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Studie zu Meeres-Verschmutzung Forschende: Mittelmeer ist Hot Spot der Plastik-Verschmutzung

  • Einkaufstüten, Wasserflaschen, Styropor, Mikropartikel – allein an der Oberfläche des Mittelmeers treiben laut einer aktuellen Studie rund 3760 Tonnen Plastik.
  • Es handele sich um eine «schockierende Menge», schreiben Wissenschaftler des griechischen Zentrums für Meeresforschung (HCMR) über ihre im Fachjournal «Frontiers in Marine Science» vorgestellten Ergebnisse.
  • Schockierend vor allem deshalb, weil abgesehen vom schwimmenden Plastik ein Gutteil des Materials auf den Meeresboden sinke.
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Aus dem Archiv: Landet mein Plastik auch im Meer?
Aus Forward vom 29.01.2020.
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Das Mittelmeer gilt dem Team um Kostas Tsiaras vom HCMR zufolge als Hotspot für Verschmutzung durch Plastik, weil viele Küstenabschnitte dicht besiedelt sind. Hinzu kommen Faktoren wie Tourismus, Fischerei, Schifffahrt und nicht zuletzt die Geografie – der Wasseraustausch des Binnenmeeres mit dem Atlantik ist vergleichsweise gering.

Anhand eines neuen Berechnungsmodells haben die Wissenschaftler ermittelt, dass jährlich rund 17'600 Tonnen Plastik im Mittelmeer landen. Davon schwimmen 3760 Tonnen an der Oberfläche, rund 2800 Tonnen sinken auf den Meeresboden, der grosse Rest wird an Stränden angespült.

250'000 Tonnen Plastik weltweit

Weltweit schwimmen den Forschern zufolge nach Schätzungen mehr als 250'000 Tonen Plastikmüll auf den Ozeanen. «Simulationen der Verteilung von Plastik im Meer sind derzeit von einem hohen Mass an Unsicherheit geprägt», erklärte Tsiaras. Das liege vor allem an der Komplexität der Abläufe. Während etwa die Plastiktüte lange Zeit an der Oberfläche treibt, sinken andere Plastikteile schnell; manche werden von Meeresorganismen aufgenommen oder zerfallen in kleine Teile. Hinzu kommen Wind, Wellen und Strömungen, die das Plastik über weite Strecken treiben.

Video
Zyperns Küsten sind stark verschmutzt
Aus SRF News vom 09.08.2021.
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Die Studie der Wissenschaftler bezieht solche Faktoren mit ein. Dadurch haben die Fachleute unter anderem Regionen ausfindig gemacht, in denen besonders viel Plastik im Meer landet. Ihr neues Rechenmodell könne helfen, den Nutzen von Massnahmen zur Eindämmung der Verschmutzung zu prüfen und Gegenmassnahmen gezielter zu erarbeiten und einzusetzen, so Tsiaras.

SRF 4 News, 4. Oktober 2021, 8:30 Uhr;

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61 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Hänger  (basilea@gmx.de)
    Es sind kleine Schritte. Was mir auffällt in Mallorca gibt es keine Plastikröhrchen mehr und keine Plastiklöffel. Auch Drinks und Cocktails haben keine unnötige Deko mehr. Habe es aber vorletztes Jahr in Sizillien miterlebt auch in der Stadt überall Plastikabfall und das gelangt natürlich irgendwann ins Meer.
  • Kommentar von Ernst Richener  (Schmutz Fink)
    Bald mehr Plastik als Fische in den Meeren!

    Laut einer Studie der Ellen-MacArthur-Stiftung,wird bis zum Jahre 2050 mehr Plastik in den Meeren schwimmen als Fische!
    In Davos wurde diese Studie Anfang 2016 vorgestellt!
    Und weiter:
    Jede Minute gelangt eine LKW-Ladung Plastikmüll in die Ozeane!
    Diese Menge wird bis 2030 auf zwei,und bis 2050 auf 4 LKW-Ladungen ansteigen,
    falls nichts dagegen unternommen wird!
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Eine weitere Quelle von Abfall im Meer sind Fischerboote. Fischer verlieren auf hoher See ihre Netze oder werfen kaputte Netze ganz einfach über Bord. Darin verheddern sich Wale, Delfine und andere Meeressäuger und ertrinken qualvoll. Allein in die Ostsee gelangen jährlich bis zu 10'000 herrenlose Netzteile. Dünger, Pestizide und Chemikalien machen unseren Meeren zu schaffen. Nahezu jedes Lebewesen im Meer ist mit Chemikalien kontaminiert. Unfälle bei Ölbohrungen und Transport von Erdöl.