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Elektroautos lassen Hybride und Verbrenner locker stehen
Aus Kassensturz vom 02.02.2021.
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Klimabilanz von Autos Elektroautos lassen Hybride und Verbrenner locker stehen

«Kassensturz» und TCS zeigen einen neuen Klimarechner, der die CO2-Bilanz von Autos über ihre Lebensdauer vergleicht.

Die Suche im Vergleichs-Tool ist bestechend einfach: Das gesuchte Auto-Modell eingeben, einen Vergleichskandidaten daneben setzen, «Klimabilanz» drücken, und schon erscheint der CO2-Ausstoss über ein Autoleben von realistischen 200'000 Kilometern.

Das Tool erlaubt einen direkten Vergleich von allen Auto-Modellen, die in der Schweiz zugelassenen sind. Die zugrunde liegenden CO2 Daten vom renommierten Paul-Scherrer-Institut sind die aktuellsten verfügbaren.

Elektroautos: Beste Klimabilanz in allen Klassen

«Kassensturz» wollte wissen, wie Verbrenner, Hybride und Elektroautos im Klimabilanz-Vergleich abschneiden, je in den Grössenklassen: Kleinwagen, Mittelklassewagen und Luxusautos.

Der Vergleich bei drei vergleichbaren Kleinwagen zeigt: Das Elektroauto lässt ab 84'000 Kilometer den Hybrid-Angetriebenen und den Benziner deutlich hinter sich. Weil es die Klima-Nachteile der Benzin-Herstellung nicht hat, ist seine Bilanz deutlich besser.

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei Mittelklasse-Wagen: Das Elektroauto hängt schon nach 27'000 Kilometern, also nach rund einem Achtel seiner Lebensdauer, seine Konkurrenten in Sachen Klimabilanz ab, trotz grösserem Gewicht und stärkerem Motor.

Und sogar bei den starken und schweren Luxusautos ist das Elektroauto nicht zu schlagen: Der Elektro-Porsche lässt seine Konkurrenten von Lexus und Mercedes nach gerade mal 27'000 Kilometern stehen und kommt bei 200'000 Kilometer auf eine halb so hohe Klimabelastung.

Hinweis zur Suche auf dem TCS-Online-Tool auf www.tcs.ch:

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Hier der Direktlink, Link öffnet in einem neuen Fenster zum CO2-Vergleich von TCS und PSI.

Wer dieses Tool schon einmal benutzt hat, zum Beispiel um Kilometer-Kosten zu berechnen, muss für den neuen Klimabilanz-Vergleich den Cache seines Browsers zuerst löschen, sonst findet man ihn nicht.

Benzin-Herstellung ein wichtiger Faktor

Die Klimabelastung durch die Benzinherstellung sei ein wichtiger Grund dafür, sagt Martin Bolliger, Leiter Mobilitätsberatung beim TCS: «Erstaunt hat mich, dass das Benzin, wenn es an der Tankstelle ankommt, bereits einen grösseren Fussabdruck hat als der Strom, wenn er im Fahrzeug drin ist.»

Fazit aus dem Klimabilanz-Tool: Elektroautos schlagen Hybride und Benziner in allen Grössenklassen erstaunlich deutlich.

Fährt das Plug-in-Fahrzeug nur mit Benzin und Diesel, ist der Vorteil des potenziellen Elektroantriebs nicht mehr vorhanden.
Autor: Christian BauerExperte für Ökobilanzen am Paul-Scherrer-Institut

Und eine weitere Erkenntnis: Plug-in-Hybride liegen mit ihrer Klimabilanz irgendwo zwischen Verbrennern und Elektroautos. Allerdings hat dieses Resultat einen Haken: Das gilt nur, wenn diese Autos oft rein elektrisch betrieben werden, sonst ist ihre Klimabilanz deutlich höher, sagt Christian Bauer, Experte für Ökobilanzen am Paul-Scherrer-Institut: «Wenn das Plug-in-Fahrzeug nur mit Benzin und Diesel fährt, ist der Vorteil des potenziellen Elektroantriebs nicht mehr vorhanden, und deshalb ist es dann quasi ein schweres Fahrzeug mit Diesel oder Benzinmotor, das im Vergleich dann relativ viel Treibstoff verbraucht.»

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Studiogespräch mit Peter de Haan, Experte für Energie und Mobilität
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Kassensturz, 02.02.2021, 21.05 Uhr

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477 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Schmid  (W. Schmid)
    Super, freut mich. Dann sind alle Sendungen über die Gewinnung der seltenen Erden für die Herstellung der Batterien, ausgetrocknete Landregionen, verlogen.
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Mark Weber  (markweber)
    Das ist eine etwa simple Analyse. Wenn auf einen Schlag 50% der Leute Elektroautos fahren würden, dann wäre die Klimabilanz der Elektroautos schnell dahin - ausser es würden in Rekordzeit viele neue AKWs gebaut. Denn irgendwie muss der Strom produziert werden.

    Und die Umweltverschmutzung beim Abbau der Rohstoffe für die Batterien kann man auch nicht gut einschätzen.
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    1. Antwort von Andreas Grünkraut  (Grünkraut)
      Es werden aber nicht auf einen Schlag 50% der Leute Elektroautos fahren. Dies passiert über eine längere Zeit Schritt für Schritt.

      Die Klimabilanz der E-Autos ändert sich mit dem Art der Strom, nicht mit der Menge. Da nicht sofort 50% mehr Leute E-Autos fahren, wird dies kein Problem sein.

      Die Umweltverschmutzung beim Abbau der Rohstoffe für die Batterien sind mit einberechnet und wesentlich geringer als der Abbau für Benziner und Diesler.
    2. Antwort von Dominik Kessler  (dominikk)
      Na ja, scheinbar ist Ihnen nicht bekannt, aus welchen Quellen unser Strom in der Schweiz stammt. Wir haben im europäischen vergleich was CO2-Ausstoss bei der Stromproduktion angeht einen relativ guten Mix. Dies hauptsächlich dank AKW und Wasserkraft, Solar und Wind hinken wir klar hinterher.

      Damit sich dieser Mix verschlechtert, müssten in Ihrem Szenario dreckigen Qullen für die Produktion verwendet werden (z.B. Kohlekraft). Ausserdem würde das Benzin ja dann auch zu 50% wegfallen....
  • Kommentar von Bruno Scheier  (bscheier)
    in der TCS-Berechnung ist die Ladeinfrastruktur nicht einkalkuliert. Sollte das e-Auto sich komplett durchsetzen, werden enorme Mengen an Kupfer für die Ladekapazitäten zu fördern sein, was CO2 freisetzt. Die sollten dann wohl die e-Autos, wovon jetzt schon wieder "Panzer" mit >200PS (z.B. Porsche Taycan) produziert werden, in einer Viertelstunde laden können. Dann sieht die Bilanz noch schlechter aus. Lösung: keine Privat-e-autos über 80PS zulassen und keine Schnelladeinfrastruktur.
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    1. Antwort von Andreas Grünkraut  (Grünkraut)
      Es werden jetzt bereits enorme Mengen an Metallen und Rohstoffen für schmutzige Fortbewegungsmittel eingesetzt. Dann lieber Kupfer für nachhaltigere Geräte wie E-Autos verwenden. Ihre Lösung ist schlicht keine. Eher künstliches Probleme schaffen Sie damit.