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Promi-Kult Taylor Swift: Künstler verkauft Abfall ihrer Hochzeit

Nach der Hochzeit von Pop-Superstar Taylor Swift und Football-Profi Travis Kelce hat ein Künstler den Abfall rund um den Madison Square Garden gesammelt und danach im Internet verkauft. Was für gewisse Menschen als völlig wertlos erscheint, hat für andere grossen emotionalen Wert. Für jeweils 25 Dollar verkaufte der Künstler Zigarettenstummel, Deckel von Flaschen, Strohhalme und Kopfhörer.

Abfall innerhalb von 24 Stunden verkauft

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Der New Yorker Künstler Justin Gignac hat 50 Stücke Abfall am Tag der Hochzeit vor dem Madison Square Garden gesammelt. 25 Dollar kosteten die Fundstücke, die er unter dem Motto «Nicht eingeladen» anbot. Inzwischen heisst es auf der Webseite: «Sold out» – ausverkauft.

Im Interview mit dem kanadischen Radiosender Kiss 92.5 erzählte Gignac, dass er den Abfall im Smoking vor den Absperrungen gesammelt habe. Die angebotenen Fundstücke habe er binnen 24 Stunden verkauft.

Um Abfall von der Hochzeit selbst handelte es sich allerdings gar nicht: Er sei um 23 Uhr dort gewesen, als die Feier noch lief, erzählte Gignac. «Wenn ich bis 2 Uhr morgens geblieben wäre, hätte ich vielleicht ein paar Dessertteller ergattern können.» Aber es sei New Yorker Müll gewesen, der rund um die Absperrungen gelegen habe, die die Hochzeitsfeier vom Rest der Welt trennten. «Es ist also ein kleines Andenken, eine Zeitkapsel von dem Ereignis und dem ganzen Erlebnis.» (DPA)

In der Geschichte der Popkultur ist diese Aktion längst kein Einzelfall. Eine Auswahl an absurden Promi-Erinnerungsstücken.

Taylor Swifts Konfetti

Abfall ist nicht das einzige, was Taylor-Swift-Fans, sogenannte Swifties, von der Sängerin ergattert haben. Während verschiedener Touren sammelten Fans Konfetti und verkauften dieses danach im Internet – pro Konfetti-Stück zum Teil für mehrere Dollar.

Es gibt sie sternförmig, rechteckig, herzförmig und als kleinen Zeitungsausschnitt. Geheimtipp für Fans: Exemplare davon kursieren noch heute online.

So finden sich Promi-Andenken im Internet

Britney Spears' Kaugummi

Ein Kaugummi, den die Sängerin Britney Spears im Mund hatte, ist 2004 für 14'000 Dollar, also rund 11'000 Franken, auf Ebay verkauft worden. Spears spuckte das Ding scheinbar bei einem Konzert aus, ein Teilnehmer fing es auf und verkaufte es – mit Erfolg.

Wissenschaft zieht Vergleich zur Religion

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Diese Objekte selbst sind wertlos, wie Claude Messner, Professor für Consumer Behavior an der Universität Bern, sagt. «Verkauft wird nicht das Objekt, sondern die Geschichte, die Nähe und die Identität, die daran hängen», sagt Messner. Alles, was mit dem geliebten Star assoziiert sei, löse automatisch positive Gefühle aus – auch ein Zigarettenstummel. Zudem sei das Objekt ein Statussymbol innerhalb der eigenen Community.

Diese Effekte sind nicht neu. Schon im Mittelalter habe es einen Boom um Reliquien wie Haarlocken oder Stoffreste von Heiligen gegeben. «Es entstand auch eine ‹Wallfahrtsökonomie›, um in die Nähe der Reliquien zu kommen», sagt Messner.

