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Führerin von Fiat Lux ist tot «Uriella konnte sehr resolut und herrisch auftreten»

Das selbsternannte «Sprachrohr Gottes» habe Menschen indoktriniert und abhängig gemacht, sagt Sektenexperte Hugo Stamm.

Legende: Audio Zum Tod von Uriella abspielen. Laufzeit 02:28 Minuten.
02:28 min, aus SRF 4 News aktuell vom 25.02.2019.

Seit den 1970er-Jahren bezeichnete sie sich als «Sprachrohr Gottes», Uriella. Langfristig werde die Sekte der Weltuntergangsprophetin und verurteilten Steuersünderin kaum überleben, schätzt Sektenexperte Hugo Stamm.

Hugo Stamm

Hugo Stamm

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Der Journalist Hugo Stamm (70) gehört zu den bekanntesten Sekten-Experten und -kritikern der Schweiz. Er ist Autor zahlreicher Sachbücher über das Sektenwesen, neureligiöse Bewegungen, Esoterik und Okkultismus.

SRF News: Was bedeutete Uriella für Sie?

Hugo Stamm: Durch die riesige Medienpräsenz hat Uriella einen unwahrscheinlich hohen Bekanntheitsgrad erreicht. Dies hat ihr eine grosse Anhängerschaft beschert. Nicht bekannt war damals, dass sie Menschen mit ganz deutlichen Indoktrinationsmethoden in die Abhängigkeit geführt hat. Ebenso wenig wusste die Öffentlichkeit, dass sie sehr resolut bis herrisch auftreten konnte.

Woher hatten Sie diese einschlägigen Informationen?

Ich habe einerseits mit Aussteigern gesprochen, andererseits mit sehr besorgten Angehörigen, die bei Anhängerinnen und Anhängern eine Wesensveränderung und eine Radikalisierung festgestellt haben. Nicht öffentlich zugängliche Aufnahmen zeigen, mit welcher Härte Uriella intern ihr Regime aufgebaut hat.

Uriella.
Legende: Uriella mit Ehemann Icordo (L) in der «Arena» zu Sekten vom 14. April 2000 mit Moderator Patrick Rohr. Keystone/Archiv

In letzter Zeit ist es eher still geworden um Uriella. Was geschieht mit dem Orden?

Es wird spekuliert, dass der Orden Fiat Lux in Kürze zusammenbrechen werde. Das wird sicher nicht der Fall sein. Der Schock über Uriellas Tod wird die Anhängerschaft vielmehr zusammenschweissen. Auch ist man sich ja schon gewohnt, dass in den letzten elf Jahren Uriellas Ehemann Icordo die Geschäfte geführt hat. Die meisten Anhänger haben Uriella gar nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Langfristig wird Fiat Lux vermutlich nicht überleben.
Autor: Hugo StammJournalist, Sektenexperte

Es geht also vorerst alles so weiter wie bisher. Nach dem Hype in den 1990er-Jahren ist es aber zu einem Absturz gekommen, und es sind vielleicht noch höchstens vier Dutzend Ordensmitglieder übriggeblieben. Langfristig wird Fiat Lux vermutlich nicht überleben, nur schon aus finanziellen Gründen nicht.

Das Gespräch führte Antonia Moser.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Sebastian Demlgruber (SeDem)
    „Das selbsternannte «Sprachrohr Gottes» habe Menschen indoktriniert und abhängig gemacht..“: Solche Sätze machen Mühe. Gibt es denn „nicht selbsternannte“, also nachweislich von einem Gott bestimmte „Sprachrohre“ (und wenn ja, von welchem?)? Und harte Führung und Indoktrination gibt es auch in evangelischen Freilirchen, katholischen Orden (Opus Dei) und Koranschulen. Wo gibt es da Unterschiede zwischen grossen und kleinen Kulten? Immerhin sind von Fiat Lux keine Kindervergewaltigungen bekannt.
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  • Kommentar von Peter Imber (Wasserfall)
    Mich stört, wenn die Bibel oder der Koran als Beweismittel herangezogen wird, um eine religiöse These zu zementieren. Beide Werke wurden von Menschen geschrieben wie alle andern Bücher auch. Wo Menschen am Werk sind, ist es nicht mehr weit zu Übersteigerungen und Angaben, die dem Schreiber zu jener Zeit gerade in sein Weltbild passten. Also kann man von beiden Büchern nicht per se absolute Wahrheiten ableiten.
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  • Kommentar von Manuel Gerber (traumant)
    Atheismus ist ebenfalls eine Glaubensgemeinschaft die enorm agressiv auftreten kann...
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