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Ju-52 fliegt wieder «Wir sind ‹fit to fly›»

Legende: Video Ju-Air ist bereit für den Flugbetrieb abspielen. Laufzeit 01:35 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 17.08.2018.
  • Die Ju-Air hebt heute Freitag erstmals nach dem Absturz mit 20 Todesopfern wieder ab.
  • An einer Pressekonferenz im Airforce-Center in Dübendorf wurde zuerst den Opfern mit 20 Kerzen gedacht.
  • Die Verantwortlichen der Ju-Air begründeten die Wiederaufnahme des Flugbetriebs mit der positiv ausgefallenen Sicherheitsprüfung.
  • Der geplante zweite Flug um 18 Uhr ist abgesagt, weil Gewitter angekündigt sind.

Die Pressekonferenz sei nicht «courrant normal», sagte Mediensprecher Christian Gartmann zu Beginn. Daran erinnern auch die 20 Kerzen für die 20 Menschen, die am 4. August ihr Leben verloren haben. Die Anwesenden und Journalisten hielten eine Gedenkminute ab.

Legende: Video «20 Kerzen für 20 Menschen» abspielen. Laufzeit 00:30 Minuten.
Aus News-Clip vom 17.08.2018.

Kurt Waldmeier, Geschäftsführer der Ju-Air sagte: «Heute Nachmittag nehmen wir den Flugbetrieb wieder auf, im Bewusstsein, dass es für einen Teil der Menschen der falsche Zeitpunkt ist. Aber den richtigen Zeitpunkt gibt es wohl nicht.»

Wirtschaftliche Gründe hätte es für die Pause keine gegeben, denn 80 Prozent der Passagiere hätten an ihrer Buchung festgehalten. 10 Prozent hätten verschoben und 10 Prozent annulliert, weil sie verunsichert seien, sagte Waldmeier, der festhielt, dass der Betrieb aus eigenem Antrieb eingestellt worden sei und nicht durch Anordnung der Behörden.

Legende: Video «Den richtigen Zeitpunkt gibt es nicht» abspielen. Laufzeit 00:21 Minuten.
Aus News-Clip vom 17.08.2018.

Entscheidend sei die Sicherheitsfrage gewesen. Und diese sei nun geklärt: «Unsere Ju-52 sind sicher und unser Flugbetrieb ist es ebenfalls.» Seine Leute seien voll einsatzfähig. «Unsere Flugzeuge tragen heute Trauerflor.»

Der Rundflug von heute Abend um 18.30 Uhr, den Waldmeier selbst pilotiert hätte, sei abgesagt worden – wegen einer Gewitterzelle. Wie geplant wird hingegen am Nachmittag eine «Tante Ju» von Chefpilot Andreas Pfisterer nach Bensheim in Deutschland geflogen.

Neue Sicherheitsmassnahmen

Pfisterer erläuterte die Sicherheitsmassnahmen und die Auflagen, die die Piloten erfüllen müssen. Künftig sei es den Passagieren nicht mehr erlaubt, sich nach dem Start frei in der Propellermaschine zu bewegen und sich auch im Cockpit aufzuhalten. Ausserdem müssen die rund 80 Jahre alten Flugzeuge nun ein GPS-Gerät an Bord haben, mit dem die auf 300 Meter erhöhte Mindestflughöhe überprüft werden kann.

Legende: Video «Die Passagiere bleiben angeschnallt.» abspielen. Laufzeit 00:37 Minuten.
Aus News-Clip vom 17.08.2018.

Technik-Chef Andreas Züblin berichtete über die technischen Sicherheitsaspekte, welche die Ju-52 alle erfüllen. Das Bazl habe die Maschine, die heute abheben soll, auf Herz und Nieren geprüft.

Diese Kontrollen würden nun jedes Jahr an jedem Flugzeug durchgeführt.

Legende: Video «Am Absturzflugzeug wurden keine technischen Defekte erkannt» abspielen. Laufzeit 00:24 Minuten.
Aus News-Clip vom 17.08.2018.

Auch das abgestürzte Flugzeug sei nach Vorschrift überprüft worden, und es seien keine Mängel festgestellt worden.

Er könne also nur sagen: «Fit to fly».

Legende: Video «Fit to Fly» abspielen. Laufzeit 00:05 Minuten.
Aus News-Clip vom 17.08.2018.

Auf eine Journalistenfrage hin bestätigte Ju-Air-CEO Kurt Waldmeier, dass am Morgen ein Testflug stattgefunden habe, der vom Bazl bewilligt worden sei. Er selbst gehe heute mit einem Gefühl der Erlösung an Bord: «Wir fliegen wieder!»

Allerdings wollen einige Mitarbeiter der Ju-Air pausieren, sagte Waldmeier. Man betrachte das als Zeichen der Stärke und lege es ihnen nicht negativ aus.

Datenblatt zur JU 52

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11 Kommentare

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  • Kommentar von jean-claude albert heusser (jeani)
    Herr Christmann, es ist ein grosser Unterschied ob man "fliegen und autofahren muss aus wirtscgaftlichen Gründen" oder ob man es ganz so "zum Plausch" macht! Aus ökologischer Sicht wäre da "weniger mehr"!
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    1. Antwort von Werner Christmann (chrischi1)
      ich gebe ihnen weitgehend recht Herr Heusser, nur mit Verlaub wem nichts mehr Gescheiteres einfällt kommt momentan mit dem Klima oder dem ökologischen daher. 2 JU-52 sind da wohl sehr, sehr marginal einzuschätzen.
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  • Kommentar von pedro neumann (al pedro)
    Wenn man fast jeden Tag das Gerumpel der alten Kisten über dem Hausdach zu ertragen hat (neben all der Privatmaschinen und der Anflugschneise Süd), findet man diese Nostalgie-Fliegerei für ein paar entzückte Spasstouristen weniger amüsant. Den Lärm haben ja dann die anderen...
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  • Kommentar von René Balli (René Balli)
    Das BAZL und die JU-Air vermuten mit höchster Wahrscheinlichkeit, dass der Absturz durch menschliches Versagen und nicht aus technischen Gründen verursacht wurde, sonst würde niemand schon wieder fliegen wollen. Ausserdem ist die Ju-52 vielleicht das am längsten getestete Flugzeug der Geschichte? Auch wenn ich aus ökologischen Überlegungen gegen die Fliegerei bin, die Wiederaufnahme des Betriebs macht absolut Sinn.
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    1. Antwort von Werner Christmann (chrischi1)
      ja Herr Balli, aus ökologischen Überlegungen müsste man eigentlich sämtlichen Verkehr und sämtliche Wirtschaftstätigkeit einstellen. Mit Pfeil und Bogen in den Wald und auf dem Balkon ein Gemüsegärtli anlegen. Et voila.
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    2. Antwort von René Balli (René Balli)
      Zwischen einem Gemüsegärtli auf dem Balkon und einer lärmigen Flugkiste mit drei durstigen 9-Zylinder Motoren, hat es sicherlich noch ein paar Alternativen, meinen Sie nicht auch, Herr Christmann? ;-))
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