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Legende: Video Meeressäuger mit Plastik im Bauch abspielen. Laufzeit 00:40 Minuten.
Aus SRF News vom 04.02.2019.
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Tückisches Plastik Wenn Meeresgiganten an winzigen Teilchen sterben

  • Forscher haben insgesamt 50 Delfine, Robben und Wale untersucht, die an der britischen Küste angespült wurden.
  • Sie haben bei allen Tieren mindestens ein Plastikteilchen gefunden, wie sie im Fachmagazin «Scientific Reports» schreiben.

«Es ist schockierend, aber nicht überraschend, dass jedes Tier Mikroplastik aufgenommen hat», erklärt Hauptautorin Sarah Nelms von der Universität Exeter laut einer Mitteilung. «Die Anzahl der Partikel war mit durchschnittlich 5,5 pro Tier relativ gering. Das legt nahe, dass die Teilchen letztendlich wieder ausgeschieden oder hochgewürgt werden», so Nelms. Um mögliche Auswirkungen der Teilchen oder der darin enthaltenen Chemikalien auf die Tiergesundheit zu verstehen, seien weitere Untersuchungen nötig.

Kleidung, Fischernetze oder Zahnbürsten

84 Prozent der gefundenen Plastikteilchen bestand den Forscher zufolge aus synthetischen Fasern, die von Kleidung, Fischernetzen oder Zahnbürsten stammen können. Die anderen Fragmente stammen wahrscheinlich von Gegenständen wie Lebensmittelverpackungen und Plastikflaschen.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass der Darm weniger Mikroplastik enthielt als der Magen der Tiere. Möglicherweise blieben dort die Teilchen vorerst liegen.

Allgegenwärtiger Schadstoff

Zudem entdeckte das Team einen möglichen Zusammenhang zwischen der Todesursache und der aufgenommenen Menge an Mikroplastik: So hatten die Tiere, die an einer Infektionskrankheit gestorben waren, etwas mehr Plastikpartikel in ihrem Verdauungstrakt.

«Wir können keine festen Schlüsse auf die mögliche biologische Bedeutung dieser Beobachtung ziehen», erklärt Mitautor Brendan Godley. «Wir stehen noch ganz am Anfang, diesen allgegenwärtigen Schadstoff zu verstehen. Wir haben jetzt aber einen Massstab, mit dem künftige Studien verglichen werden können.»

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Ilse König  (königin)
    Wenn der Mensch nicht kapiert, was er da tut, geht er bald einmal und die Natur kann sich danach wieder erholen. Sie braucht uns nicht. Wir sie schon.
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  • Kommentar von Tom Duran  (Tom Duran)
    Fürchterlich wie wir unsere Meere verschandeln. Anstelle sich um lachhafte Abgaswerte und Feinstaubemissionen (als ob E-Fahrzeuge an den Bäumen wüchsen) zu streiten, sollten wir zuerst mal dieses wirkliche Problem in den Griff bekommen.
    Das zeigt mir einmal mehr, wie es in Tat und Wahrheit gar nicht um den Umweltschutz geht, sondern nur darum, einen erlahmten Markt wieder anzutreiben. Und DAS erzeugt noch mehr Abfall!
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    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Ich denke, das eine mit dem anderen auszuspielen bringt nicht viel. Wir müssen in allen Bereichen mehr Sorge zur Umwelt tragen.
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  • Kommentar von Willi Meier  (wm)
    Die Meinung, dieser Wal sei wegen Mikroplastik gestorben und andere Meerestiere seien extrem durch Mikroplastik gefährdet, ist durch nichts zu belegen und stimmt wahrscheinlich nicht. Mikroplastik ist ein viel geringeres Problem, als grosse Plastikteile, die verschluckt oder eingeatmet werden und Darmtrakt oder Luftwege verschliessen. Mikroplastik und sichtbare Kunststoffteile sind jedenfalls zwei verschiedene paar Schuhe und sollten nicht ständig vermischt und verwechselt werden.
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