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Legende: Video Bugmann: «Der Amazonas ist als globale Waschküche ganz wichtig» abspielen. Laufzeit 01:45 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.08.2019.
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Professor für Waldökologie «Der Amazonas ist als globale Waschküche ganz wichtig»

Der Amazonas-Regenwald ist der grösste Regenwald der Welt. Er ist 133 Mal so gross wie die Schweiz. Wenn der Amazonas brennt, steht viel auf dem Spiel sagt Harald Bugmann, Professor für Waldökologie an der ETH Zürich. Er sei jedoch nicht die «grüne Lunge» der Welt, wie oft fälschlicherweise behauptet werde. Denn: Der Sauerstoff, der im Amazonas entsteht, werde von diesem auch wieder verbraucht. Für Bugmann ist klar: Es geht um etwas anderes.

Harald Bugmann

Harald Bugmann

Professor für Waldökologie an der ETH Zürich

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Von 1999 bis 2004 Assistenzprofessor für Gebirgswaldökologie und seit Oktober 2004 ausserordentlicher Professor für Waldökologie an der ETH Zürich.

SRF News: Warum sind die Brände im Amazonas-Gebiet so verheerend?

Das wäre ein Achtel mehr CO2 in der Atmosphäre.

Harald Bugmann: Der Amazonas ist als globale Waschküche ganz wichtig. Es verdampft viel Wasser dort. Dieses wird dann in andere Zonen verschoben und führt dort zu Regen oder eben nicht mehr, wenn der Amazonas nicht mehr da ist.

Im Amazonas sind Unmengen an CO2 gespeichert. Gelangen diese bei einem Brand oder einer Rodung in die Atmosphäre?

Ja, wenn der ganze Wald verbrennen würde – sowohl alle Bäume mit ihren Wurzeln als auch der ganze Boden Kohlestoff –, so wären das rund 100 Gigatonnen, die in die Atmosphäre gelangen würden. Das wäre ein Achtel mehr CO2 in der Atmosphäre.

2019 ist kein ausgeprägtes Trockenjahr.

Wie schlimm wäre das im Vergleich?

Das wäre erheblich. 100 Gigatonnen sind etwa zehn Jahre Weltemissionen, die zusätzlich dazu kommen würden. Das würde man schon als zusätzliches Klimasignal spüren.

Haben die aktuellen Brände im Amazonas etwas mit dem Klimawandel zu tun?

Nein. 2019 ist kein ausgeprägtes Trockenjahr. Die vielen Brände, die wir jetzt haben, sind zum allergrössten Teil vom Menschen gelegt, weil man durch Brandrodung Landwirtschaftsland gewinnen will.

Das Gespräch führte Stephan Rathgeb.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst Boller  (BOER)
    @SRF: „SRF News: Warum sind die Brände im Amazonas-Gebiet so verehrend?“ Da muss es heissen „verheerend“. Verehren ist etwas ganz anderes.
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    1. Antwort von SRF News (SRF)
      Vielen Dank für den Hinweis. Wir haben den Fehler korrigiert. Das SRF News Team.
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  • Kommentar von S. Borel  (Vidocq)
    Ich verstehe diese Art von reisserischen Titeln einfach nicht. Über Begrifflichkeiten kann man sich ja streiten... ob grüne Lunge oder nicht... auch beim Durchlesen dieses Interviews ist klar... es macht, auch für uns Menschen, einen gewaltigen Unterschied ob der Amazonas weiterlebt oder nicht. Man darf ja erwarten, dass die User hier die Kommentare auch wirklich lesen... nur im Zeitalter der Headlines sollte man vielleicht darauf achten, dass jene dem Inhalt zumindest gerecht werden.
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    1. Antwort von Markus Baumann  (pierrotlunaire)
      @Borel Sehe ich auch so. Die Titelgebung ist oft so, dass die grösstmögliche Emotionalität erzeugt werden kann (soll?). Dann wird der Beitrag unter dem „Titelgesichtspunkt“ gelesen und die Sache bleibt auf der Strecke. Nicht die Sache ist wichtig, sondern die damit erzeugte Emotion, meist: Empörung. Interessant wäre auch mal sachlich darüber zu berichten, dass nicht „der Urwald“ brennt, sondern zu grossen Teilen „nur“ bereits gerodete Flächen, die verbuscht und mit Sekundärwald bewachsen ist.
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    2. Antwort von Lothar Drack  (samSok)
      Beistimmen kann ich S. Borel bezüglich Tendenz zu reisserisch gesetzten Titeln ebenfalls, nur: Der Inhalt bleibt diesmal nicht auf der Strecke. Was ‚pierrotlunaire’ beschwichtigend beschreibt, macht die Katastrohe nicht weniger schlimm, selbst wenn wahr wäre, was er behauptet. Worauf beruft er sich denn mit seiner Behauptung?
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