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Fall «Wilson Edwards» Falscher Schweizer Biologe: Facebook entfernt hunderte Konten

  • Facebook hat hunderte Konten gelöscht, die im Zusammenhang mit einem vermeintlichen Schweizer Biologen stehen.
  • Auf den Konten wurden Anschuldigungen gegen die USA und deren Position zum Ursprung des Coronavirus erhoben.
  • Dabei handelte es sich aber offenbar um chinesische Propaganda; den Biologen gab es laut Schweizer Botschaft nicht.
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Aus dem Archiv: China und der erfundene Biologe
aus Rendez-vous vom 11.08.2021.
abspielen. Laufzeit 3 Minuten 58 Sekunden.

Das soziale Netzwerk Facebook hat seit August über 500 Konten im Zusammenhang mit einem vermeintlichen Schweizer Biologen gelöscht. Darin wurde behauptet, die USA mischten sich in die Suche nach dem Ursprung des Coronavirus ein. Die Social-Media-Kampagne habe sich an englischsprachige Zielgruppen in den USA und Grossbritannien sowie an chinesischsprachige Menschen in Taiwan, Hongkong und Tibet gerichtet, sie habe aber keine grosse Reichweite erzielt, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Die Behauptungen des angeblichen Schweizer Biologen namens Wilson Edwards waren im Juli in chinesischen Staatsmedien ausführlich zitiert worden. Im August entfernten mehrere chinesische Zeitungen dann Artikel, in denen der vermeintliche Biologe zitiert wurde.

Kein Existenzbeweis

Zuvor hatte die Schweizer Botschaft in Peking erklärt, sie habe keine Belege dafür gefunden, dass der zitierte Mann Schweizer Staatsbürger sei. Meta erklärte, dass Facebook das Konto von Wilson Edwards im August entfernt habe und seitdem unter anderem 524 weitere Facebook-Profile und 86 Instagram-Konten gelöscht habe. «Wir waren in der Lage, die Aktivitäten mit Personen auf dem chinesischen Festland in Verbindung zu bringen», erklärte ein Meta-Verantwortlicher gegenüber Reuters.

Darunter waren den Angaben zufolge Mitarbeitende eines Unternehmens in China, sowie einige Personen, die mit staatlichen chinesischen Infrastrukturfirmen rund um den Globus in Verbindung standen. Aus Peking lag zunächst keine Stellungnahme vor.

Betreiber haben Spur im Netz verschleiert

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Am 24. Juli, zehn Stunden nach der Erstellung seines Facebook-Kontos, lud «Wilson Edwards» einen Beitrag hoch, in dem es hiess, er sei darüber informiert worden, dass die USA versuchten, die Qualifikationen der Wissenschaftler der Weltgesundheitsorganisation WHO zu diskreditieren, die mit China zusammenarbeiten würden, um den Ursprung des Coronavirus zu untersuchen.

Meta zufolge nutzten die Betreiber des Kontos ein virtuelles privates Netzwerk (VPN), um ihre Herkunft zu verschleiern. Der ursprüngliche Beitrag wurde zunächst von gefälschten Facebook-Konten geteilt und geliked. Später wurde er von authentischen Konten weitergeleitet, von denen die meisten zu Mitarbeitenden von chinesischen Unternehmen in über 20 Ländern gehörten.

SRF 4 News, 02.12.2021, 03:00 Uhr;

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