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Mysteriöse Fehlbildungen bei Neugeborenen in Deutschland
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Ursache unbekannt Rätselhafte Fehlbildungen bei Babys in Deutschland

  • Innerhalb von zwölf Wochen sind in einer Klinik in Gelsenkirchen (D) drei Säuglinge mit einer Fehlbildung an der Hand zur Welt gekommen.
  • Die betroffenen Familien kommen nach Angaben des Spitals aus der Nähe von Gelsenkirchen, hätten aber sonst keine Gemeinsamkeiten.
  • In einer Mitteilung des Spitals heisst es, dass man solche Fehlbildungen viele Jahre lang nicht gesehen habe.

Ärzte und Eltern sind ratlos. Verdächtig, auffällig – mit diesen Worten beschreiben Mediziner die Häufung von Fehlbildungen bei Neugeborenen in einem Gelsenkirchener Krankenhaus. Drei Säuglinge wurden dort zwischen Mitte Juni und Anfang September mit fehlgebildeten Händen geboren. An jeweils einer Hand sind Handteller und Finger der Babys nur rudimentär angelegt.

Klinik spricht von Zufall

Bei den Fällen ist die Ursache derzeit völlig unklar – es ist denkbar, dass die Häufung eine rein statistische ist. «Das mehrfache Auftreten jetzt mag auch eine zufällige Häufung sein. Wir finden jedoch den kurzen Zeitraum, in dem wir jetzt diese drei Fälle sehen, auffällig», schreibt das Sankt Marien-Hospital Buer in Gelsenkirchen in einer Mitteilung.

Ein erster Vergleich der betroffenen Familien ergab keinen Hinweis auf eine mögliche Ursache. Alle Familien wohnten demnach im lokalen Umfeld. Ethnische, kulturelle oder soziale Gemeinsamkeiten der Herkunftsfamilien habe man nicht feststellen können.

Die Art der Fehlbildungen weckt Erinnerungen an den Contergan-Skandal der 1960er-Jahre, den grössten Arzneimittelskandal der Geschichte. Damals hatte ein Medikament mit dem Wirkstoff Thalidomid, das Schwangeren unter anderem gegen Übelkeit verordnet wurde, Fehlbildungen an den Gliedmassen ausgelöst.

Fälle auch in Frankreich und der Schweiz bekannt

In Frankreich gab es in den vergangenen Jahren ebenfalls eine Häufung an Fehlbildungen bei Kindern. Auch in der Schweiz sind Fälle bekannt, sagt der Leiter der Handchirurgie am Kinderspital Zürich, Daniel Weber. Er spricht von schweizweit vier bis fünf Handfehlbildungen pro Jahr.

«Die häufigste Ursache ist eine frühe Störung in der Embryonalphase, wo beim Kind das Auswachsen der Hand gestört wird. Weiter gibt es auch genetische Ursachen. Diese betreffen aber meist den ganzen Körper.»

Giftstoffe oder Medikamente während der Schwangerschaft seien auch als mögliche Ursache bekannt, allerdings wären meist nicht nur die Hände davon betroffen.

Abklärungen eingeleitet

Das Gesundheitsministerium in Nordrhein-Westfalen will sich nun einen genaueren Überblick über die Situation verschaffen. Man werde alle Klinken in dem Bundesland abfragen, ob dort ähnliche Fehlbildungen aufgefallen seien, sagte eine Sprecherin der Düsseldorfer Behörde.

Man nehme die Berichte über solche Fälle «sehr ernst». «Darüber hinaus nehmen wir Kontakt mit den Ärztekammern, dem Bund und den anderen Bundesländern auf, um möglichen Ursachen mit aller Sorgfalt nachzugehen.»

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Ulrich Zimmermann  (Crocc)
    Zuerst mein Bedauern und MItgefühl für die Betroffenen. Dann steht im Artikel, dass man noch keine Ahnung hat über die Ursachen. Deshalb ist jeder Verdacht unangebracht, auch wenn er ins eigene Umweltschema passen würde. Wichtig ist, dass danach gesucht wird.
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  • Kommentar von Roger Lüscher  (Roger Lüscher)
    Bei all den wilden Spekulationen und Mutmassungen hier ist es schon fast bemerkenswert, dass der Klimawandel noch nicht als Schuldiger herhalten musste.
    Da das Phenomen zeitlich und örtlich begrenzt ist, wird dies wohl auf Ursache zutreffen. Umweltverschmutzung, Atom-, Handy- und WLAN-Strahlung sind flächendenkend anzutreffen und scheiden wohl eher aus.
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  • Kommentar von Walter Strupler  (w.strupler)
    Liebe Frau Rusterholz Sie machen sich das einfach und mit Ihnen die halbe Schweiz. Die Landwirte setzen Pestizide nicht verantwortungslos ein. Sie setzen auch nur Pestizide die geprüft und bewilligt worden ein. Jetzt die Landwirte dafür verantwortlich zu machen ist billig und verantwortungslos. Ich stehe dazu, dass wir den Pflanzenschutz überdenken und weniger Pestizide einsetzen. Es ist aber jeder aufgerufen bei sich selber den Gebrauch von Medikamente, Wasch- und Putzmittel etc. zu überdenken.
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    1. Antwort von Anita Rusterholz  (Anita Rusterholz)
      Herr Strupler: Die halbe Schweiz weiss vermutlich i.d.Zwischenzeit, dass der Pestizid- u.Fungizideinsatz, nebst Glyphosat, aber auch Neonicotinoide (Bienengift) sowie Gülle in den Bächen mit verendeten Fischen u.Amphibien zugenommen hat. Unser TW kann man nicht mehr unbedenklich trinken. Deshalb die Initiativen. Letzte Woche in Adligenswil bis zum Würzenbach, auf einer Strecke von 3,5 Kilometern, wurden Bachforellen und andere Fische durch Gülle vernichtet.
      -Chlorothalonil-Verbot > endlich!
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