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Winter in der Schweiz Vitamin-D-Bedarf lässt sich kaum decken

Bevor man die empfohlene Menge produzieren kann, bekäme man einen Sonnenbrand, wie Forscher erklären.

Im Winter ist es in der Schweiz praktisch unmöglich, die von der WHO empfohlene Menge an körpereigenem Vitamin D zu produzieren.
Vorher bekäme man einen Sonnenbrand, wie Forschende berichten.

Legende: Video Aus dem Archiv: Vitamin D erneut in der Kritik abspielen. Laufzeit 00:27 Minuten.
Aus Puls vom 19.11.2018.

Vitamin D ist wichtig für eine gesunde Entwicklung, gesunde Knochen und schützt vermutlich vor Autoimmunerkrankungen, Atemwegsinfektionen und manchen Krebsarten. Der Körper produziert es in der Haut unter Sonneneinstrahlung.

Zusammenarbeit mit der Nasa

Allerdings ist es in der Schweiz im Winter nahezu unmöglich, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene tägliche Dosis von 0,024 Milligramm auf diese Weise zu produzieren. Vorher bekommt man einen Sonnenbrand, zeigte kürzlich eine Studie im Fachblatt «Journal of Exposure Science & Environmental Epidemiology».

Ein interdisziplinäres Forschungsteam hat mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) ein Jahr lang Messungen der Sonneneinstrahlung an verschiedenen Orten in der Schweiz vorgenommen. Die Daten speisten die Wissenschaftler zusammen mit weiteren Messungen von der US-Raumfahrtbehörde Nasa in Computermodelle ein, um die nötige Dauer der Sonnenexposition für die Produktion von Vitamin D und das Sonnenbrandrisiko einzuschätzen.

Sechseinhalb Stunden Sonne nötig

Ihr Ergebnis: Im Sommer kann eine Person im T-Shirt, die somit 22 Prozent ihrer Haut exponiert, bereits innert 10 bis 15 Minuten ausreichend Vitamin D produzieren. Bereits rund 10 Minuten später kann bei ungeschützter Haut Sonnenbrand auftreten.

Im Winter jedoch sind meist nur Hände und Gesicht frei, was rund acht Prozent der Haut entspricht. Dies und der tiefere Sonnenstand, durch den die Sonnenstrahlen einen längeren Weg durch die Atmosphäre zurücklegen müssen, behindern die natürliche Produktion an Vitamin D.

Solarium meiden

Erst nach mindestens sechseinhalb Stunden wäre dann die empfohlene Tagesmenge des Vitamins erreicht. Das wäre nicht nur schwer umsetzbar, sondern auch gefährlich, denn vorher kommt es bereits zum Sonnenbrand und das Hautkrebsrisiko steigt, wie die Forschenden warnen.

Doch was tun gegen den Mangel an Vitamin D? «Unsere wichtigste Empfehlung ist derzeit, dass das Solarium im Winter gemieden werden sollte», liess sich David Vernez vom Zentrum Unisanté am Lausanner Universitätsspital zitieren. Das Risiko von Hautkrebs sei hier wesentlich grösser als ein allfälliger Nutzen.

Ob Nahrungsergänzungsmittel zu empfehlen sind, werde noch debattiert, hiess es in der Mitteilung des SNF. Bei Vitamin-D-Präparaten hatten Studien in jüngeren Vergangenheit teils zu hohe Dosierungen festgestellt, was zu unbewusster Überdosierung und Nebenwirkungen bis hin zu Vergiftungserscheinungen führen kann.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Warum steht unter dem Artikel nicht gleich eine Bezugsadresse für Vitaminpräparate? Ums himmels Willen, wie habe ich die letzten Dekaden bloss überlebt? Jetzt weis ich wenigstens woher mein siechtum kommt und wie ich das beheben kann! Danke Wissenschaft aber bitte setzt eure (Sonnen)Energie für schlaueres ein. Nicht weil der SNFCH-Steuerzahler) mitbezahlt und Daten der NASA genutzt werden ist eine Studie auch sinnvoll.
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  • Kommentar von Tina Müller  (TinaMüller)
    Ein bisschen Sonne plus Butter, Vollmilch, Vollmilchkäse und -joghurt - und die Sache ist geritzt. Also Margarine liegen lassen, stattdessen Butter: Schadet keinem, der erhöhte Cholersterolspiegel kommt nicht von der Butter... Und nein, ich arbeite nicht beim Milchverband! Wer lieber Leber mag, kann auch Leber verzehren, aber wohl kaum täglich. Und Tran - naja, nicht jedermans Sache. Champignons braucht's eine ganze Menge, also nicht realistisch.
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    1. Antwort von roland goetschi  (pandabiss)
      Der Gehalt an Vitamin D in Lebensmitteln ist eher gering. Das in der Haut gebildete Vitamin D trägt zu ca. 80-90% zur Vitamin D-Versorgung bei. Die restlichen 10-20% stammen aus der Nahrung.
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  • Kommentar von Olivier Wetli  ("nicht von dieser Welt")
    Vitamin D ist ausserhalb der CH sehr preiswert und genügend dosiert erhältlich. Nach anfänglichem Depot auffüllen nehme ich 5 Tropfen täglich à 1T IE und habe keine Erkältungen und Husten mehr und kenne keine Dauertagesmüdigkeit mehr. Fast ab Stunde Null. Nicht jeder aber spürt das ebenso schnell, bei jedem aber wird es so ca. 20 Jahre später viele viele unerklärliche chronische Krankheiten vermeiden helfen. Stichwort Dr. Raimund von Helden und Prof. Jörg Spitz.
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