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Legende: Audio Netflix-Konto mit Freunden teilen – ist das erlaubt? abspielen. Laufzeit 03:49 Minuten.
03:49 min, aus Espresso vom 02.04.2019.
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Streaming-Dienste Netflix-Konto mit Freunden teilen – ist das erlaubt?

Viele nutzen Streaming-Dienste über das Konto von Bekannten. Das spart Geld – doch der Trick hat seine Tücken.

Die Nutzungsbedingungen des Videoportals Netflix sind eindeutig: Der Dienst darf nicht mit Personen ausserhalb des eigenen Haushalts geteilt werden. Auch beim Musik-Streaming-Dienst Spotify heisst es klipp und klar, dass die Weitergabe des Passworts unter keinen Umständen erlaubt ist, ebenso wenig die Nutzung des Benutzernamens und Passworts einer anderen Person. Andere Streaming-Dienste haben ähnliche Bedingungen.

Kaum Konsequenzen

Doch wer sich nicht daran hält, riskiert wenig: Obschon die Anbieter die Daten und technischen Möglichkeiten haben, Passwort-Teilern auf die Schliche zu kommen, lassen sie Fehlbare in der Regel gewähren. Wer erwischt wird, erhält im schlimmsten Fall eine Verwarnung. Als höchste Strafe droht die Kündigung des Abonnements. Dazu kommt es aber kaum.

Reed Hastings, der CEO von Netflix, hat sich sogar schon positiv zum Passwort-Teilen geäussert: Es steigere die Bekanntheit des Dienstes und könne zu neuen Kunden führen.

Damit hat er wohl recht, denn wer ein Streaming-Konto mit anderen teilt, muss einige Nachteile in Kauf nehmen: Das eigene Seh- oder Hörverhalten wird vor den Freunden öffentlich gemacht und algorithmisch kuratierte Empfehlungen, die auf einen einzigen Benutzer zugeschnitten sind, geraten durcheinander.

Passwort-Sicherheit nicht vergessen

Noch schlimmer: Wer sich ein Basis-Konto mit anderen teilt, hat einiges zu koordinieren: Weil mit so einem Konto nicht mehrere Leute gleichzeitig Videos schauen oder Musik hören können, blockiert der aktuelle Nutzer jeweils alle anderen – oder sieht seinen eigenen Stream von jeder neuen Anmeldung unterbrochen.

Bei teureren Abo-Varianten ist das anders: Netflix’ Premium-Abo lässt sich auf bis zu vier Geräten gleichzeitig nutzen, bei Spotifys Familien-Abo sind es deren sechs. Gut möglich, dass den Anbietern bewusst ist, dass solche Konten oft auch ausserhalb des eigenen Haushalts geteilt werden und mit den höheren Abo-Preisen einen Teil des Geldes wieder hereinholen, das ihnen durch das Passwort-Teilen entgeht.

10 bis 15 Franken im Monat, dank denen man fast alles hören oder sehr viel sehen kann, sind nicht besonders viel Geld – weniger als eine CD oder eine DVD kosten. Wer mit Passwort-Teilen trotzdem Geld sparen will, sollte immerhin die wichtigste Sicherheitsregel beachten: Nie ein Passwort mit Dritten teilen, das man auch für andere Dienste und Konten braucht.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Meier (M.Meier)
    Netflix hat letztes Jahr 825 Millionen Dollar Gewinn gemacht und keine Steuern bezahlt.
    Solange solche Firmen so vorgehen und den Staat seiner Steuern berauben, ist ein bisschen Account-Sharing kein Problem.
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  • Kommentar von Ivan Suter (Beren)
    "...einige Nachteile in Kauf nehmen: Das eigene Seh- oder Hörverhalten wird vor den Freunden öffentlich gemacht und algorithmisch kuratierte Empfehlungen, die auf einen einzigen Benutzer zugeschnitten sind, geraten durcheinander."

    Das stimmt so aber nicht ganz, man kann verschieden Profile anlegen. Die Algorithmen sind auf das Benutzerprofil eingestellt und nicht auf den Hauptaccount. Das mit dem "öffentlich" machen, aber bleibt bestehen.
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  • Kommentar von Verena Eberhard (Verena Eberhard)
    Ich finde Netflix eine gute Sache. Seitdem ich Netflix habe ist das Fernsehen für mich nicht mehr relevant. Das einzige was ich im Fernsehen noch schaue sind aktuelle Sendungen und Dokumentationen. Von mir aus könnte man das Fernsehen abschaffen.
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    1. Antwort von Ivan Suter (Beren)
      Nur weil man etwas persönlich nicht braucht, soll es also auch für alle anderen gestrichen werden?! Tolle Einstellung!

      Ich bin auch kein Fan von den klassischen TV-Programmen, trotzdem gibt es Leute die es schauen... Keine Angst sobald die TV-Sender kein Profit mehr machen, wird es diese auch nicht mehr geben.
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    2. Antwort von Samira Amgarten (S Amgarten)
      Wenn man das Fernsehen abschafft, dann würde auch diese Website, die sie offensichtlich lesen, abgeschafft.
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