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Seine letzte Mahlzeit Ötzis fettreicher Speiseplan

Legende: Audio Die Ernährung zu Ötzis Zeiten abspielen. Laufzeit 04:30 Minuten.
04:30 min, aus SRF 4 News aktuell vom 13.07.2018.
  • Ein Forscherteam hat den Mageninhalt der Eismumie Ötzi untersucht. Darin befand sich Steinbock, Hirsch und Getreide.
  • Auffällig ist der hohe Fettgehalt in seinem Magen.
  • Forscher schliessen daraus, dass Ötzi wohl wusste, dass Fett viel Energie liefert.

Sie ist so gut untersucht wie kaum ein Mordopfer der Neuzeit: die Eismumie Ötzi. Nun ist auch ihr Mageninhalt analysiert worden. Im Gegensatz zum Darm wurde dieser bislang nicht untersucht, denn der Magen hatte sich bei der Mumifizierung verschoben und wurde erst 2009 bei Nachuntersuchungen entdeckt.

Eine neue Studie zeigt, dass Steinbock, Hirsch, und Getreide am Ende seines Lebens zu Ötzis Mahlzeiten zählten. Das Team um Mumienforscher Frank Maixner geht davon aus, dass Steinbock und Hirsch regelmässig auf Ötzis Speiseplan standen. Er hat das Fleisch roh oder getrocknet gegessen.

Ötzis letzte Mahlzeit konnte man dank dem guten Erhaltungszustand der Mumie feststellen, wie Frank Maixner vom Institut für Mumienforschung in Bozen erklärt. Durch den Mumifizierungsprozess wurde die Zersetzung der inneren Organe gestoppt. Es habe aber trotzdem Jahre gedauert, bis der Magen überhaupt entdeckt wurde, sagt Maixner weiter.

Viel Fett gegen harsche Bedingungen

Auffällig ist, dass Fett gut die Hälfte des Mageninhalts ausmacht. Energie, die Ötzi in der hohen und kalten Umgebung nötig hatte, in der er sich zuletzt befand. Laut Studienleiter Albert Zink war sich der Eismann wohl bewusst, dass Fett eine vorzügliche Energiequelle ist.

«Ötzi gibt uns einen Einblick in die Ernährungsgewohnheiten unserer Vorfahren», erklärt Maixner. Man könne auch sehen, wie unverarbeitet die Nahrung zu sich genommen wurde. Im Vergleich mit unserer heutigen Ernährung sei dies sehr aufschlussreich.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Das wichtigste scheint mir,dass er sicher mit Genuss auch Schweinefleisch gegessen haben dürfte.
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  • Kommentar von Nicola Harrison (Nicola Harrison)
    Pathogene in Otzis Magen gefunden! Pathogene sind die biologische Umwandlung von Körperzellen, die durch metabolische und diätetische Säuren beschädigt wurden. Säuren sind die Ursache des Zellaufschlusses NICHT Krankheitserreger. Nachweis, dass der Magen keine Nahrung verdaut.
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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    «Forscher schliessen daraus, dass Ötzi wohl wusste, dass Fett viel Energie liefert.» Ötzi wuchs wohl unter Leuten auf, die ihn lehrten, dass gut ist, was fett ist. Im Ladakh, Nordinidien, gilt Tee mit Butter als Delikatesse. Ich fand es widerlich. Je nachdem wo jemand lebt, wird er anderes essen und gut finden. Mit Erkenntnissen über angebrachte Ernährung hat das per se gar nichts zu tun.
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