Auch die Modesoziologin Monika Kritzmöller vergleicht den Promi-Kult mit der Religion. «An die Stelle offizieller Religionen treten gegenwärtig vermehrt Figuren der Popkultur als Wahlikonen. Auch Konsumgüter erhalten durch Marken eine Aura, welche über das eigentliche Objekt hinausreicht», sagt Kritzmöller, die als Privatdozentin Soziologie an der Universität St. Gallen unterrichtet. Die zur Kunst erkorenen Abfälle am Rande von Taylor Swifts Hochzeit gehorchten ähnlichen Mechanismen: «Sie vermitteln ein imaginäres ‹Da-Gewesen-Sein›».

Viele weitere Kaugummis standen danach im Internet zum Verkauf, zum Teil zu viel günstigeren Preisen und oft mit einem Foto des Kaugummis, des Fundorts und einer persönlichen Geschichte darüber, wie die Verkäufer in den Besitz des Kaugummis gelangten, wie der US-Sender CBS News berichtete.

Zwei Gemälde auf dem Boden, eines mit einem Porträt einer Frau, das andere mit einem abstrakten Design.
Legende: Möglicherweise inspiriert durch die Online-Kaugummiverkäufe: Das Bild «Gum Blonde XLVIII» (links im Foto) besteht aus gekautem Kaugummi und wurde 2007 in der Ausstellung «Just Britney» in Hollywood ausgestellt. Reuters/Fred Prouser

Aber aufgepasst: Wirklich zu überprüfen ist die Echtheit eines solchen Kaugummis natürlich nicht. Laut CBS News soll mindestens ein Fake im Umlauf gewesen sein – jener, bei dem ein Event angegeben wurde, an dem die Sängerin nachweislich gar nie teilnahm.

Kanye Wests Konzertluft

Während der Konzerttour «Yeezus» von Kanye West stand ein Plastiksack voll Luft zum Verkauf, der bei einem seiner Konzerte eingefangen worden sein soll. Laut Medienberichten soll 2015 dafür über 60'000 Dollar geboten worden sein. Kim Kardashian, damals seine Ehefrau, postete das Angebot auf X und kommentierte: «Wow, er kann wirklich alles verkaufen!» Viele weitere Nachahmungen folgten. So soll etwa «Luft aus der ersten Reihe» angeboten worden sein und einmal sogar ein vermeintlicher Furz des Sängers.

Justin Timberlakes French Toast

Zu den verkauften Kuriositäten gehören auch die von Justin Timberlake angeknabberten, nicht aufgegessenen Toastbrote. Diese soll der Popstar im Jahr 2000 nach einem Radiointerview liegengelassen haben. Ein DJ des Senders soll die zwei Scheiben gerettet und versteigert haben, für etwas über 1000 Dollar.

Mehrmals verkauft: Stuhl von J.K. Rowling

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Ein weiterer Prozess, den Claude Messner beschreibt, ist jener der Hoffnung auf Wertsteigerung. «Das ist ähnlich wie bei Sammlerobjekten oder Kunst», sagt der Professor für Consumer Behavior an der Universität Bern. Es gebe Beispiele, in denen Produkte wiederholt versteigert wurden. Er nennt das Beispiel des Holzstuhls, auf dem J. K. Rowling als alleinerziehende Mutter in einer Sozialwohnung in Edinburgh die ersten beiden Harry-Potter-Bände schrieb. Dieser wurde 2002 für 21'000 US-Dollar verkauft, 2009 für 29'000 und 2016 für 394'000 Dollar.

Glückliche Gewinnerin war eine 19-jährige Studentin und grosser Fan des damals zur Boyband «NSYNC» gehörenden Sängers. Laut Medienberichten plante sie, den Toast gefrierzutrocknen, luftdicht zu verpacken und dann auf ihrem Kleiderschrank auszustellen.

Justin Biebers Haarsträhne

Der Erlös der Versteigerung der Haarsträhne von Justin Bieber für 40'000 Franken ging immerhin an einen wohltätigen Zweck. Moderatorin Ellen DeGeneres spendete das erhaltene Geld 2011 für eine Tierschutzorganisation. Auch Haare von David Bowie sollen einmal versteigert worden sein.

Radio SRF 4 News, 3.7.2026, 7:26 Uhr;liea

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