Football Leaks Ronaldo und die Briefkastenfirma in der Karibik

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Football Leaks und Spiegel kündigen Enthüllungen an

0:53 min, aus Tagesschau am Mittag vom 3.12.2016

Das Wichtigste in Kürze

  • Das deutsche Nachrichtenmagazin «Spiegel» will von der Enthüllungsplattform Football Leaks 1,9 Terrabyte voll hochbrisanter Unterlagen zugespielt bekommen haben.
  • Die über 18 Millionen Dokumente sollen Spielerverträge samt Nebenabsprachen, E-Mails und Excel-Tabellen umfassen.
  • Angeblich enthüllen die Dokumente Steuertricks von Superstars wie Cristiano Ronaldo oder Mesut Özil.
  • So soll Ronaldo Werbeeinnahmen in einer Offshore-Firma versteckt und später zu einer Schweizer Privatbank transferiert haben.
  • Inwiefern die Dokumente tatsächliche Gesetzesverstösse offenbaren, ist unklar.

In einer Vorab-Meldung zur Ausgabe vom Samstag berichtet der «Spiegel» über Steuertricks des mehrmaligen Weltfussballers Cristiano Ronaldo. Demnach soll dieser bis vor zwei Jahren eine Briefkastenfirma in der Karibik genutzt haben, um Steuern auf seine Werbeeinnahmen zu sparen.

Cristiano Ronaldo Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: «Verpflichtungen voll erfüllt» Laut Ronaldos Berater hat der Portugiese in Diensten Real Madrids nie gegen spanisches Steuerrecht verstossen. Reuters

Dabei profitierte der Portugiese zwar von einer umstrittenen Sonderregelung im spanischen Steuerrecht. Dennoch waren seine Berater laut den geleakten Mails besorgt, die Behörden könnten «sensiblen Informationen» über die Briefkastenfirma auf die Spur kommen.

Kurz bevor Ronaldos Steuerprivileg Ende 2014 auslief, verkaufte er laut «Spiegel» seine Werberechte an zwei weitere Briefkastenfirmen auf den British Virgin Islands. Der Verkaufserlös von 75 Millionen Euro sei auf sein Konto bei einer Schweizer Privatbank geflossen.

Ronaldos Agent Jorge Mendes schreibt in einer Stellungnahme auf seiner Website, sein Klient habe die Steuerverpflichtungen zu jeder Zeit erfüllt. Auch von den Anwälten des Superstars heisst es, eine laufende Steuerpfüfung der spanischen Behörden werde keine Beanstandungen zur Folge haben.

Weitere Enthüllungen in den nächsten Wochen

Insgesamt will der «Spiegel» gemeinsam mit rund 60 Journalisten des Recherchenetzwerks European Investigate Collaborations (EIC) Unterlagen im Umfang von 1,9 Terabyte ausgewertet haben. Die Ergebnisse sollen in den kommenden Wochen publiziert werden.

Neben den angekündigten Enthüllungen um Cristiano Ronaldo solle es im ersten Teil der Serie am Samstag auch um die Steuermoral und die Steuertricks weiterer Stars wie des deutschen Weltmeisters Mesut Özil gehen.