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Die Waldbrandgefahr in der Schweiz nimmt zu
Aus Tagesschau vom 14.04.2020.
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Feuerverbote wegen Trockenheit Der April macht nicht mehr, was er will

  • In den Kantonen Tessin und Glarus sowie in weiten Teilen des Kantons Graubünden besteht Waldbrandgefahr der 4. auf der fünfstufigen Skala.
  • Im Kanton Bern, in Teilen der Nordwestschweiz, im Zentralwallis und im südlichen Teil des Kantons St. Gallen ist die Gefahr erheblich (Stufe 3).
  • In Graubünden und im Tessin gilt ein absolutes Feuerverbot im Freien, in Glarus und St. Gallen ein Verbot für Feuer im Wald und in Waldnähe.

Ostern bescherte uns Sonnenschein und frühsommerliche Temperaturen. Nur: In weiten Teilen der Schweiz ist es so trocken, dass in den Kantonen Tessin, Graubünden und Glarus bereits eine hohe Waldbrandgefahr herrscht. Am Wochenende mussten die Feuerwehren bereits in Thayngen (SH), Nenzlingen (BL) und Köniz (BE) wegen Bränden in Wäldern ausrücken.

Wie speziell ist eine solche Trockenheitsperiode Mitte April? «Das ist doch ziemlich aussergewöhnlich», sagt Gaudenz Flury von SRF Meteo. «Normalerweise fällt um diese Jahreszeit jeden dritten Tag etwas Niederschlag. Das typische Aprilwetter, das fehlt uns momentan.»

Schweizer Karte, Glarus und Graubünden grau resp. schwarz wegen hoher Waldbrandgefahr
Legende: Je dunkler, desto grösser die Gefahr. Innerhalb der Kantone gibt es regionale Unterschiede. BFU , Link öffnet in einem neuen Fenster

Das letzte Mal verbreitet nass wurde es am 29. und 30. März. Allerdings hielten sich die Niederschlagsmengen mit fünf bis lokal etwas über zehn Millimetern in Grenzen. Und auch zuvor hatte es während rund zwei Wochen kaum Regen gegeben. Das führt dazu, dass die Waldbrandgefahr steigt.

Ein ganzer Monat ohne Regen

In Genf beispielsweise regnete es letztmals vor 32 Tagen. «Das gab es bisher erst sechsmal», so Flury. «Die längste Zeit ohne Regen in Genf war 41 Tage – es ist nicht ausgeschlossen, dass wir diese Anzahl dieses Jahr noch erreichen.» Hinzukomme, dass der Schnee in den mittleren Lagen bereits weg sei.

«Das heisst, von dort kommt auch kein Abfluss mehr. Darum sinken auch die Pegel der Flüsse allmählich.» In der Deutschschweiz gab es seit Anfang März zum Teil nur etwa 40 Prozent des üblichen Regens. Ausserdem habe die Bise alles ausgetrocknet, so Flury. «Die Sonne ist schon sehr stark – zum Beispiel an Ostern verdunstete pro Tag rund drei Millimeter Wasser zusätzlich.»

Droht neben Trockenheit auch Frost?

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Ende März und in der ersten Aprilwoche gab es zum Teil Frost, in der Karwoche zumindest Bodenfrost. Auch am (heutigen) Dienstag wurde Bodenfrost verzeichnet. In der kommenden Nacht dürften die Tiefstwerte im Mittelland bei -3 Grad liegen, die Bodentemperaturen stellenweise bei -8 Grad. Schäden an den Kulturen sind nicht ausgeschlossen. Es dürfte aber primär Muldenlagen treffen.

Es bräuchte also dringend Regen. Doch der ist auf absehbare Zeit noch nicht in Sicht, im Gegenteil: «Momentan ist wieder die Bise unterwegs, und der Sonnenschein heizt wieder an.» Die nächsten Tage bis mindestens Freitag sehe es überhaupt nicht nach Regen aus. «Was danach kommt, ist noch unklar. Die Hoffnung steigt aber, dass es da und dort mal etwas Regen gibt.»

SRF 4 News, 14.04.2020, 06:20 Uhr;

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Der April mach nicht mehr was er will, der Bundesrat schon. Nein Spass bei Seite, das ist so ähnlich wie bei der Währungsreform hier heisst das Mantra einfach Retentionröume, oder genauer Wasserretentionsräume. Boden Wasser Bäume.
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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Der Klimawandel macht vor der Schweiz nicht halt – ganz im Gegenteil. Wir haben immer mehr Einfluss eines veränderten Klimas auf Ökosysteme. Seit etwa dreissig Jahren steigen die Temperaturen in der Schweiz zweimal so schnell wie im weltweiten Durchschnitt für die gesamte Welt. Die Klimaerwärmung lässt Gletscher und Permafrost im Hochgebirge schmelzen von enormem Ausmass. Wälder sind im Umbruch, anfälliger für Insekten, Borkenkäfer, Pilzkrankheiten. Eine Reduktion der CO2-Emissionen gefordert.
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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Die Trockenheit und die Temperaturen bereits jetzt Mitte April macht Sorge. Alles ist trocken. Milder Winter - zu früh warmes Wetter. Mit dem Klimawandel könnte es in Zukunft noch schlimmer werden. Erinnern wir uns an Sommer 2003. Dürre auf den Feldern, Fischsterben, monatelange Hitze, Wassermangel. Diese Veränderungen gibt es auf der ganzen Welt. Vielerorts herrscht bereits heute Dürre und Wassermangel. Ob unsere Nahrungsmittel in Zukunft gesichert sind wird sich zeigen. Probleme vorgezeichnet.
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