Zum Inhalt springen

Header

Inhalt

Verhaltensnormen verletzt Oscar-Akademie schliesst Cosby und Polanski aus

  • Die Akademie, die alljährlich den Oscar vergibt, hat einen Auschluss zweier berühmter Mitglieder beschlossen: Bill Cosby und Roman Polanski.
  • Die beiden Filmschaffenden hätten, so die Begründung der Institution, Ethikstandards der Akademie verletzt.
  • Der US-Schauspieler ist wegen sexueller Nötigung verurteilt worden, gegen den französisch-polnischen Regisseur ermittelt die US-Justiz wegen Sexualdelikten.
Der eine ist schon verurteilt: Bill Cosby. Gegen den anderen wird ermittelt: Roman Polanski.
Legende: Der eine ist schon verurteilt: Bill Cosby. Gegen den anderen wird ermittelt: Roman Polanski. Keystone

Eine Woche nach dem Schuldspruch gegen Bill Cosby wegen sexueller Übergriffe hat die Oscar-Akademie den Entertainer sowie den Regisseur Roman Polanski ausgeschlossen.

Als Grund nannte der Aufsichtsrat der Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Los Angeles einen Verstoss gegen ihre Verhaltensrichtlinien. Cosby war wegen schwerer sexueller Nötigung in drei Fällen schuldig gesprochen worden. Gegen Polanski ermittelt die US-Justiz seit fast 40 Jahren wegen des Verdachts von Sexualdelikten.

Institution mit 7000 Mitgliedern

Der Entschluss sei am Dienstag gefallen, teilte die Akademie mit. «Der Aufsichtsrat unterstützt weiterhin die Ethikstandards, die die Mitglieder verpflichten, die Werte der Akademie in Bezug auf die Menschenwürde hochzuhalten», hiess es weiter.

Der Akademie gehören rund 7000 teils ehemalige Filmschaffende an, darunter Schauspieler, Regisseure, Produzenten, Kostüm- und Set-Designer sowie Musiker.

Mit dem Ausschluss folgt der Aufsichtsrat laut «Hollywood Reporter» einem neuen Verfahren, mit dem Verhaltensstandards eingehalten werden sollen. Es war im Zuge des Skandals um Filmproduzent Harvey Weinstein wegen sexueller Übergriffe eingeführt worden. Weinstein wurde bereits im Oktober von der Akademie ausgeschlossen.

Polanski kann Oscar behalten

Der mit der «Bill Cosby Show» berühmt gewordene Cosby (80) war vor einer Woche in seinem Strafprozess in Pennsylvania wegen sexueller Nötigung verurteilt worden. Die Jury sah als erwiesen an, dass er 2004 eine damalige Universitätsangestellte gegen ihren Willen mit Tabletten handlungsunfähig gemacht und dann begrapscht hatte.

Polanski (84) hatte 1977 zugegeben, Sex mit einer 13-Jährigen gehabt zu haben, den Vorwurf einer Vergewaltigung aber zurückgewiesen. Er verbrachte damals 42 Tage unter psychiatrischer Beobachtung und floh aus Angst vor einer Gefängnisstrafe 1978 vor der Urteilsverkündung nach Frankreich. Seitdem hat er die USA nicht mehr betreten. Der Oscar, den er 2003 in Abwesenheit für das Drama «Der Pianist» erhielt, wird ihm nicht entzogen.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

10 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von M. Kaiser  (Klarsicht)
    Die >Heuchler gewinnen Oberhand - die wirklichen Straftäter im Bereich Pädophilie - streben keinen Oskar an -sie agieren in anderen Kreisen - aber dazu haben wir ja den Rechtsstaat.
  • Kommentar von Martin Meier  (M.Meier)
    Und die Schweizer Behörden liessen den pädophilen Straftäter Polanski einfach laufen. Eine internationale Peinlichkeit sondergleichen!
    1. Antwort von Astrid Meier  (Swissmiss)
      Wieso ist das eine internationale Peinlichkeit? Der,Mann lebt seit Jahrzehnten ohne Probleme in Frankreich, ist in verschiedene Länder gereist um Preise entgegenzunehmen, hat sich dabei nichts zuschulden kommen lassen. Offensichtlich hat keines dieser Länder ihn je verhaftet, geschweige denn an die bigotten USA ausgeliefert.
  • Kommentar von Astrid Meier  (Swissmiss)
    Und das merken die, im Fall von Polanski nach 40 Jahren, in denen er sich nichts zuschulden kommen liess? Anstatt gegen die real existierenden, heute agierenden Täter vorzugehen?
    1. Antwort von Steff Stemmer  (Steff)
      Frau Meier, wenn Sie den Artikel gelesen haben, sollte Ihnen auch aufgefallen sein, dass die Akademie ein neues Verfahren in ihren Statuten aufgenommen hat? That's the reason why! Und nicht, dass die Oscar-Akademie 40 Jahre gepennt hat!
    2. Antwort von Astrid Meier  (Swissmiss)
      Die Akademie hat sehr wohl 40 Jahre gepennt! Wie sonst wäre es möglich gewesen, dass Weinberg Jahrzehnte lang sein Unwesen treiben konnte, und an mehreren Veranstaltungen öffentlich vom Podium Witze gemacht wurde über seine allen bekannten "Eigenheiten"?
    3. Antwort von Steff Stemmer  (Steff)
      Frau Meier, im Fall von Weinstein und wahrscheinlich vielen Anderen muss ich ihnen Recht geben, da haben sie gepennt. Jetz ist zu hoffen, dass das Umdenken wirkt und nachhaltig ist!