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In hohen Lagen Felsstürze wegen des warmen Sommers

Legende: Video Gewaltiger Felssturz im Val Ferret abspielen. Laufzeit 01:57 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 03.10.2018.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Nach dem Hitzesommer sind Steinschläge und Felsstürze im hochalpinen Gebiet derzeit häufiger als in normalen Jahren.
  • Einzelne Hütten mussten schliessen, Wege gesperrt werden.
  • Das Bundesamt für Umwelt mahnt Berggänger insbesondere in hohen Lagen zur Vorsicht.

Immer wieder kommt es derzeit in den Schweizer Alpen zu Steinschlägen und Felsstürzen. Erst vor wenigen Tagen donnerten im Walliser Val Ferret gewaltige Gesteinsmassen vom Berg. Auch im Urner- und im Bündnerland beobachten Berggänger vermehrt Ähnliches. Tatsächlich gebe es heuer im hochalpinen Gebiet überdurchschnittlich viele solcher Ereignisse, heisst es beim Bundesamt für Umwelt BfU.

Wir bekommen derzeit ziemlich viele Anfragen von Berggängern und Wanderern, die etwas beobachtet haben und sich Sorgen machen.
Autor: Hugo RaetzoGeologe BfU

«Weil der Sommer so heiss war, ist immer noch viel Wärme im Boden», sagt BfU-Geologe Hugo Raetzo. Dort wo in der Folge der Permafrost schmelze, verliere der Grund an Stabilität. Deshalb mahnt das BfU Berggänger insbesondere in höheren Lagen zur Vorsicht.

Legende: Video BfU-Geologe Raetzo: «Getauter Permafrost verliert an Stabilität» abspielen. Laufzeit 00:15 Minuten.
Aus News-Clip vom 03.10.2018.

Beeinträchtigung für SAC-Hütten

«Wir mussten wegen Bergsturz bereits zwei Hütten schliessen», sagt René Bättig, der Hüttenwart der Urner Etzlihütte. Bei vielen anderen Hütten habe sich der Zustieg erschwert, weil neue Brücken oder Alternativwege gebaut werden mussten. Die Betreiber der Etzlihütte rechnen längerfristig mit einem Umsatzrückgang von bis zu 20 Prozent.

Denn die Gefahr für Steinschläge und Felsstürze in höheren Lagen bleibt bis auf Weiteres höher als in normalen Jahren. Und zwar bis der Boden wieder auskühlt. «Die Situation wird noch bis Oktober oder November anhalten», sagt BfU-Geologe Raetzo.

Legende: Video Viele Berggänger sind verunsichert abspielen. Laufzeit 00:18 Minuten.
Aus News-Clip vom 03.10.2018.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller (P.Müller)
    Ich empfehle einmal allen interessierten sich ein bisschen das Gelände bei map.geo.admin.ch anzuschauen. Da gibt es unter dem Geokatalog - Grundlagen und Planung - Höhen- swissALTI3D Reliefschattierung eine hochaufgelöste Ansicht der CH Topografie und es kommen verschiedentlich interessante, riesige Bergrutsche zu tage. Viele sicherlich mit dem Gletscherschwund nach der Eiszeit im Zusammenhang. Auf jeden Fall ein Lebendiges Abbild einer "bewegten" Oberfläche wo wir leben!
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Es sollte eigentlich klar sein: wenn die Temperaturen im Hochgebirge steigen schmilzt vermehrt der Permafrost und es kommt dadurch vermehrt zu Steinschlag.
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    2. Antwort von Peter Zurbuchen (drpesche)
      Es bestreitet ja niemand, dass es schon immer Bergrutsche gegeben hat. Besorgniserregend ist aber die steigende Häufigkeit.
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  • Kommentar von Patrik Müller (P.Müller)
    Unsere Familie wurde bereits vor 40 Jahren auf der Alpe Palü von herabdonnernden Felsblöcken auf dem Wanderweg beinahe erschlagen. Wir hatten Glück gehabt und es wurde niemand getroffen. Damals gab es noch keine "social media" und co. also wurde darob auch nicht berichtet und der Weg nicht gesperrt und es war halt einfach wie es war.
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    1. Antwort von Peter Zurbuchen (drpesche)
      Es gibt Leute, die seit 40 Jahren täglich in den Bergen sind und deshalb die Entwicklung genau verfolgen und beurteilen können. Das hat mit einem Einzel-Ereignis von vor 40 Jahren nicht viel zu tun. Meine Mutter ist vor 30 Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, aber heute gibt es viel mehr Strassenverkehr. Sollte ich das abstreiten, weil in den letzten 29 Jahren zum Glück niemand, den ich kenne, im Verkehr gestorben ist?
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  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    Hier sehen wir, wie klein der Mensch gegen solche Gewalten ist. Am Berg hat sich das Zurückweichen des Permafrostes verschärft. Die Fels-, Stein- und Erdmassen sind destabilisiert. Hier ist besondere Vorsicht geboten beim Wandern und Bergsteigen. Dem Menschen würde mehr Demut vor der Natur und Mit-Schöpfung gut tun. Mehr Sorge tragen zur Natur und dazu beitragen, die Atmosphäre weniger aufzuheizen. Wir sind nicht die Könige der Welt, sondern nur relativ kurzzeitige „Gäste“.
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    1. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      Sehr gut geschrieben Herr von Känel. Ich hoffe Sie unterstützen dann auch bedingungslos die Bestrebungen zur massiven Treibhausgasreduktion, auch wenn dadurch halt das Benzin und das Flugpetrol massiv teurer werden.
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    2. Antwort von Ueli von Känel (uvk)
      Danke, Herr Leu, für diese Wertschätzung. Ich unterstütze gerne die Reduktion des Treibhausgases und bin auf jeden Fall bereit, für Benzin u.s.w. mehr zu bezahlen. Es darf das Doppelte oder Dreifache sein. Vor allem auch beim Kerosin.
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    3. Antwort von Patrik Müller (P.Müller)
      Wenn der Mensch in ehem. Bergsturzgelände Ferienhäuser baut und sich wundert wenn es denn einmal kracht oder sich im Gebirge herumtreibt ohne jeden Respekt vor den objektiven Gefahren (Ja, diese zu erkennen und zu berücksichtigen haben wir einmal in der Bergsteigerausbildung gelernt) hat das nichts mit wenig Demut gegenüber der Natur, der Klimadebatte etc. zu tun, sondern mit Einfalt und/oder Erfolgs- und Gewinnstreben.
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