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Waldbrände in Kalifornien Ein Feuer von «herzzerreissendem Ausmass»

Legende: Video Feuer nimmt sechs Fussballfelder in nur einer Minute abspielen. Laufzeit 01:19 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 10.11.2018.
  • Mindestens neun Menschen sind bisher in der Feuerstürmen, die den US-Bundesstaat Kalifornien durchziehen, ums Leben gekommen.
  • Über 6500 Gebäude wurden mittlerweile durch die Brände zerstört, berichtet die Feuerwehr.
  • Besonders betroffen ist ein Gebiet nordöstlich der Metropole San Francisco. Dort wurde die Stadt Paradise dem Erdboden gleichgemacht, auch die Gemeinde Malibu ist von den Bränden bedroht.

Neuen Angaben zufolge sind bei den Waldbränden in Kalifornien mindestens neun Menschen ums Leben gekommen.

Der zuständige Sheriff sagte, dass vier Tote in ihren Autos aufgefunden wurden, andere ausserhalb ihrer Fahrzeuge und Häuser. Eine Person kam demnach in ihrem Zuhause um. Die Menschen hätten versucht, den Flammen zu entkommen. Wegen der schweren Brandverletzungen sei eine Identifikation noch nicht möglich.

Gespenstische Szenerie

Schlimmstes Feuer seit 100 Jahren

Der Brand zerstörte der Feuerwehr zufolge ausserdem 6713 Gebäude. Das Feuer galt inzwischen als das gravierendste seit mindestens 100 Jahren. Die Flammen breiteten sich auf eine Fläche von mehr als 360 Quadratkilometer aus.

Das Feuer hatte rasend schnell um sich gegriffen – alle 27'000 Einwohner der Stadt Paradise waren aufgefordert worden, die Stadt zu verlassen. Die Waldbrände hätten die Stadt in ein Inferno verwandelt, hiess es.

Im Süden des US-Bundesstaates wütet ein zweiter Waldbrand. Er suchte Gegenden im Westen von Los Angeles heim; für 250'000 Menschen galten Evakuierungsanordnungen.

Der Küstenort mit seinen zahlreichen Villen und der einzigartigen Lage ist bei Hollywoodstars und anderen Künstlern als Wohngegend beliebt – etwa Barbra Streisand, Lady Gaga und Cher besitzen Häuser ebenda.

Tweet Lady Gaga

Auch im südkalifornischen Bezirk Ventura County seien Waldbrände ausgebrochen, schrieb die «Los Angeles Times». Bei anhaltend sommerlichen Temperaturen und Trockenheit ist die Feuergefahr an der US-Westküste hoch.

Gefährliche Wetterbedingungen am Sonntag

Katastrophenschutzleiter Mark Ghilarducci bezeichnete das Ausmass der Zerstörung in Kalifornien durch die Brände als «herzzerreissend». 157'000 Menschen mussten demnach ihre Häuser verlassen.

Der Katastrophenschutz bat am Freitag um Unterstützung aus benachbarten Bundesstaaten. Als Grund führte er gefährliche Wetterbedingungen mit auffrischenden Winden ab Sonntag an. Vize-Gouverneur Gavin Newsom rief für die Bezirke Butte County, Los Angeles County und Ventura County den Notstand aus, um auf diese Weise schnell Hilfe zu mobilisieren. Allein dort kämpften rund 2000 Feuerwehrleute gegen die Brände.

Canyon Roads meiden

Medien berichteten von mindestens 15 abgebrannten Häusern im Gebiet Oak Park in Ventura County, nördlich der Autobahn. Von der Evakuierung seien 75'000 Häuser in Los Angeles und Ventura County betroffen, wie Medien berichteten.

Anwohner wurden aufgefordert, für die Evakuierung Küstenstrassen zu nutzen. Canyon Roads, die zwischen Felsschluchten hindurchführten, sollten gemieden werden, hiess es.

Historisches Waldbrandjahr in Kalifornien

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  • Kalifornien erlebt eines der schlimmsten Waldbrandjahre in seiner Geschichte.
  • Bislang fiel fast doppelt so viel Fläche wie im Vorjahreszeitraum den Flammen zum Opfer und fast das dreifache Gebiet wie im Fünfjahresdurchschnitt.
  • Bei anhaltend sommerlichen Temperaturen und Trockenheit ist die Feuergefahr an der US-Westküste weiterhin hoch.
  • In diesem Sommer wüteten zahlreiche Grossbrände, darunter auch in der Nähe des berühmten Yosemite-Nationalparks. Das bei Touristen beliebte Yosemite-Tal war wegen starker Rauchentwicklung für Besucher wochenlang gesperrt.
Legende: Die Kleinstadt Paradise wurde evakuiert. SRF

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22 Kommentare

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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Hilfe aus Washington: (Mehr zum Thema) US-Präsident Donald Trump gab Bundesmittel für die Bewältigung der Feuer frei. Die Nationale Katastrophenschutzbehörde solle notwendige Ausrüstung und Ressourcen bereitstellen, verlangte er. Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown hatte die US-Regierung um Hilfe gebeten, «um Leben zu retten und Besitz zu schützen», wie sein Büro mitteilte
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  • Kommentar von Dorothee Meili (DoX.98)
    Wie ich gerade höre (exgüsi auf einem ausländischen Sender!!), kümmert sich DT sehr wohl um Kalifornien: er kürzt Ihnen die Gelder, da sie dort selber schuld sind und Forst- und Land nicht genug überwacht, bzw. gepflegt haben. Das ist der innenpolitische Krieg gegen alle, die in dieser Woche anderer Meinung waren, der da ganz offensichtlich Fahrt aufnimmt.
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  • Kommentar von Ernst Boller (BOER)
    Derweil lungert DT in Paris herum und ödet den französischen Präsidenten an. Seine Landsleute sind ihm jetzt nach den Wahlen egal.
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