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Möglicher Durchbruch im Kampf gegen Varroa-Milbe
Aus Rendez-vous vom 18.01.2018. Bild: Reuters
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Weltweites Bienensterben Hoffnung für die Bienen und implizit für die Menschen

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Sterben von Bienenvölkern hat in den letzten Jahren weltweit bedrohliche Ausmasse angenommen.
  • Die Varroa-Milbe ist einer der Faktoren, der Bienenvölker sterben lässt.
  • Nun berichten deutsche Forscher, sie hätten in Zusammenarbeit mit einem Schweizer Forscher ein Mittel gegen die Milbe gefunden.

Lithiumchlorid ist der Stoff, das der Varrao-Milbe den Garaus machen könnte, wie eine Forschergruppe der Universität Hohenheim in Deutschland herausgefunden hat.

«Es ist ein ganz einfaches Salz, das zufällig gefunden wurde», erklärt Vincent Dietemann. Er ist Bienenforscher an der Schweizer Institut Agroscope und beschäftigt sich intensiv mit den entsprechenden in- und ausländischen Untersuchungen.

Ein Milbenkiller im Zucker

Die Forscher aus Hohenheim arbeiteten eigentlich an der Entwicklung eines aufwändigen genetischen Verfahrens gegen den Bienenschädling. Dabei entdeckten sie per Zufall, dass eine ihrer einfachen Hilfschemikalien den Varroa-Milben zusetzt, nicht aber den Bienen selber. Die Forscherinnen und Forscher vermischten daraufhin das Lithiumchlorid mit Zucker und verfütterten es an die Bienen. Das Resultat war beeindruckend.

Für die Bienen ist es offensichtlich nicht schädlich. Aber es tötet 90 Prozent der Milben.
Autor: Vincent Dietemann Bienenforscher am Agroscope

«Für die Bienen ist es offensichtlich nicht schädlich. Aber es tötet 90 Prozent der Milben», so der Bienenforscher Vincent Dietemann. Als nächstes nun müssen die Forscherinnen und Forscher prüfen, ob auch die jüngeren, empfindlicheren Bienen das Lithiumchlorid gut vertragen und ob keine Reste davon später im Honig gefunden werden.

Lithium wird auch als Medikament für Menschen eingesetzt, etwa bei bipolaren Störungen. Rückstände davon dürfen darum auf keinen Fall in Lebensmitteln gefunden werden.

Grösstes Problem der Schweizer Bienen

Grosse Hoffnungen in das jüngst entdeckte Mittel gegen die Varroa-Milbe setzt auch Anja Ebnener vom Beratungszentrum für Schweizer Imkerinnen und Imker. Denn: «Die Varroa-Bekämpfung ist für die Imker eine prioritäre Aufgabe. Die Milbe stellt immer noch das grösste Gesundheitsproblem der Schweizer Bienenvölker dar.»

Es gibt heute bereits Mittel, um den Befall der Bienenvölker mit der Varroa-Milbe zumindest unter Kontrolle zu halten. Doch sie sind aufwändig und empfindlich in der Anwendung, und oft auch nicht so wirksam wie erhofft.

Die Milbe stellt immer noch das grösste Gesundheitsproblem der Schweizer Bienenvölker dar.
Autor: Anja Ebener Beratungszentrum für Imkerinnen und Imker

Erweist sich das jüngste Mittel gegen den Bienenschädling tatsächlich als wirksam und gut verträglich, dann hätten die Bienen mehr Kraft übrig, um andere Widrigkeiten zu überstehen: den Klimawandel, Pestizide aus der Landwirtschaft, Nahrungsmangel und Krankheiten.

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