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Ratternde Rotoren über Manhattan
Aus SRF 4 News aktuell vom 13.06.2019.
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Flugtaxis in New York Mal eben mit dem Helikopter zum Geschäftsessen

Für 200 Dollar zum Flughafen oder zum nächsten Termin fliegen: im Big Apple Alltag. Doch der Widerstand wächst.

Sie fliegen unablässig kreuz und quer über New York: Ständig sind in Manhattan Helikopter zu sehen, die Touristen fliegen oder aber reiche Geschäftsleute zu ihrem nächsten Termin oder zum Flughafen bringen.

Jörg Wimalasena, US-Korrespondent von «Zeit Online», ist kürzlich selbst mit einem Helikopter-Taxi geflogen – mit etwas Vorplanung: «Die Helis landen natürlich nicht an jeder x-beliebigen Strassenkreuzung.»

Taxis in New York
Legende: Herbeiwinken wie die berühmten New Yorker Yellow Cabs lassen sich die Flugtaxis nicht. Sie können dafür via App bestellen werden. Reuters

Der Kunde muss erstmal zu einem der drei Helipads gelangen, die über den New Yorker Finanzdistrikt verteilt sind. Einer der Abflughäfen ist direkt an die Wall Street angeschlossen. Von dort kann man innerhalb von Minuten die beiden Flughäfen im Norden und Osten der Stadt ansteuern. Zu relativ erschwinglichen Preisen.

Zeit ist Geld

Ein Helikopterflug kostet etwa 200 Dollar. «Wirklich viel ist das angesichts der Beträge, die in New York verdient und für alle möglichen Dinge ausgegeben werden, nicht», so Wimalasena. Zum Vergleich: Wer etwa den Limousinen-Service des Fahrdienstes Uber für die Strecke zum Flughafen buche, bezahle etwa gleich viel wie für den Helikopter-Flug.

Helikopter fliegt um Freiheitsstatue
Legende: Das Rattern der Rotoren stört die New Yorker schon lange, so dass sich etwa die Bürgerinitiative «Stop the Chop» gebildet hat, die die Helikopter ganz verbieten lassen möchte. Reuters

Gerade am Big Apple ist Zeit Geld. Geschäftsleute mit reich befrachtetem Terminkalender nutzen den Service entsprechend häufig. Denn das nervöse Warten im Stau entfällt: Manhattan ist berüchtigt für seine verstopften Strassen. Ein bis zwei Stunden kann eine Taxifahrt zum Flughafen durchaus dauern. Auch öffentliche Verkehrsmittel sind nicht wirklich schneller.

Uber drängt auf den Markt

Der Konkurrenzkampf unter den Anbietern nimmt stetig zu. Der Dienst «Uber Copter» etwa soll ab 9. Juli starten und Kunden für bis zu 225 Dollar von Manhattan an den Flughafen John F. Kennedy bringen. Aber: «Flugtaxis werden in absehbarer Zeit kein Massentransportmittel, auch wenn sich immer mehr Leute die Flüge leisten können», relativiert der Journalist.

Und der Widerstand gegen die Flugtaxis wächst. Viele New Yorker stören sich schon lange am Fluglärm über ihrer Stadt. «Alle paar Minuten landen am Helipad im Finanzdistrikt Helis, die Geräuschbelastung ist entsprechend gross», so Wimalasena.

Es ist an der Zeit, dass die Flugaufsichtsbehörde unnötige Helikopter über unserer dicht bebauten Stadt aus dem Himmel verbannt.
Autor: Carolyn MaloneyNew Yorker Kongressabgeordnete

Kritikern sind die Flugtaxis nicht nur zu laut, sondern auch zu gefährlich. Nach dem spektakulären Absturz eines Helikopters auf einen Wolkenkratzer in New York sind in der US-Metropole erneut Diskussionen über den Einsatz von Helikoptern ausgebrochen.

Video
Helikopter stürzt in Manhattan auf Wolkenkratzer (10.06.2019)
Aus News-Clip vom 10.06.2019.
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«Es ist an der Zeit, dass die Flugaufsichtsbehörde unnötige Helikopter über unserer dicht bebauten Stadt aus dem Himmel verbannt. Die Risiken für New Yorker sind einfach zu hoch», sagte die New Yorker Kongressabgeordnete Carolyn Maloney.

Bereits mehrere Bruchlandungen

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Der Unglückspilot vom Montag steuerte – bei miserablem Wetter – mitten über die Innenstadt und stürzte nahe dem Times Square ab. Ersten Erkenntnisse nach hatte er sich verirrt. Der Pilot habe der Flugüberwachung kurz vor dem Absturz mitgeteilt, dass er zu seinem Startplatz zurückkehren wolle, aber nicht wisse, wo er sei, zitierte die «New York Times» einen Ermittler.

Zuvor hatte der Mann mit seinem Helikopter noch einen Passagier aus einem Vorort von New York an die Ostseite Manhattans gebracht. Erst im Mai war ein ausser Kontrolle geratener Helikopter in den Hudson River gestürzt. Der Pilot konnte sich mit einem Sprung ins Wasser retten. Im März 2018 starben fünf Menschen bei einem ähnlichen Unglück über dem East River.

Ruhig wird es am New Yorker Himmel aber so schnell nicht. Uber und Co. tüfteln an den Flugtaxis der Zukunft, berichtet der US-Korrespondent: «In Dallas und Los Angeles gibt es bereits Bestrebungen von Uber, im grossen Stil Flugtaxis einzurichten.» In New York versuche der Fahr- respektive Flugdienst derzeit, die Nachfrage auszuloten: «Um es dann womöglich im grossen Stil einzuführen.»

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Mit den Drohnen Lufttaxis wird das in einigen Jahren bittere Realität sein.
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  • Kommentar von tom rosen  (tom rosen)
    ...ein Heli verbraucht weniger als eine Limousine. Die fährt nämlich 2h hin und 2h zurück und transportiert 1 Person. Den Heli teilen sich aus Kosterngründen 3-4 Personen (nur dann übrigens kostet es 200 Dollar) und der Heli fliegt 3 Minuten hin und 3 zurück. Recherche ist manchmal hilfreich, den Gesamtkontext zu verstehen.
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  • Kommentar von tom rosen  (tom rosen)
    Ja, da sind sie wieder, die Neider: "Was ich mir nicht leisten kann/will, das gestehe ich auch den bösen/ignoranten Anderen nicht zu. Sind ja sowieso die fiesen Finanzheinis/Medien-Promis, die sollte man eh verbieten. (Weil das, was die machen unnötig ist und was ich mache, wird viel zu wenig honoriert)". Beim einzigen Heliabsturz in NY sind keine Menschen am Boden zu Schaden gekommen. Bei Taxi und ÖV-Unfällen dort sterben jählich Dutzende. Übrigens...
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