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Wie kann ich mich am besten schützen?
Aus SRF News vom 25.02.2020.
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Grippe und Corona im Vergleich Das sind die Unterschiede

Bei der Diskussion um Massnahmen gegen die Covid-19-Epidemie wird oft die Grippe zum Vergleich herangezogen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt nun wichtige Gemeinsamkeiten und Unterschiede:

Ähnlichkeiten:

  • Ähnlich ist die Ausprägung der Infektionskrankheiten: Beide sind von einem Virus verursachte Atemwegserkrankungen, deren Verlauf sehr unterschiedlich sein kann - von symptomlos oder mild bis hin zu sehr schwer, mitunter gar tödlich.
  • Beide Erreger werden vorwiegend über Tröpfchen etwa beim Sprechen oder Husten oder auch direkten Kontakt übertragen. Darum greifen bei beiden auch die gleichen Vorsichtsmassnahmen: gute Handhygiene, in den Ellbogen oder ein Taschentuch husten, Kontakt zu Infizierten vermeiden.

Unterschiede:

  • Unterschiede gibt es bei der Ausbreitungsgeschwindigkeit: Influenza habe eine kürzere Inkubationszeit zwischen Ansteckung und der Ausbildung erster Symptome, zudem erfolgten die Ansteckungen in den Infektionsketten rascher aufeinander. Bei Covid-19 liege dieses Intervall bei etwa 5 bis 6 Tagen, bei Influenza bei 3 Tagen. Das bedeute, dass sich Influenza rascher verbreiten kann als Covid-19.
  • Bei Influenza ist die Ansteckung dann am grössten ist, wenn man die stärksten Symptome hat. Doch auch vorher können andere Personen angesteckt werden. Zunächst war man bei Covid-19 davon ausgegangen, dass solche Ansteckungen vor den Symptomen selten seien und die Weiterverbreitung kaum eine Rolle spielten. Man geht nun aber davon aus, dass Patienten auch unmittelbar vor den Symptomen ansteckend sind.
  • Ein weiteres wichtiges Kennzeichen ist die Ansteckungsrate. Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 wird nach WHO-Daten von einem Infizierten im Mittel an zwei bis zweieinhalb weitere Menschen weitergegeben - und damit an mehr als bei Influenza. Wegen der unsicheren Datenlage und verschiedenen den Wert beeinflussenden Effekten sei ein Vergleich bei diesem Aspekt aber nur eingeschränkt möglich, heisst es von der WHO.
  • Erhebliche Unterschiede gibt es im Bezug auf Kinder: «Kinder sind bedeutsame Treiber für die Übertragung von Influenzaviren in der Gemeinschaft», so die WHO. Für den Covid-19-Erreger zeigten erste Auswertungen, dass Kinder weniger betroffen sind als Erwachsene und nur selten deutliche Symptome entwickeln. Vorläufige Daten lassen demnach zudem annehmen, dass Kinder sich vor allem bei Erwachsenen anstecken - Erwachsene aber umgekehrt kaum bei Kindern.
  • Schwere bis lebensbedrohliche Verläufe gibt es nach bisherigen Auswertungen bei Covid-19 häufiger als bei der Grippe. Als besonders von schweren Verläufen betroffene Risikogruppen gelten bei Influenza Kinder, Schwangere, Ältere sowie Menschen mit chronischen Krankheiten oder geschwächtem Immunsystem. Bei Covid-19 gehören Kinder und Schwangere nach derzeitigem Wissensstand nicht zu den Risikogruppen.
  • Zu beachten ist auch der Unterschied bei den Möglichkeiten für Behandlung und Vorsorge. «Zwar gibt es bereits eine Reihe klinischer Tests von Medikamenten in China, und es sind mehr als 20 Impfstoffe gegen Covid-19 in der Entwicklung, bisher aber gibt es keine zugelassenen Impfstoffe oder Therapien für Covid-19», so die WHO. Bei Influenza hingegen gebe es sowohl schützende Impfungen als auch zugelassene antivirale Medikamente.

SRF 4 News, 06.03.2020, 17:30; sda/koua

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39 Kommentare

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  • Kommentar von Thomi Capelli  (thomicapelli)
    Es wäre zu diskutieren wer denn eigentlich zur Verantwortung gezogen wird? Wer war es denn der das alles verursacht hat? Klagt man China als Land an da der Virus ja dort begonnen hat? Oder irgendwelche Personen, Forscher, Laboranten, Marktfahrer? Wer kommt auf für die immensen Verluste? Was wenn jemand sein Haus oder seinen Job verliert weil er zu Hause bleibt werden des Virus"? Wer bezahlt letztendlich eine Impfung oder Medikamente? Man weiss dass es von China kam...???
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  • Kommentar von Hubertus Wach  (H. Wach)
    Danke an das SRF für den vergleichenden Beitrag über Influenza. Mein Hauptinteresse liegt darin, warum jährlich global zw. 290‘000-645‘000 am durch Tröpfcheninfektion übertragenen Grippe-Virus sterben. Trotz Influenza Impfstoffen! Und warum deshalb trotzdem weder ein „Corona Virus“-Hype noch Hysterie oder Panik ausbricht? Warum gibt es trotzdem keine Wirtschaftskrise oder Börsencrash? Gleiche Fragen stellen sich über den Fakt, dass in D im 2017/2018 25‘100 Menschen gestorben sind? Ohne Hype??
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  • Kommentar von Harald Buchmann  (Harald_Buchmann)
    Es scheint mir, man ist in Europa bereits Menschenleben zu opfern um den Idealismus eines angeblich freien Systems und ungebremstes Wirtschaftswachstum aufrecht erhalten zu koennen. Ich sehe den Vorteil nicht.
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    1. Antwort von Nico Stäger  (Nico Stäger)
      Es scheint mir, man ist in Europa bereit, die Freiheit und Gesundheit der Menschen zu opfern, um den schnellen Schlagzeilen der neuen Medien gerecht zu werden und ungebremste Unreflektiertheit aufrecht erhalten zu können. Ich sehe den Vorteil nicht.
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