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Schlafapnoe – Alternativen zur unbeliebten CPAP-Maske
Aus Puls vom 20.01.2020.
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Schlafapnoe behandeln Wenn die Schlafmaske nicht die Lösung ist

Atemaussetzer im Schlaf: Mit Schlafanpoe kämpfen mehrere Hunderttausend in der Schweiz. Meist ohne es zu wissen, denn von der nächtlichen Atemnot bekommen die wenigsten selber etwas mit.

Als Standardtherapie kommt die CPAP-Maske zum Einsatz. Nachts getragen, erzeugt sie einen dauernden Überdruck in den Atemwegen und verhindert so deren Verschluss.

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«Das wichtigste ist, dass man die richtige Maske findet, sie richtig anpasst und zu Beginn eng begleitet wird.»
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Anfangs fällt das Schlafen mit dieser Maske nicht leicht. «Wenn sich Patienten dann aber tagsüber besser fühlen, sind sie meist bereit, die Maschine auch längerfristig zu verwenden», weiss Pneumologe und Schlafmediziner Raphael Heinzer vom CHUV Lausanne.

Bloss geben 20 bis 30 Prozent nach einem Jahr bereits wieder auf – und nach gut vier Jahren ist die CPAP-Maske bloss noch bei etwa der Hälfte im Einsatz. Die subjektiven Nachteile wie trockener Gaumen, ungenügender Tragekomfort, das störende Betriebsgeräusch oder die Einschränkung bei der Wahl der Liegeposition überwiegen den objektiven Nutzen des Systems.

Führt auch das Ausprobieren verschiedener Masken-Fabrikate nicht zum Ziel, bieten sich klassische Schnarchstopp-Hilfen als Alternativlösung an: Kieferschiene, Gaumenspange, Hilfsmittel zum Seitwärtsschlafen, medizinisches Didgeridoo können helfen – je nach Ursache aber auch nicht.

Dann kommen chirurgische Eingriffe in Frage: Beispielsweise eine Kieferoperation oder ein Zungenschrittmacher.

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Nicht-operative Alternativen zur CPAP-Maske: Studiogespräch mit HNO-Arzt Gian-Marco Widmer.
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Ein Zungenschrittmacher besteht aus einer Elektrode, einem Impulsgenerator und einem Atemsensor.

Nach dem Einschalten des Gerätes wird am Brustkorb der Atemrhythmus gemessen und im richtigen Moment der Zungennerv stimuliert. Das aktiviert die Zungenmuskulatur und öffnet rechtzeitig den Atemweg.

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«Ist der Generator eingeschaltet, zieht sich der Zungenmuskel zusammen. Das fühlt man gut.»
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Zungenschrittmacher werden in der Schweiz seit 2014 eingesetzt. Erst 60 Personen tragen derzeit einen solchen. Eine Nischenmethode mit nicht unerheblichen Risiken: Beim invasiven Eingriff besteht die Gefahr von Wundinfektionen. Zudem wird am Zungennerv operiert. Wird dieser verletzt, können Sprach- und Funktionsstörungen auftreten.

Schliesslich muss die Batterie nach acht bis 12 Jahren ausgetauscht werden – wieder im Rahmen einer Operation.

Grund genug für Claudia Wild vom Ludwig Boltzmann Institut in Österreich, den Zungenschrittmacher nicht zu empfehlen. Die Institutsleiterin überprüft mit ihrem Team neue Medizinprodukte auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit und ist vom Nutzen im Vergleich zum Risiko nicht überzeugt: «Die klinische Datenlage spricht im Moment nicht dafür.»

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«Der Nutzen überzeugt uns nicht und steht nicht in Balance zum möglichen Schaden.»
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Anders sieht das die Schweizerische Gesellschaft für Pneumologie. Raphael Heinzer vom CHUV arbeitet für die Fachgesellschaft an den neuen Richtlinien zur Behandlung der Schlafapnoe – und da wird ganz neu der Zungenschrittmacher positiv bewertet.

«Studien aus den USA und Europa zeigen einen Nutzen dieser Behandlung, die als chirurgischer Eingriff natürlich viel schwerwiegender ist als die CPAP-Maske oder die Zahnschiene», hält Heinzer fest.

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«Der Zungenschrittmacher reduziert die Schlafapnoe um gut 70 Prozent. Er reduziert die Tagesmüdigkeit und verbessert die Lebensqualität.»
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Und weiter: «Der Zungenschrittmacher reduziert die Schlafapnoe um gut 70 Prozent. Er reduziert die Tagesmüdigkeit und verbessert die Lebensqualität. Also können wir den Zungenschrittmacher auch bei unseren Patienten anwenden.»

Der Eingriff ist nicht billig. Die rund 25'000 Franken werden von den Krankenkassen aber bereits heute übernommen, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind.

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