentar von Erwin Marthaler  (erma)
    Es stimmt, dass sich für Reisen innerhalb Grossbritanniens ein BritRail-Pass eher lohnt. Allerdings ist diese Entscheidung trotzdem sehr schade, da der grosse Vorteil eines Interrail-Passes ja genau darin liegt, dass man in allen Ländern damit reisen kann. Ebenfalls schade für die Iren, die nun vom restlichen Interrail-Gebiet abgeschnitten sind...
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    1. Antwort von SRF News (SRF)
      Lieber Herr Marthaler
      Auch heute ist Irland nur via Fähren erreichbar. Wer einen Interrail-Pass besitzt, erhält Rabatt auf bestimmte Fähren von Irland nach Frankreich / Grossbritannien und zurück. Mit der Fähre zwischen Irland und Frankreich wird die Insel wohl auch zukünftig nicht vom restlichen Gebiet abgeschnitten sein.
      Freundliche Grüsse
      SRF News
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    2. Antwort von Erwin Marthaler  (erma)
      Danke für Ihre Antwort. Die Reise nach Irland wird jedoch wesentlich umständlicher. Heute braucht man von Dublin nach Paris via Wales und England gut 10 Stunden, die Reise ist an einem Tag gut machbar. Mit dem Umweg über die Normandie braucht man knapp 24 Stunden und muss zudem noch einen Aufpreis für die Übernachtung auf der Fähre bezahlen. Das wird wohl kaum jemand so machen...
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    3. Antwort von Max Wyss  (Pdfguru)
      @erma: Es ist nicht so ausgeprägt, wie beim schweizerischen Swiss Travel Pass (früher als "Swiss Pass" bekannt), aber der BritRail-Pass bietet gegenüber dem Interrail/Eurail weitere Vorteile.

      Wenn die Bahnreise nur innerhalb von Grossbritannien erfolgen soll, ist er dem Interrail/Eurail zu bevorzugen.

      Aber eben, wie erwähnt, bringt Interrail/Eurail den Vorteil über die Landesgrenzen hinaus gültig zu sein.
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  • Kommentar von Hans Bernegger  (hbernegger)
    Sinnvoll. Dass sich die Zusammenarbeit mit den ineffizienten Staatsbahnen auf dem Kontinent nicht funktionieren kann, war klar. Das Geld landete wohl hauptsächlich bei überbezahlten Statsbahnbürokraten wie Meyer und die britischen Unternehmen mussten die Jugendlichen fast gratis rumfahren. Trotzdem ist der Erfolg des britischen Bahnsystems wegweisend: Seit der Liberalisierung haben sich die Fahrgastzahlen verdoppelt. Hierzulande verschwendet man lieber Steuergeld (bspw. 145 Mio. für SO-Moutier).
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    1. Antwort von Richard Limahcer  (Limi)
      Seit 2000 haben sich in der Schweiz die Fahrgastzahlen mehr als verdoppelt. Also ist Verdoppelung kein Erfolgsindikator für die Liberalisierung des britischen Bahnsystems.
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