Zum Inhalt springen

Header

Inhalt

Klimawandel Erwärmung um zwei Grad erhöht Gefahren durch Wirbelstürme stark

  • Wie viele Menschen in Zukunft durch tropische Wirbelstürme gefährdet sind, hängt von der globalen Erwärmung und dem Bevölkerungswachstum ab.
  • Bei einer Erwärmung von zwei statt einem Grad Celsius könnten weltweit 25 Prozent mehr Menschen davon bedroht werden, zeigt eine neue Studie im Fachjournal «Nature Climate Change».
  • In Verbindung mit dem Bevölkerungswachstum könnte dieser Wert bis 2050 sogar auf rund 40 Prozent steigen, teilte dazu das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) mit.
Video
Aus dem Archiv: Stärkere, aber nicht mehr Hurrikane
Aus Tagesschau vom 07.09.2017.
abspielen

«Da die Weltbevölkerung Studien zufolge Mitte des Jahrhunderts ihren Höchststand erreichen wird, wären aufgrund des Klimawandels gleichzeitig mehr Menschen von intensiveren Wirbelstürmen betroffen – diese grössere Bevölkerung wird einem höheren Risiko ausgesetzt», erklärte Erstautor Tobias Geiger vom PIK. Insofern sei auch der Zeitfaktor bei der Begrenzung der Erwärmung entscheidend.

Schon heute gehörten Wirbelstürme und Taifune zu den schlimmsten Naturkatastrophen weltweit und bedrohten potenziell etwa 150 Millionen Menschen pro Jahr, heisst es in der Studie, an der auch die ETH Zürich beteiligt war.

Dass diese Zahl durch den Klimawandel ansteigen wird, ist den beteiligten Forscherinnen und Forschern zufolge bei einer Erwärmung um zwei Grad unvermeidlich. «Wenn wir Treibhausgasemissionen rasch reduzieren und erst im Jahr 2100 eine globale Erwärmung von zwei Grad Celsius erreichen, würde dies den Anstieg der durch Wirbelstürme gefährdeten Menschen auf 20 Prozent begrenzen», betonte Geiger.

Besonders starke Zunahme in Ostafrika

Berücksichtigt wurden für die Studie Bevölkerungsmodelle, die bis zum Jahr 2100 wieder eine weltweit abnehmende Bevölkerung in Gebieten mit Zyklonengefahr vorhersagen. Dies würde die zusätzliche Belastung durch Erwärmung teilweise kompensieren, erklärte Geiger.

«Unser Modell zeigt im Detail, dass im Jahr 2050 alle Länder, in denen das Wirbelsturmrisiko hoch ist, mit einem Anstieg der Betroffenheit rechnen müssen», erklärte dazu auch der PIK-Forscher Johannes Gütschow. In einigen ostafrikanischen Ländern könne diese Zunahme fast 300 Prozent ausmachen, in den USA bis zu 100 Prozent. Auch die Arabische Halbinsel müsse mit einem starken Anstieg des Wirbelsturmrisikos rechnen.

Überarbeitung der Klimaziele gefordert

Die Expertinnen und Experten fordern daher eine Überarbeitung der nationalen Klimaziele im Rahmen des Pariser Abkommens bereits auf der UNO-Konferenz im November in Glasgow. Nach den bislang vorliegenden, für das Erreichen der Klimaziele unzureichenden Zusagen zur Verringerung der Emissionen, würde «die Zahl der Menschen, die von Wirbelstürmen bedroht sind, im Laufe des Jahrhunderts weiter ansteigen, zum Beispiel in den von Hurrikanen gefährdeten Regionen der USA», warnte Mitautorin Katja Frieler vom PIK.

Deutlich günstiger wäre dagegen der Studie zufolge die Entwicklung, wenn es gelänge, die Erderwärmung wie angestrebt auf 1.5 Grad Celsius zu begrenzen. Dies könnte «kumulativ über 1.8 Milliarden Menschen bis zum Ende dieses Jahrhunderts vor der Gefährdung durch tropische Wirbelstürme schützen, verglichen mit der Erwärmung unter den derzeit vorgeschlagenen Emissionsreduktionen», erklärte Frieler. «Es ist also höchste Zeit, die Treibhausgasemissionen schnell zu reduzieren, um so viele Menschen wie möglich zu schützen», hob die Forscherin hervor.

SRF 4 News, 21.09.2021, 6 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

25 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Heute wissen wir: Mit der industriellen Landwirtschaft sind wegen des immensen Wasserverbrauchs, der Übernutzung der Böden sowie der zunehmenden Verbreitung von Monokulturen, Pestizide viele Probleme für Mensch, Tier und Umwelt entstanden. Bio-Anbau – gut für die Umwelt. Zum Glück geht es auch anders. Im Biolandbau werden immer öfter Nützlinge eingesetzt und ersetzen damit gefährliche Pestizide. Das wirkt sich positiv auf Natur, Grundwasser und Lebensmittelqualität aus. Alle sollten umstellen.
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Weltweit häufen sich aufgrund des Klimawandels Naturgefahren und Wetterextreme wie Starkregen, Stürme und Fluten. Auch Hitzewellen und Dürren vernichten Äcker auf Dauer, lassen Wasser versiegen sowie Tiere und Pflanzen aussterben. Das zwingt Menschen auf die Flucht. Regnet es im Sommer weniger, wird das Wasserangebot in den Siedlungen und in der Landwirtschaft knapp. Die Erderhitzung bedroht zudem die Gesundheit von uns Menschen. Wollen wir alle abwarten bis es uns trifft und dann.....
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Wäre dafür, dass alle die kein Auto haben und mit dem Velo, zu Fuss oder mit dem ÖV unterwegs sind belohnt werden. Sie alle stossen keinen CO2 aus und tun etwas für die Umwelt. Die Treibhausgasemissionen müssen schnell zu reduzieren für unser Klima und und unsere Gesundheit. Es darf so nicht weitergehen wie bisher. Jeder kann seinen Beitrag leisten. Ökosyteme, Natur und Tierwelt schützen. Der Klimawandel ist die grösste Herausforderung, der sich die Menschheit derzeit stellen muss.